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Sprachwissenschaftler fordern Stopp von Gendersprache bei ARD und ZDF

Mehr als 70 Linguisten haben einen Aufruf gegen das Gendern bei den öffentlich-rechtlichen Medien gestartet. Die Gendersprache würde zu sozialem Unfrieden führen und schade der Geschlechtergerechtigkeit.
Von Martin Schlorke
Mit dem Gendersternchen, auch Asterisk genannt, sollen in der Schriftsprache ungewollte Informationen über das soziale Geschlecht (Gender) vermieden werden

Foto: PRO

Mit dem Gendersternchen, auch Asterisk genannt, sollen in der Schriftsprache ungewollte Informationen über das soziale Geschlecht (Gender) vermieden werden

Bereits seit längerem ist bekannt, dass ein Großteil der Deutschen gendergerechte Sprache ablehnt. Nun haben mehr als 70 Sprachwissenschaftler ihren Unmut über das Gendern beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk (ÖRR) geäußert. In einem Aufruf fordern sie eine „kritische Neubewertung des Sprachgebrauchs im ÖRR auf wissenschaftlicher Grundlage“. Zu den Unterzeichnern gehören auch Mitglieder des Rates für deutsche Rechtschreibung, der Schriftstellervereinigung PEN-Deutschland und der Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften.

Laut den Wissenschaftlern sei der Ausgangspunkt der Gendersprache die Bewertung des generischen Maskulinums als eine „diskriminierende Sprachform“. Diese pauschalisierende Bewertung sei auf wissenschaftlicher Basis jedoch nicht begründbar.

Als generisches Maskulinum werden Substantive bezeichnet, die geschlechtsneutral gebraucht werden können, wie zum Beispiel Anwalt, Bürger, Lehrer.

Im Aufruf wird zudem die „abwegige Behauptung“ zurückgewiesen, dass sprachliche Strukturen gesellschaftliche Veränderungen bewirken könnten. Vielmehr führe Gendern zu einer „ausgeprägten Sexualisierung der Sprache“ und zu einer permanenten Betonung der Geschlechterdifferenzen. Damit werde das Ziel der Geschlechtergerechtigkeit konterkariert.

Kritiker werden abgestempelt

Laut den Unterzeichnern ist der Sprachgebrauch im ÖRR „stark ideologisch“ motiviert und moralisierend. Dies sorge „für erheblichen sozialen Unfrieden“ und leiste Polarisierungstendenzen in der Gesellschaft Vorschub.

„Es ist bedenklich, wenn immer mehr Journalisten in Unkenntnis der sprachwissenschaftlichen Fakten den Jargon einer lautstarken Minorität von Sprachaktivisten in der Öffentlichkeit verbreiten und sich hierbei fälschlicherweise auf ‚Sprachwandel‘ berufen,“ heißt es in dem Aufruf.  Schließlich sei die Gendersprache eine Missachtung der amtlichen Rechtschreibregeln. Diese sei nicht mit dem im Medienstaatsvertrag formulierten Bildungsauftrag der Sender vereinbar. Auch die gesprochenen Gendersternchen entsprächen nicht der geltenden Aussprachenorm.

Hintergrund für die neueste Debatte rund ums Gendern ist eine am 31. Mai ausgestrahlte Sendung im Bayerischen Rundfunk (BR). In der speziell an Schüler gerichteten Talkrunde „Diversity-Talk 2022: Gendern – Modeerscheinung oder Sprach(r)evolution?“ diskutierten die Teilnehmer über das Gendern. Am Ende wollte der BR mit Hilfe einer Onlineumfrage wissen, inwiefern die Veranstaltung die Meinung zum Gendern verändert hat. Das Ergebnis: Ein Großteil lehnt die Gendersprache weiterhin ab oder findet sie unnötig. Die Moderatorin schloss die Runde mit der Aussage: „Also ich glaube, es ist tatsächlich ein Aufruf sozusagen wieder diese Veranstaltung zu machen… ob sich was verändert hat in einem Jahr.“

Die Sendung und das Fazit brachten dem BR massive Kritik ein. So nannte der Leiter der Bayerischen Staatskanzlei und Minister für Medien, Florian Hermann (CSU) das BR-Format „gebührenfinanziertes Zwangsgendern“. SZ-Journalit Cornelius Pollmer bilanzierte: „Der BR zeigt mit einem erzieherischen Talk, wie man der Bevölkerung garantiert keine Lust aufs Gendern macht. Immerhin: Es gibt viel zu lachen.“

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18 Antworten

  1. Lasst endlich diesen Genderquatsch. Kein normaler Mensch will so reden und wir haben genug andere, wichtigere Themen und Sorgen.

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  2. “Tatsächlich handelt es sich bei der Gendersprache um eine Form von geistiger Demenz. Vielleicht genauer, um eine Art Schizophrenie (Bewusstseinsspaltung). Es handelt sich um die Unfähigkeit, Wirklichkeit und Sprache zu vereinen.
    LOGOS heißt Wort UND Sinn. Von der christlichen Offenbarung her kann man Sinn vom Sein gar nicht trennen. Der Schöpfer hat seinem Abbild SEIN und LEBEN geben: “Als Mann und Frau schuf er sie.” (vgl Gen)
    Die Gendersprache in all ihren Formen, Verdrehungen und Splitterungen ist WIDERSINNIG. Sie ist IDIOTISCH (Verzeihung!)im Sinn von “Idia” (griech.) auf das Eigene bezogen – anstatt auf die Wirklichkeit. Gendern ist ein ideologisches Tun, das dem Nihilismus dient, anstatt der Kommunikation mit der Wirklichkeit und der Identifikation mit derselben. Darum kann Albert Camus sagen: “Wer die Sprache verdirbt, verdirbt den Menschen”. Diese Demenz ist aber heilbar! Wie? Die Wirklichkeit WAHR-NEHMEN und benennen.” lesa31

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    1. Sie fahren hier ein Sammelsurium an pseudo-intellektellen Worthülsen auf, allerdings gelingt Ihnen kein kohärenter Text, sondern bloß eine sinnfreie, ideologische (?) Polemik.
      Gendern ist also Ausdruck von Demenz und Schizophrenie – das ist laut gebellt, aber semantisch Unfug!
      Sein und Sinn und Logos und Mann und Frau… es ergibt einfach keinen Sinn!
      Und Gendern ist gerade nicht auf das Private bezogen, sondern ein öffentliches Statement!
      Und was das mit Nihilismus zu tun hat, erschließt sich auch dem wohlwollendsten Leser nicht.
      Man(n) sollte vielleicht bei Begriffen bleiben, deren Semantik man “beherrscht”.
      MfG
      Carvalho

      PS Ich gendere nicht und dafür gibt es gute Gründe. Aber das Gendern für einen Baustein in einem großen gesellschaftlichen Transformationsprozess gesteuert durch finstere Mächte anzusehen, ist eine krude Verschwörungstheorie und mindestens so ideologisch verquer wie manche (!) Sprachdiktate von Genderaktivisten!

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  3. “Damit werde das Ziel der Geschlechtergerechtigkeit konterkariert”
    Eine ganz wichtige Aussage !
    Wenn Stammgäste hier im Forum verzweifelt versuchen die schrägen und gottlosen Tendenzen in der westlichen Welt herunterzuspielen und uns “Bedenkenträger” zu “verqueren” Spinnern abstempeln wollen ist das ein Armutszeugnis. Klar, wenn jemand meint, finstere Mächte gehören ins Reich der Sagen ist eine gewisse Stringenz in der Argumentation erkennbar, aber mal ganz grob, gibt es einen neutestamentlichen Schreiber der diese Zweifel hegte ? Und was ist mit den Aussagen Jesu und wie ist das Gesamtzeugnis der Schrift zu bewerten ?
    Ich empfehle den ” aufgeklärten Denkern ” einen netten Verein zu gründen, vielleicht mit der Zielsetzung
    “zweifeln, auflösen, torpedieren”, aber täuscht doch keinen Glauben vor der offensichtlich gar nicht mehr vorhanden ist !?

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    1. Aha, wer anderer Meinung ist – und das mit guten Gründen – täuscht Glauben vor, will auflösen und torpedieren…. Gott sei Dank, muss ich nicht in dieser schrägen Blase leben!
      Ich wiederhole mich ungern: Aber ich setzte mich mit reaktionären Positionen wie den Ihren nicht auseinander, weil ich die in irgendeiner Weise für diskussionswürdig halten würde. Es geht mir ausschließlich darum, dass Positionen wie Ihre und die etlicher weiterer eifriger Fundamentalisten nicht als die Position des Christenbtums hier präsentiert werden, das wäre nämlich peinlich und ein Armutszeugnis!
      MfG
      PS Ob Sie mir den Glauben absprechen, ist mir ehrlich gesagt reichlich egal. In diesem Ihrem Urteil zeigt sich lediglich eine wenig erstaunliche, aber milieutypische Hybris!

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  4. Ich wollte erst nichts zum Thema gendern schreiben, aber nach Erkenntnis, daß es sich bei Pro um eine christliche Meinungsbildung im öffentlichen Netz handelt: nur einige kurze Bemerkungen: Ich lehne das Gendern generell ab! Herr, Frau oder Diverser Carvalho, wie kommen Sie nur auf solche kruden Aussagen? Bei mir hat den größten Kulturschock eine Veröffentlichung des Bistums Hildesheim ausgelöst. Dort wurden Vorschläge zum “genderngerechten ” Umgang mit den Gläubigen gemacht. Der Gipfel: Das Vaterunser soll eine andere Aussage erhalten?!! Gehts noch?!! Ich überlege noch meine Kirche wegen solchen Unsinn zu verlassen. Nur ein 2. Beispiel dieses Machwerkes: Anstelle von Rednerpult soll Redepult verwendet werden. Und im gleichen Stil geht es weiter.
    Rainer Pech

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  5. Ich arbeite als Übersetzer, und bei den meisten Kunden (die übrigens “Kunden” bleiben, denn “Firmenkundinnen” gibts nicht 😄) muss seit einigen Monaten gegendert werden. Das ergibt oft so einen Krampf, etwa verlieren viele vorher griffige Werbesprüche plötzlich völlig ihren Biss, aber das ist ja gewollt, selber schuld. Wenn das so weiter geht, darf bald nichts mehr “HERRlich” genannt werden, alles wird nur noch DÄMlich. 🤢

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  6. Ich finde es in Ordnung zu gendern, solange es freiwillig ist. Als evangelikal geprägte Christen und Theologin muss ich sagen, es nervt schon, mit welcher Verbissenheit hier Männer gegen gendern sich wehren. Als ob man ihnen was wegnehmen möchte. Wahrscheinlich wäre es ihnen lieber man würde auch noch “Weib“ sagen. Sprache verändert sich. Niemand sagt mehr, sintemal, Gevatter, Base… Allen Frauen, die gegen das gendern sind, rate ich mal sich intensiv mit der Unterdrückung der Frau in der Kirchengeschichte zu beschäftigen. Ich habe noch eine Bibelschule erlebt, wo wir Frauen gezwungen wurden Röcke zu tragen, und im Klassenzimmer hinten zu sitzen, weil wir nicht soviel wert sind wie unsere Klassenkameraden die “ Brüder“ Gendern von Personen ist eine Möglichkeit Gleichwertigkeit sichtbar zu machen. Und übrigens Gott ist kein Mann.Er ist männlich und weiblich, schwarz und weiß und divers- Gott ist viel mehr als wir mit unserem kleinen Verstand begreifen können. Andere zu verurteilen, weil sie gendern, entspricht nicht dem Gebot: Richtet nicht, damit ihr nicht gerichtet werdet.
    Und übrigens auf Zuschauer Meinungen kann man nicht viel geben.Das sind sich meist die radikalen Fundamentalisten, die sich zusammen tun und geballt auftreten. Das ist wie mit den Querdenker und Impfgegner: Ein paar wenige schreien ganz laut.Aber wer schreit hat nicht unbedingt auch Recht.

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    1. Und die Ungleichbehandlung und Unterdrückung von Frauen wird nun durch ein glottal Stop ‘Lehrer:in’ usw beendet? Inwiefern wird die Pflicht, Röcke tragen durchs Gendern abgeschafft? Aber laut ihres Kommentars wird die ‘Minderheit’ sowieso diskreditiert und alle in eine Schublade geworfen.
      Ich als Frau fühle mich durchs Gendern diskreditiert – mal ganz abgesehen von den phililogischen Konsequenzen, mitten im Wort eine kleine Kunstpause zu machen. Mein Beruf ist ein Beruf, da braucht es zunächst keinen Hinweis auf das jeweilige Geschlecht durch ein ‘in oder ähnliches.

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    2. Man sollte aber auch niemanden verurteilen, der die “Gendersprache” ablehnt. Warum sollten sich Frauen, die gegen das Gendern sind, mit der Unterdrückung der Frau in der Kirchengeschichte befassen? Den Frauen von damals kann man nicht mehr helfen und den Frauen von heute muss man nicht mehr helfen. Moderne Frauen sind in der Lage ihr Leben selbst zu gestalten und brauchen keine Hilfe, durch eine geänderte Rechtschreibung.

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  7. Liebe G.Sch.
    Sie betonen: “Und übrigens Gott ist kein Mann.”

    Ja, ich denke, Gott ist Geist. – Aber Sie wissen sicher auch, dass uns unser Herr Jesus Christus gelehrt hat, Gott als ‘Vater’ anzusprechen und nicht als ‘Mutter’ oder ‘Diversen’. Tatsachen kann man nun mal nicht aus der Welt schaffen, auch wenn einem diese nicht gefallen!

    Und die deutsche Sprache zu verunstalten, um damit Frauen mehr Rechte oder mehr Anerkennung zu gewähren, halte ich für den falschen Weg. Schließlich sind doch seit dem Bestehen das Grundgesetzes Mann und Frau in unserem Staat gleichberechtigt. Und das ist auch gut so! Wo liegt also das Problem?

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    1. @Horst Brand
      Das Grundgesetz existiert seit 1949. Das hindert aber bis heute Konservative und fundamentalistische Christen nicht daran, in ihren Gemeinden Frauen kleinzuhalten und ihnen Kleidungsvorschriften zu machen oder wo immer es geht gegen Frauen, die nicht dem KKK-Klischee entsprechen, üble Anschuldigungen vorzubringen. Es hindert bis heute unsere Gesellschaft insgesamt nicht daran, Frauen und Männer unterschiedlich zu bezahlen. Es hindert bis heute die Medizin und Pharmazie nicht daran, sich in ihren Behandlungsmethoden und in der Medikamentemherstellung fast ausschließlich an männlichen Körpern zu orientieren. Usw usf.

      Lieber Herr Brand, DAS ist das Problem! Und es zeugt von einer Kombination aus Faulheit und Realitätsferne, sich hier auf Formulierungen aus dem Grundgesetz auszuruhen!

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    2. Ich würden Ihnen empfehlen, die aramäische Anrede Jesu an Gott genauer zu betrachten. Dann werden Sie unschwer feststellen, dass Sie nur mit einem gendersensiblen Blick, nämlich einem Blick, der die soziale Rolle, die mit “abba” verbunden ist, wahrnimmt, zu einem angemessenen Verständnis kommt, während hier eine geschlechtliche Fixierung Gottes absolut keinen Sinn macht.
      “Tatsachen kann man nunmal nicht aus der Welt schaffen…..” – aber manches kann man besser verstehen, wenn man es genauer anschaut!

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        1. Zur Klärung der Sache:
          Ich habe nicht behauptet, dass sich “abba” nicht auf den Vater beziehen würde! Das wäre ja absurd!
          Sondern ich habe behauptet, dass es um die soziale Rolle geht, die mit diesem Ausdruck verbunden ist. “Abba” sagt das aramäisch sprechende Kind innerhalb des Hauses zu seinem Vater, nicht in der Öffentlichkeit. Damit wird eine ganz intime, fast zärtliche Nähe im geschützten Nahbereich zum Ausdruck gebracht, die Jesus mit Gott verbindet. Genau solche sozialen Rollen untersuchen Genderstudies, weil diese eben sozial-historisch gewachsen und veränderbar sind. Um das biologische Geschlecht geht es bei diesem Ausdruck eben nicht!
          Warum nur lehnen Sie sich ständig so weit aus dem Fenster und zwar zu Sachverhalten, die Sie wirklich nicht im Geringsten verstehen?

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  8. @H.Brand
    Und es gibt natürlich in der Bibel jede Menge Stellen, in welchen weibliche Rollenmuster als Metaphern für Gottes Handeln und Eigenschaften herangezogen werden… (z.B. Jes 49,15; 66,13; Ps 57,2 u.a.m.)
    Vermutlich bedarf es eines viel weiblicheren Blickes auf die Bibel, aber das scheint für viele Männer in frommen Konventikeln ja ein ganz angstbesetztes rotes Tuch zu sein….

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