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ARD und ZDF über Heavy-Metal-Pfarrerin und Bier-Gottesdienste

Sie verteilt Bier im Gottesdienst, sie ist tätowiert, sie fährt Motorrad – die Pfarrerin Simone Lippmann-Marsch ist ungewöhnlich. Sowohl die ARD, als auch das ZDF berichteten von der Heavy-Metal-Pastorin aus Brandenburg.
Von Jörn Schumacher
Bier, anstoßen, Alkohol, trinken
„Zum Wohl“ – das gilt auch für die Kneipengottesdienste von Pfarrerin Simone Lippmann-Marsch (Symbolbild)

„Mit Bibel und Bier im Auftrag des Herrn“, so lautet die Überschrift des Artikels von Tagesschau.de über Pfarrerin Simone Lippmann-Marsch. Sie war früher atheistische Punkerin, heute ist sie Pfarrerin im Kloster Lehnin im evangelischen Kirchenkreis Mittelmark-Brandenburg. Auf ihre ungewöhnliche Art wolle sie die Menschen „wieder für die Kirche begeistern“, heißt es im Bericht. „Ihr Konzept: Menschen in deren Lebenswelt abholen, ihnen nahe sein“. Der Filmbeitrag über die Pfarrerin, die auf einem Flugplatz Gottesdienste abhält und Fürbitten auf Bierdeckeln einsammelt, lief Mitte Juli in den Tagesthemen.

Die ARD-Reporter besuchten einen Gottesdienst der Pastorin auf einem alten Flugplatz in Borkheide im Landkreis Potsdam-Mittelmark. Der Bikergottesdienst findet an einer ungewöhnlichen Location statt, und das sei Lippmann-Marsch genau recht. „Die schwarzen langen Haare wehen im Wind, die vielen Tätowierungen auf ihrem Arm sind von weitem sichtbar. Neben den Piercings im Gesicht hat sie auch eins in der Zunge – das sieht man oft, die Pfarrerin lacht viel und herzlich.“ Die Pastorin bemühe sich gezielt um Menschen, die nicht gerade die klassischen Kirchgänger sind, in denen aber der Wunsch nach Religiosität schlummert, die Sehnsucht nach Spiritualität haben.

Lippmann-Marsch sei selbst im Osten und ohne religiöse Erziehung aufgewachsen. Daher fühle sie mit, wenn Menschen zwar Sehnsucht nach Spiritualität haben, aber keine Kirche kennen. „Kirchenmauern sind ganz schön dick“, sagt die Pastorin mit den Piercings und Tattoos und einer Leidenschaft für Motorräder. Unter den Bikern gebe es viele Leute, denen der Glaube wichtig sei. Aber nur wenige von ihnen würden am Sonntag um zehn Uhr in die Kirche gehen wollen. Der Kneipengottesdienst in Borkwalde unter dem Motto „Bibel und Bier“ ist ein Versuch, auch solche Menschen mit Gott und der Kirche zu erreichen. Im Gottesdienst gibt es Bier kostenlos. Auf Bierdeckeln können die Besucher ihre Gebetsanliegen für die Pfarrerin aufschreiben.

Kirche soll sich verändern

Auch dem ZDF war die ungewöhnliche Pfarrerin einen Fernsehbeitrag wert. Unter der Überschrift „Heavy-Metal-Pfarrerin belebt Kirche“ berichtete eine Reporterin diese Woche von der Heavy Metal liebenden evangelischen Geistlichen. In dem Beitrag spricht Lippmann-Marsch etwa, warum sie Tattoos hat und dass sie früher Atheistin war. Erst mit 29 Jahren fand sie in der Kirche Halt. „Daran krankt die Kirche: Dass viele sie so lassen wollen, wie es ist. Und das funktioniert nicht. Kirche muss sich verändern“, sagt Lippmann-Marsch im Beitrag.

Ein Besucher lobt den Bier-Gottesdienst und sagt über Lippmann-Marschs Predigt über das Hohelied: „Ich habe schon viele trockene Predigten gehört. Aber die war ganz anders.“ Eine andere Besucherin sagt: „Wenn Kirche so wäre, dann würde ich vielleicht nicht sagen, dass es gar keine Austritte mehr gäbe, aber es würde eine große Veränderung bedeuten.“

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2 Antworten

  1. Früher war der Pfarrer nach dem Gottesdienst auch noch in der Dorfwirtschaft zum Frühshoppen…so neu ist die Idee also nicht, aber trotzdem originell!

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  2. Das Abendmahl ist ja im Prinzip auch so. Essen und Trinken und dann lehrte Jesus. Da gabs auch keine große Liturgie und so. Find ich super, so kann das Evangelium die Menschen ansprechen

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