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Meinung

Werbung für Abtreibung: Die SPD-Fraktion und ihr pietätloses Video

Am Freitag will der Bundestag beschließen, das Werbeverbot für Abtreibungen zu legalisieren. Das rief bereits einen Tag vor Abstimmung Jubelstürme bei der SPD hervor. Diese sind an Pietätlosigkeit und Geschmacklosigkeit kaum zu übertreffen.
Von Martin Schlorke
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Foto: SPD, Screenshot PRO

Das Video ist auf Twitter mit dem Satz „Dieser Freitag wird einfach umwerfend!“ beschrieben

Für die eine Seite ist die Abschaffung des Paragrafen 219a eine große Errungenschaft. Für die andere mindestens ein herber Schlag. Dass im Bundestag Mehrheitsentscheidungen getroffen werden, die nicht jedem gefallen, gehört zur Demokratie dazu. Das ist auch gut so – egal, ob man mit der Entscheidung zufrieden ist oder nicht.

Soweit, so gut, könnte man nun also denken, wenn da nicht dieses eine Video der SPD-Fraktion seit Donnerstag auf Twitter kursieren würde. In dem 33-sekündigem Zusammenschnitt sind Abgeordnete zu sehen, die immer wieder eine Wand aus großen schwarzen Quadratwürfeln einreißen. Auf der Wand steht in weißen Lettern: „§ 219a“. Dazu läuft im Hintergrund der Walzer „An der schönen blauen Donau“ von Johann Strauß.

Die Aktion der SPD-Fraktion zeigt vor allem eines: Sie hat nicht im Ansatz verstanden, wie ernst dieses Thema ist und wie wichtig ein sensibler, ja ein würdevoller, Umgang wäre. Schließlich öffnet sich hinter dem Paragrafen 219a eine Debatte um Leben und Tod – und das im wahrsten Sinne des Wortes. Denn die Abschaffung des Werbeverbotes ist für viele nur ein Zwischenschritt. Das eigentliche Ziel ist die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen.

Jubelstürme auch bei Grundrechtseinschränkungen?

Warum hat die SPD kein Video gedreht, als der Religionsfreiheitsbeauftragte eingesetzt wurde? Abgeordnete hätten eine Mauer eintreten können, auf der „Christenverfolgung“ steht. Warum kein Video und die Aufschrift „Grundrechte“, als (zurecht!) Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie verabschiedet worden waren?

Die Antwort ist einfach. Es gehört sich einfach nicht. Es ist pietätlos, geschmacklos und keinem dieser Themen angemessen. Wie viel weniger dann im Fall des Paragrafen 219a, bei dem es um menschliches Leben geht?

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7 Antworten

  1. Das Schreckliche ist aber, dass sich die zeitgeistige “Mehrheit” eben mal über die Menschenrechte hinwegsetzt, so wie sie auch im Grundgesetz benannt sind.

    Das Bundesverfassungsgericht hat aus der Menschenwürde (§1 GG) ganz eindeutig abgeleitet, dass “Der Schwangerschaftsabbruch für die ganze Dauer der Schwangerschaft grundsätzlich als Unrecht angesehen und demgemäß rechtlich verboten sein muss.”
    und weiter,
    “Der Schutzauftrag verpflichtet den Staat ferner, den rechtlichen Schutzanspruch des ungeborenen Lebens im allgemeinen Bewußtsein zu erhalten und zu beleben.” (*)

    – Und jetzt soll Werbung für die Tötung Ungeborener also erlaubt sein?

    (*) https://servat.unibe.ch/dfr/bv088203.html

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  2. Die SPD feiert, was Gott nicht gefällt! Damit tut sich die Ampel-Regierung keinen Gefallen und unserem Land auch nicht, denn Gott lässt sich nicht spotten.
    L.G. Martin Dobat

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  3. …und ich dachte immer, für Geschmacklosigkeiten ist die AfD zuständig. Färben die schon so sehr auf andere Parteien ab?

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  4. Ich habe die SPD-Bundestagsabgeordnete meines Wahlkreises direkt angeschrieben und darauf hingewiesen, dass mit diesem unakzeptablen Verhalten das Vertrauen in diese Politiker verspielt wurde.
    Ich denke es wäre gut, allen Abgeordneten Protestmails zu schicken.

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  5. “Die Aktion der SPD-Fraktion zeigt vor allem eines: Sie hat nicht im Ansatz verstanden, wie ernst dieses Thema ist und wie wichtig ein sensibler, ja ein würdevoller, Umgang wäre”

    Natürlich hat da niemand etwas verstanden. Es geht nur darum, der eigenen vermeintlichen moralischen Überlegenheit zu fröhnen und den “Bösen” (Konservative = “rächts”) eins auszuwischen.
    Die Parole “my body – my choice” gilt nur, wenn es diese Leute selbst betrifft. Für die Körper anderer Menschen gilt das nicht, wie man in der Impfpflichtdebatte gesehen hat.

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  6. “Warum kein Video und die Aufschrift „Grundrechte“, als (zurecht!) Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie verabschiedet worden waren?”

    Welche Maßnahmen wurden denn zurecht gegen Sars-Cov-2 verabschiedet? Sicherlich dich, weswegen Schweden und einige US-Bundesstaaten jetzt memschenleer sind, weil diese keine oder kaum Maßnahmen erlassen haben.

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