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Willow Creek Deutschland reagiert auf Vorwürfe gegen Hybels

Willow Creek Deutschland hat sich zu den Vorwürfen gegen den Gemeindegründer und langjährigen Leiter Bill Hybels geäußert. Der Verein spricht von einem „schweren Schaden“, bescheinigt den Gemeindeältesten in den USA aber größtmögliche Sorgfalt und Unabhängigkeit bei der Aufklärung.
Von PRO
Die Unterzeichner der Stellungnahme v.l.n.r.: Geschäftsführer Karl-Heinz Zimmer, der 2. Vorsitzende Stefan Pahl, und der 1. Vorsitzende Ulrich Eggers

Foto: Marc Gilgen/Willow Creek, Collage: pro

Die Unterzeichner der Stellungnahme v.l.n.r.: Geschäftsführer Karl-Heinz Zimmer, der 2. Vorsitzende Stefan Pahl, und der 1. Vorsitzende Ulrich Eggers

Willow Creek Deutschland äußerte sich am Mittwoch in einem Sonder-Newsletter zu den Anschuldigungen gegen Pastor Bill Hybels. Ehemalige Gemeindemitglieder hatten ihm sexuelle Belästigung vorgeworfen; frühere Mitarbeiter suchten aktiv nach weiteren Anklagepunkten.

In der Stellungnahme schildert der Verein zunächst die Vorgänge und Aufklärungsschritte, die nach dem erstmaligen Aufkommen der Vorwürfe vor vier Jahren von den Gemeindeältesten der Großkirche bei Chicago unternommen wurden:

„Sie führten unter Konsultation einer externen Beratungsfirma eine umfangreiche interne Untersuchung durch, mit dem Ergebnis, dass die Anschuldigungen haltlos und falsch waren. Mit dem Ergebnis nicht einverstanden, drängte die Gruppe ehemaliger Angestellter auf eine externe Untersuchung.“ Unter diesen ehemaligen Angestellten sind auch die bekannten Autoren Nancy und John Ortberg.

Bill Hybels sprach im Feburar 2018 auf dem Willow-Creek-Leitungskongress in Dortmund. Er wird im Oktober planmäßig sein Amt als Leitender Pastor von Willow Creek abgeben. Foto: pro/Martina Blatt
Bill Hybels sprach im Feburar 2018 auf dem Willow-Creek-Leitungskongress in Dortmund. Er wird im Oktober planmäßig sein Amt als Leitender Pastor von Willow Creek abgeben.

Eine auf derartige Konflikte spezialisierte Anwaltskanzlei habe im Laufe der letzten vier Jahre zwei von Gemeinde, Ältesten und Bill Hybels absolut unabhängige Untersuchungen durchgeführt, die mit einem völligen Freispruch von dieser Anklage endeten, so Willow Creek Deutschland: „Die jetzt erfolgte Zuspitzung der Situation hat mit einer von der Gruppe geforderten erneuten Untersuchung zu tun, bei der die Ältesten der Gemeinde alle Handlungsschritte in die Hoheit der Ankläger geben müssten. Das lehnen die Ältesten als unbiblisch ab.“

„Älteste haben sorgfältig und unabhängig gehandelt“

Willow Creek habe nach der aktuellen Veröffentlichung in der Zeitung Chicago Tribune mit großer Transparenz reagiert, in einer Gemeindeversammlung kritische Fragen an die Ältesten und an Bill Hybels selbst ermöglicht und auch im Gottesdienst darüber informiert.

Auch der Leitung von Willow Creek Deutschland sei es ein „großes Anliegen, alle Informationen zu dieser schweren Krise transparent und zügig“ weiterzugeben. Deswegen wurde auf der Webseite auch die Stellungnahme von Pam Orr, der Vorsitzenden des Ältestenkreises, vollständig ins Deutsche übersetzt. Der Verein teilt mit: „Wir trauern darüber, dass diese Entwicklung so eingetreten ist, weil sie so oder so für alle Beteiligten und die weltweite Bewegung der Willow Creek Kongresse schweren Schaden mit sich bringt.“ Die Zuspitzung habe auch mit der „im Moment heiß laufenden – aber in der Sache ja völlig berechtigten – ,MeToo-Kampagne’ in den USA zu tun“, die mittlerweile auch zu enormen Zuspitzungen in christlichen Gemeinden führe.

Willow Creek Deutschland wolle in keine Richtung Vor-Verurteilungen unterstützen, heißt es in der Stellungnahme, die vom 1. Vorsitzenden Ulrich Eggers, dem 2. Vorsitzenden Stefan Pahl sowie dem Geschäftsführer Karl-Heinz Zimmer unterzeichnet ist. Nach derzeitigem Wissensstand sei man aber überzeugt, „dass die Ältesten der Gemeinde die Situation von Anfang an in größtmöglicher Sorgfalt und Unabhängigkeit behandelt haben“. Willow Deutschland bitte deswegen darum, den „Konflikt mit Integrität zu begleiten und um Versöhnung und Heilung für alle Beteiligten zu beten“.

Von: Moritz Breckner

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