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Wissenschaftler fordern Stopp der „Falschberichterstattung“ über Transsexualität

Wissenschaftler fordern in einer privaten Initiative, dass ARD und ZDF wieder faktenbasiert über das Thema Transsexualität berichten. Die Medien folgten einer ideologischen Agenda und erzeugten ein „Zerrbild der Realität“.
Von Norbert Schäfer
Sexualisierte Gewalt ist nach wie vor ein Problem in der Evangelischen Kirche

Foto: EKD

Wissenschaftler wollen der ideologischen Betrachtungsweise beim Thema Transsexualität im Öffentlich-rechtlichen Rundfunk Einhalt gebieten

Eine Gruppe von Wissenschaftlern fordert, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk „von der ideologischen Betrachtungsweise zum Thema Transsexualität“ abkehrt. Künftig soll über das Thema wieder aufgrund „faktenbasierter Darstellung biologischer Sachverhalte nach dem Stand von Forschung und Wissenschaft“ berichtet werden.

Den öffentlichen Aufruf vom 1. Juni haben neben den 120 Wissenschaftlern noch weitere rund 300 Personen unterschrieben. Die Unterzeichner erheben den Vorwurf, dass sich der öffentlich-rechtliche Rundfunk „die Darstellungen der ‚queeren‘ Transgenderideologie zu eigen“ mache und naturwissenschaftliche Tatsachen leugne. Dazu gehöre die Behauptung, dass es eine Vielzahl von Geschlechtern gebe. „Der klar umrissene Begriff des Geschlechts […] wird vermengt mit psychologischen und vor allem soziologischen Behauptungen, mit dem Ergebnis, dass konzeptionelle Unklarheit entsteht“, heißt es in der Erklärung. Die begriffliche Verwirrung ziele auf die Durchsetzung politischer Forderungen ab.

Berichterstattung folgt politischer Agenda

Die Unterzeichner machen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk mit dafür verantwortlich, dass Kinder unsicher über das eigene Geschlecht würden. Auf der Webseite lautet es: „Das Thema ‚Trans‘ wird durch die Sendungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks an Kinder und Jugendliche herangetragen, mit dem Ergebnis, dass sich die Zahl der wegen Geschlechtsdysphorie behandelten Kinder und Jugendlichen in weniger als zehn Jahren verfünfundzwanzigfacht hat.“

Die Berichterstattung erfolge mit dem Ziel, „den Behauptungen von Queer-/Trans-Lobbygruppen Gehör zu verschaffen, wonach man das biologische Geschlecht wechseln könne, indem man sich sozial als dieses Geschlecht identifiziere.“ Die Initiatoren sehen in der Art und Weise, wie über Transsexualität im öffentlich-rechtlichen Rundfunk berichtet wird, eine politische Agenda. Es werde „vorgearbeitet für die von Grünen und FDP geplante Reform des Transsexuellengesetzes“.

Mangelnde Qualität beim Journalismus

Das wollen die Wissenschaftler nicht hinnehmen und wenden sich „entschieden gegen die Vorstellung, dass Frauen und Männer nur soziale Konstrukte oder gefühlte Identitäten sind“ und fordern ein „sofortiges Umsteuern“ des öffentlich-rechtlichen Rundfunks. Von Rundfunk- und Fernsehräten sowie Politikern verlangen die Unterzeichner: „Setzen Sie sich aktiv dafür ein, dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk sachangemessen, neutral, wahrheitsgemäß und mit Achtung der Würde der Menschen berichtet!“

Dem Beschwerdebrief ist eine Dokumentation von sieben Wissenschaftlern über Darstellungen und Beiträge zur Transsexualität beigefügt, die „ein breites Spektrum an Sendungen von großen Programmen wie ARD und ZDF bis hin zu Social-Media-Formaten wie ‚Quarks‘ oder ‚reporter‘“ betrachten soll. Das Dossier unter dem Titel „Ideologie statt Biologie im ÖRR“ bemängelt unter anderem die „einseitige, ideologische und unausgewogene“ Themenauswahl. Zudem wird die Qualität des Journalismus bemängelt. Kritische Nachfragen in Interviews unterblieben, nur eine Seite komme zu Wort und Grafiken würden von Lobbyorganisationen übernommen. Fazit: „Journalistische Genres werden als Verpackung für […] woke-ideologische Meinungsmache genutzt“ und vermittelten eine „Zerrbild der Realität“.

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13 Antworten

  1. Merkwürdig wie kritiklos sich der Öffentlich-Rechtliche Rundfunk von Ideologien vereinnahmen lässt.

    Um so schlimmer aber, dass auch andere angebliche “Qualitätsmedien” in ihrer “Jugendberichtserstattung” auf ähnliche “relevante” Themen setzen. Auch da wird alles ganz harmlos dargestellt, was tatsächlich aber tiefe und dauerhafte Folgen hat.

    Hier O-Ton “ZEIT”:
    “Erst Frau, dann Mann, jetzt wieder Frau
    Eli outete sich mit 19 als trans Mann und ließ sich die Brüste entfernen. Zehn Jahre später lebt sie wieder als Frau. Ihre Transition bereut sie nicht – im Gegenteil.”
    (aus “ze.tt” – Das Ressort der “ZEIT-online” für junge Erwachsene)

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    1. im Bezug zu Genderthemen ist eine neutrale Berichterstattung heutzutage schon die deutlichste Positionierung die sich die meisten Medien trauen habe ich den Eindruck…

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      1. War eigentlich auf den Beitrag von Hartmut Steeb bezogen … verrutscht hier andauernd…

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  2. Merkwürdiger Titel. Ein Akademiker ist jemand mit Hochschulabschluss, ein Wissenschaftler erstmal was ganz anderes. Wieviel der Unterzeichner sind denn jetzt wirklich Wissenschaftler in einem Gebiet das zum Thema passt?

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  3. Danke für die Aufnahme dieser wichtigen Botschaft. Hier wäre freilich auch Positionierung von pro deutlicher vernehmbar hilfreich.

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  4. Widerstand tut Not, denn:

    „Das Böse braucht das Schweigen der Mehrheit.“
    ―Kofi Annan

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  5. Warum kann man die Menschen nicht in Ruhe ihr Leben leben lassen? Egal ob Schwul, Trans, Hetero usw. Ich verstehe es nicht.

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    1. Es wird ja gerade kritisiert, dass man die Menschen nicht “in Ruhe” lässt, sondern sie mit ständiger unwissenschaftlicher Propaganda beschallt und immer nur eine Seite zu Wort kommen lässt.

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    2. Du hast es doch gelesen: dramatischer Anstieg der fehlenden Geschlechteridentität. Diese Kinder leiden darunter.
      Das ist meine größte Kritik, dass anders als hetero Fühlende sich offenbar einen Dreck um das Wohlergehen von Kindern scheren. Sondern nur um sich selbst kreisen.

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  6. Wehe denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, die Finsternis als Licht hinstellen und das Licht als Finsternis, die Bitteres für süß und Süßes für bitter ausgeben! Jes.5,20
    Wehe den Medien, die solches tun und die Menschen irreführen.

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  7. Die Frucht dieser Ideologie wird ein zunehmender Verfall und damit ein Implodieren der Gesellschaft zur Folge haben. Das gabs alles schon das wollte früher auch keiner hören. Jesaja hat gegen den Wind gepredigt. Bis zu dem Tag als es bitter wurde, dann sind die Menschen wieder umgekehrt zu Gott und gleichzeitig normal geworden.

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Kommentare sind geschlossen.

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