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„Aufräumen bis Weihnachten“

Praktische Hilfe wird in den von der Flut betroffenen Gebieten weiterhin benötigt. Manche Häuser müssen noch von Schlamm befreit werden, andere müssen getrocknet werden, um sie wieder bewohnbar zu machen. Auch christliche Organisationen und Initiativen sind vor Ort und leisten praktische, finanzielle und seelsorgerliche Hilfe.
Von PRO
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Traktor, Flut, Altenburg, Ahr

Foto: Daniel Höly

Aufräumarbeiten in Altenburg an der Ahr. In diesem Ort standen viele Häuser bis zum Dach unter Wasser.

Drei Wochen nach der Flutkatastrophe in Teilen von Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sind die Aufräumarbeiten in vollem Gange. Lediglich 30 Kilometer vom schwer getroffenen Ahrtal entfernt liegt Bornheim, wo die christliche Hilfsorganisation „To All Nations“ ihren Sitz hat. Der sozial-diakonische Missionsdienst war früh vor Ort und schloss sich für seinen Einsatz im von der Flut betroffenen Gebiet mit dem Hilfswerk „Samaritan’s Purse“ zusammen. Mit ihren festangestellten Mitarbeitern koordinieren sie freiwillige Helfer vor Ort – bisher mehr als 1.500. Seit vergangener Woche ist ihr Dienst umso wichtiger, da freiwillige Helfer nicht mehr allein in die betroffenen Gebiete reisen dürfen. „Jetzt sind es noch 30 bis 90 pro Tag, eine Zahl die sich für die nächsten Wochen einpendeln wird“, wie Tobias-Benjamin Ottmar von „Samaritan’s Purse“ einschätzt.

Zusammen mit den YouTubern „Real Life Guys“ führten sie ein dreitägiges Helfercamp durch. Über 300 Freiwillige folgten dem Aufruf und halfen im Ahrtal, beschädigte Gebäude von Schlamm zu befreien. „Das ist Phase eins, so langsam können wir in die zweite übergehen: Entkernung. Fußböden raus, Tapeten ab und die Räume trocknen“, sagte Ottmar. Dafür würden professionelle Handwerker und Ausrüstung gebraucht, vor allem Bautrockner. Eine halbe Million Euro an Spenden seien für diese Bedürfnisse bereits eingegangen. Beide Organisationen bestätigen, langfristig vor Ort helfen zu wollen.

Helfer bereiten sich auf dem Gelände der FeG Rheinbach auf ihren Einsatz vor

Auch einzelne Gemeinden beteiligen sich an den Aufräumarbeiten. Die Freie evangelische Gemeinde in Rheinbach bei Euskirchen ist selbst von der Flut betroffen – das Kellergeschoss wurde überflutet, die Einrichtung der Jugendräume zerstört. Aus der persönlichen Not heraus wurde die Gemeinde zu einer Art Basislager für überregionale Hilfseinsätze, zu der nach Angaben der Gemeinde regelmäßig rund hundert Helfer kamen. Deren Einsätze werden mittlerweile auch von „To All Nations“ koordiniert. Ein Videoaufruf des Pastors, dass nach wie vor dringend Helfer gesucht werden, erhielt innerhalb weniger Stunden über 30.000 Klicks und gehörte zwischenzeitlich zu den meistgesehenen Beiträgen auf YouTube.

Bedarf an seelischer Unterstützung

Neben der praktischen Hilfe brauche es verstärkt Seelsorge, um die Betroffenen, die teilweise vor dem Ende ihrer Existenz stehen, zu betreuen, wie Gideon Burmester von „To All Nations“ sagt. Dafür konnten sie „coram deo – das biblische Institut für Seelsorge“ als weiteren Partner gewinnen. Er fürchtet ein höheres Suizidrisiko angesichts der verzweifelten Lage mancher Menschen. Um aktuelle Gebetsanliegen zu unterstützen, hat „To All Nations“ einen Telegramm-Kanal eingerichtet.

Die Evangelische Allianz Bonn ist ebenfalls von Anfang an dabei, Helfer aus den verschiedenen Gemeinden zu koordinieren. „Wir werden langfristig für die Leute da sein“, versichert Mario Wahnschaffe, Pastor einer Pfingstgemeinde. Ein großes Problem sieht er in den bürokratischen Hürden: „Manche Häuser sind komplett gereinigt, aber die Renovierungsarbeiten dürfen erst beginnen, wenn ein Gutachter da war. Das kann in der jetzigen Situation Monate dauern.“ In einem speziellen Spendenaufruf der örtlichen Allianz seien bislang über 150.000 Euro eingegangen. Mit dem Geld wollen sie kleine Soforthilfen auszahlen und Elektriker beauftragen, Häuser wieder ans Stromnetz anzuschließen.

Marathon für die Flutopfer

Die Stiftung „Wertestarter“ hat ebenfalls einen Notfonds eingerichtet und zu Spenden aufgerufen. Diese sollen vor allem zerstörten Einrichtungen für Kinder wie Kitas oder Schulen zugute kommen. Betroffene Einrichtungen können mit einem sogenannten „Neustarter Paket“ bis zu 4.000 Euro erhalten, um schnellstmöglich Einrichtung und Ausstattung zu ersetzen. Darüber hinaus soll es für einzelne Jugendgruppen ein von Seelsorgern begleitetes Freizeitwochenende zur Erholung und Aufarbeitung geben.

Pater Tobias Breer, bekannt als „Marathonpater“, ist in seinem Leben schon 120 Marathon- und Ultraläufe gelaufen, um Spendenaktionen zu unterstützen. Auch jetzt machte er sich wieder auf sammelte 30.000 Euro, unter anderem beim „Kölsche Variètè Marathon“. Über 7.000 Personen schlossen sich der bis 28. August laufenden Spendenlauf-Aktion an. „Das Geld geht zu hundert Prozent an Einrichtungen, die Kinder betreuen“ versprechen die Initiatoren aus Duisburg.

Wie kann ich helfen?

Alle genannten Organisationen haben Spendenkonten eingerichtet, die auf den jeweiligen Websites zu finden sind. Dort befinden sich auch genauere Informationen zur praktischen Mithilfe oder Gebetsanliegen. Von Sachspenden wird derzeit gebeten abzusehen, da Lager überfüllt sind und die Betroffenen noch nichts in ihre Häuser aufnehmen können.

Samaritan’s Purse:
die-samariter.org/projekte/hilfe-fuer-flutopfer/

To All Nations:
to-all-nations.de/neuigkeiten-details/hilfe-f%C3%BCr-die-betroffenen-der-flut-in-deutschland

Evangelische Allianz Bonn:
allianz-bn.de/flut/

Lauf für die Flutopfer:
my.raceresult.com/175405/info

Wertestarter:
https://wertestarter.de/meldungen-archiv?item=25785#item-anchor-25785

FeG Rheinbach:
feg-rheinbach.de/hochwasserkatastrophe/

Von: Hannes-C. Buchmann

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Eine Antwort

  1. Leider ist es nicht erwähnt, dass in Rheinbach die Gemeinde aus Siegburg die Koordination der Einsätze macht und der Pastor der Siegburger Gemeinde Sascha Neudorf der Koordinator ist. Und die Siegburger direkt in Rheinbach zum helfen waren! Lena aus Rheinbach

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