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„Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Solidarität prägen mich“

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß hat sich in der Interviewsendung „Jung und Naiv“ zu seinem christlichen Glauben bekannt. Im Gespräch gab er sich überzeugt, dass Jesus Vieles an der CDU-Politik gut finden würde.
Von Johannes Blöcher-Weil
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Christoph Ploß stand Tilo Jung in dem Format “Jung und Naiv” Rede und Antwort

Vier Stunden lang hat der Journalist Tilo Jung den CDU-Bundestagsabgeordneten Christoph Ploß in einem Interview bei „Jung und Naiv“ in die Mangel genommen. Darin ging es auch um Glaubensfragen. Eine Erkenntnis von Ploß lautete: „Es muss einen Schöpfergott geben, der die Welt und die Menschen geschaffen hat.“

Er selbst sei als Kind getauft worden. Christliche Werte wie Barmherzigkeit, Gerechtigkeit und Solidarität hätten ihn bis heute geprägt. In der CDU habe er für sich die Partei gefunden, die das am besten umsetzt. Die Parteimitglieder fühlten sich dem christlichen Menschenbild verpflichtet. Er glaube außerdem, dass Jesus sehr Vieles gut finden würde, „was wir als CDU machen“.

Durch die Beschäftigung mit Bibel und Christentum habe er erkannt, dass eine funktionierende Gesellschaft feste Regeln braucht. Ohne diese könne kein Staat existieren. Deutschland sei in der Zahl der Aufnahme von Flüchtlingen begrenzt. Ploß antwortete auf die Frage, warum Flüchtlinge im Mittelmeer ertrinken müssten, mit Worten des früheren Bundespräsidenten Gauck, dass die Herzen zwar weit seien, aber die Möglichkeiten begrenzt.

Gender-Sprache raus aus Schulen und Universitäten

Eine klare Absage erteilte der CDU-Politiker der Gender-Sprache. Sie habe in Schulen und Universitäten nichts verloren. Hausarbeiten und Klausuren dürften nicht schlechter bewertet werden, wenn jemand diese „Kunstsprache“ ablehnt. Bedenklich stimme ihn, dass laut Allensbach-Institut knapp 60 Prozent der Bevölkerung meinten, dass sie ihre Meinung nicht immer frei äußern können.

Die CDU müsse das Ziel haben, den Konservatismus von Rechtsradikalismus abzugrenzen. Bei etlichen Wahlen der Vergangenheit sei es nicht gelungen, Stammwähler zu mobilisieren. Die CDU sei aber nach wie vor eine Partei der politischen Mitte. Sowohl vom Weltbild als auch in der außenpolitischen Haltung habe sie keine Gemeinsamkeit mit der AfD.

Ploß lehnt auch die Legalisierung von Cannabis ab. Wo dies gemacht wurde, hätten sich die Zahlen der Konsumenten drastisch erhöht. Außerdem führe der Konsum zu Psychosen, Angstzuständen und anderen gesundheitlichen Folgen. Der 37-Jährige warb in dem Gespräch für ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr, von dem die Bevölkerung profitiere. Er selbst habe in seinem Zivildienst auf einer Pflegestation enorm viel gelernt.

Kritik an israelischer Siedlungspolitik

Ploß, der einen Schwerpunkt beim Thema Außenpolitik hat, votierte für eine stärkere europäische Außenpolitik. Diese sei nötig, um überhaupt mit anderen Großmächten in der Welt mithalten zu können. Deutschland brauche völkerrechtlich verlässliche Partner, die Menschenrechte stärken, müsse aber auch Völkerrechtswidrigkeiten klar benennen. Er sei ein großer Freund Israels: „Ich werde alles dafür tun, dass Antisemitismus bekämpft wird. Aber trotzdem muss und sollte man auch die Siedlungspolitik kritisieren können.“

Im Format „Jung & Naiv“ sind regelmäßig prominente Gäste aus Politik und Wissenschaft zu Gast. Der CDU-Politiker Ploß ist seit 2017 Bundestagsabgeordneter und seit 2020 Vorsitzender der CDU in Hamburg. Zuvor war er in der Kommunikationsabteilung in einem großen Verlagshaus tätig. In Hamburg hatte er Geschichte und Politikwissenschaften studiert.

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3 Antworten

  1. “dass Jesus Vieles an der CDU-Politik gut finden würde”. Eine gewagte Aussage, oder schon blasphemisch ?
    Als kleineres Übel kann man die Unionsparteien durchgehen lassen, aber welcher ernsthafte Christ wählt die Union aus vollster Überzeugung? Der junge Mann beherrscht die Klaviatur der Polit-Phrasen aber schon recht gut, aus dem wird mal was ! Ich bin zu müde um all die Fehlentscheidungen der Merkel-Ära aufzuführen, politisch, wirtschaftlich, ethisch-moralisch, ein Desaster und kein Licht am Horizont !

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    1. Obwohl ich meine, “Pandemie” wäre doch eigentlich in der GroKo in guten Händen gewesen..Mit Merkel vorne. Das aktuelle Triumvirat wird`s kaum bis zur nächsten Wahl schaffen. Sollte es vorher Neuwahlen geben, bitte wieder die GroKo, lasst blos die GRÜNEN draußen.. Den Dauerproblemfall…

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  2. Er glaube außerdem, dass Jesus sehr Vieles gut finden würde, „was wir als CDU machen“. Na, ob da so sehr viel Gutes wäre? Was denn? Gut fände Jesus Christus bestimmt nicht Abtreibung. Auch nicht die jetzige, aktuelle Gesetzeslage dazu. an der ganz klar die CDU beteiligt war. Gut fände Jesus Christus auch nicht die vielerlei Formen heute möglicher Ehe. Auch da hatte die CDU die Hände mit im Spiel. Klar, es gibt Vieles an sozialer Gerechtigkeit, was Er sicher gut fände, was aber andere Parteien auch im Programm haben, das sind keine Alleinstellungsmerkmale der CDU. Auch den Sonntag als Ruhetag, als Tag, Gott zu loben und zu ehren in den Gottesdiensten. Vieles würde Jesus Christus darüberhinaus überhaupt nicht erwähnen, weil Er sagte: “Mein Reich ist nicht von dieser Welt.”

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