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Zehn Gebote für das Internet

Die Zehn Gebote gelten auch für das Internet, sagt die EKD. Deshalb hat sie sie nun in einer Denkschrift auf den digitalen Raum übertragen. Sie will damit eine „Ethik der Digitalisierung“ fördern.
Von Anna Lutz
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Heinrich Bedford-Strohm, EKD, Bischof

Foto: pro/Martina Blatt

Heinrich Bedford-Strohm sieht Risiken und Chancen in der Digitalisierung

„Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten“ – das Neunte Gebot – klingt im digitalen Raum so: „Unter digitalen Bedingungen Wahrhaftigkeit fördern“. Das will die Kirche erreichen, indem sie angesichts der Informationsflut im Internet, Fake News, Social Bots, Trolls oder Hate Speech dazu aufruft, den Qualitätsjournalismus zu fördern. Außerdem fordert sie vom Gesetzgeber, die Monopol-Macht digitaler Netzwerke zu begrenzen, damit eine gleiche Teilhabe aller gewährleistet werden könne. Christen selbst seien dazu aufgerufen, gegen Menschenfeindlichkeit oder Falschinformationen im Netz vorzugehen und darauf aufmerksam zu machen.

Du sollst nicht töten – Gebot Nummer sechs – lautet in digitaler Übersetzung der Kirche: „Digitalisierte Gewalt unterbrechen“. Meint: Gegen Cyberterrorismus und Cyberkrieg aufstehen. Frieden zu sichern helfen – auch im digitalen Raum. Oder etwa den kritischen Blick auf autonome Waffensysteme zu wahren.

„Kirche kann Herzen erreichen, nicht nur die Köpfe“

Heinrich Bedford-Strohm

Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) will mit ihrer Denkschrift zu einer „Ethik der Digitalisierung“ beitragen, erklärte ihr Ratsvorsitzender Heinrich Bedford-Strohm bei der Vorstellung am Donnerstag. Dazu eigneten sich die Zehn Gebote, denn sie seien kein Moralin, sondern „Gebote der Freiheit“. Mit ihrer Hilfe wollten die Christen dabei helfen, Chancen des Digitalen zu nutzen und zugleich Risiken zu begrenzen. „Ich glaube, die Gesellschaft braucht das heute dringend“, sagte Bedford-Strohm.

Der Beitrag der Kirchen sei dabei besonders wichtig, „weil sie die Herzen erreichen, nicht nur die Köpfe“. Als Beispiel nannte er das Gebot der Sabbatruhe: Das Internet biete ständige Verfügbarkeit an, dem könnten die Zehn Gebote etwas entgegensetzen. Auch das Thema Ehebruch sei in der digitalen Welt „absolut zentral“. Etwa der Zugang zu Pornografie könne junge Menschen zur Abkehr von Verbindlichkeit verführen. Stefanie Hoffmann von der Stabstelle Digitalisierung der EKD sieht in der neuen Veröffentlichung einen Aufschlag für eine breite gesellschaftliche Debatte.

Die Zehn Gebote für den digitalen Wandel der Evangelischen Kirche:

  • Erstes Gebot
    Freiheit im Netz: Digitalen Wandel verantwortlich und gut nutzen.
    („Ich bin der Herr, dein Gott, der dich aus Ägyptenland, aus der Knechtschaft, geführt hat. Du sollst keine anderen Götter haben neben mir.“)
  • Zweites Gebot
    Digitale Bilderwelten: Nicht vergessen, wer wir sind.
    („Du sollst dir kein Bildnis noch irgendein Bildnis machen“)
  • Drittes Gebot
    Digitale Religiosität: Wo ist der Glaube im Internet?
    („Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen.“)
  • Viertes Gebot
    Digitale Arbeit: Freie Zeit haben, um Freiheit zu finden.
    („Gedenke des Sabbattages, dass du ihn heiligst.“)
  • Fünftes Gebot
    Nachhaltig digital leben: Wie wir heute für Generationengerechtigkeit und die Umwelt sorgen.
    („Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf dass du lange lebest in dem Lande, das dir der Herr, dein Gott, geben wird.“
  • Sechstes Gebot
    Digitale Waffen: Gerechter Frieden ist die Antwort.
    („Du sollst nicht töten.“)
  • Siebtes Gebot
    Digital und frei lieben: Aber nicht auf Kosten anderer.
    („Du sollst nicht ehebrechen.“)
  • Achtes Gebot
    Digitale Wirtschaft: Chance für Schutz und Gerechtigkeit.
    („Du sollst nicht stehlen.“)
  • Neuntes Gebot
    Soziale Netzwerke: Mit Respekt diskutieren.
    („Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wieder deinen Nächsten.“
  • Zehntes Gebot
    Digitaler Konsum: Lebe deinen Traum – rücksichtsvoll.
    („Du sollst nicht begehren deines Nächsten Haus. Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau, Knecht, Magd, Ring, Esel, noch alles, was dein Nächster hat.“)

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2 Antworten

  1. >>Du sollst nicht töten – Gebot Nummer sechs – lautet in digitaler Übersetzung der Kirche: „Digitalisierte Gewalt unterbrechen“<<

    Treffender noch hier:

    "Ihr habt gehört, dass zu den Alten gesagt ist (2. Mose 20,13; 21,12):
    »Du sollst nicht töten«;
    wer aber tötet, der soll des Gerichts schuldig sein.
    Ich aber sage euch:
    Wer mit seinem Bruder zürnt, der ist des Gerichts schuldig;
    wer aber zu seinem Bruder sagt: Du Nichtsnutz!,
    der ist des Hohen Rats schuldig;
    wer aber sagt: Du Narr!,
    der ist des höllischen Feuers schuldig."

    (Jesus in der Bergpredigt)

  2. WAS will uns dieser “Kreuz-Abnehmer”, Wort Gottes Relativierer, Islam-Hofierer, Homosexuelle Förder, Illegale Migration und Schleusser-Unterstützer und EKD-Verführer denn noch alles politisch korrekt Zurechtmoralisieren??? WORT DES HERRN: Hesekiel 34,1 Und des HERRN Wort geschah zu mir und sprach: 2 Du Menschenkind, weissage wider die Hirten Israels, weissage und sprich zu ihnen: So spricht der HERR HERR: Weh den Hirten Israels, die sich selbst weiden! Sollen nicht die Hirten die Herde weiden? 3 Aber ihr fresset das Fette und kleidet euch mit der Wolle und schlachtet das Gemästete; aber die Schafe wollt ihr nicht weiden.…

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