Jens Spahn ist als Fraktionsvorsitzender der Union im Bundestag zurückgetreten. Das erfuhr PRO am Samstag aus Fraktionskreisen. In einem Schreiben an die Fraktion, das PRO vorliegt, hat Spahn seinen Rücktritt erklärt. Darin heißt es: „Ich habe die Parteivorsitzenden von CDU und CSU, Friedrich Merz und Markus Söder, darüber informiert, dass ich mit diesem Schreiben an unsere Fraktion von meinem Amt als Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zurücktrete.“ Ihm sei in den vergangenen Tagen bewusst geworden, dass sein persönliches Glück nicht mit seinem politischen Amt vereinbar sei.
Und weiter schreibt Spahn: „Die zunehmende Unerbittlichkeit in der öffentlichen Auseinandersetzung hat mich sehr nachdenklich gemacht. Lasst uns bei aller Klarheit und Entschiedenheit in der Sache immer auch menschlich im Ton bleiben.“
Am Mittwoch war bekannt geworden, dass Spahn und sein Mann Daniel Funke mithilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden sind. Leihmutterschaft ist in Deutschland verboten. Die CDU lehnt eine Legalisierung ab und bekräftigte das auf ihrem jüngsten Parteitag. Spahn ist nach Bekanntwerden der Elternschaft aus den Reihen seiner Partei in die Kritik geraten. Parteikollegen kritisierten daraufhin scharf. Vereinzelt gab es auch Rücktrittsforderungen.