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Wolf Schneider ist tot

Der Journalist und Sprachkritiker Wolf Schneider ist tot. Das Urgestein des deutschen Journalismus verstarb am Freitag im Alter von 97 Jahren in Starnberg.
Von Jörn Schumacher

Foto: Sven Teschke, Büdingen | CC BY-SA 3.0 Unported

Wolf Schneider war ein Urgestein des Journalismus

Jeder, der Journalismus lernt, kennt ihn: Bücher wie „Deutsch für Profis“ und „Deutsch! Das Handbuch für attraktive Texte“ gehören praktisch zur Pflichtlektüre, und im Streit um richtige deutsche Ausdrücke fiel früher oder später sein Name. Generationen von Journalistenschülern haben seine Werke geprägt.

Wolf Schneider wurde am 7. Mai 1925 in Erfurt geboren. Er wuchs in Berlin auf. Nach dem Abitur leistete er Kriegsdienst bei der Luftwaffe. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er als Dolmetscher bei der US-Armee, unter anderem für die Münchner Neue Zeitung, einer Zeitung der US-Militärregierung. Von 1950 an war er sechs Jahre lang Korrespondent der Nachrichtenagentur AP, später Leiter der Nachrichtenredaktion und Washington-Korrespondent für die Süddeutsche Zeitung.

Bekannter Sprachkritiker

Von 1966 schrieb Schneider für das Magazin Stern, dort wurde er Chef vom Dienst und 1969 Verlagsleiter. Im Jahr 1971 wechselte er zu Axel Springer, wo er 1973 Chefredakteur der Tageszeitung Die Welt wurde. Im Jahr 1979 wurde Schneider Leiter der gegründeten Hamburger Journalistenschule (später: Henri-Nannen-Schule). Von 1979 bis 1992 war der Journalist einer der Moderatoren der NDR Talk Show. Für die Süddeutsche Zeitung veröffentlichte er ab 2009 das Videoblog „Speak Schneider“.

Ein Thema, für das Schneider über Fachkreise hinaus bekannt wurde, war die Pflege der deutschen Sprache. Er schrieb über 20 Bücher darüber, an Journalistenschulen hielt er Seminare. Zu seinen bekanntesten Sachbüchern gehören Standardwerke wie „Deutsch fürs Leben. Was die Schule zu lehren vergaß“, „Deutsch für Kenner. Die neue Stilkunde“ und „Deutsch für Profis“. Der Experte riet zur knappen, aber informationsreichen Schreibweise. Schneider erhielt 2011 den Henri-Nannen-Preis in der Kategorie „Publizistisches Lebenswerk“, wurde 2012 mit der Auszeichnung „Journalist des Jahres“ für sein Lebenswerk geehrt und erhielt 2014 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.

Wie die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf dessen Familie berichtet, verstarb Schneider am Freitag in Starnberg im Alter von 97 Jahren. Er hinterlässt eine Frau und drei Kinder.

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