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Viele Pakete und mehr als 812 Millionen Euro Spenden für die Ukraine

In Deutschland sind bislang mehr als 800 Millionen Euro für Notleidende des Ukraine-Krieges gespendet worden. Allein beim christlichen Hilfswerk Gain kamen in kürzester Zeit mehr als 20.000 Pakete mit Hygieneartikeln und Hunderttausende Euro an.
Von Norbert Schäfer
Gain

Foto: PRO/Martin Schlorke

Die christliche HIlfsorganisation Gain bei einem Einsatz in der Ukraine im März 2022. Freiwillige entladen die Hilfsgüter aus Deutschland.

In Deutschland wurden seit Kriegsbeginn in der Ukraine rund 812 Millionen Euro für die vom Krieg betroffenen Menschen gespendet. Das ergab eine aktualisierende Umfrage des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI) bei den elf Hilfswerken und Hilfs-Bündnissen, die bei einer ersten Erhebung des DZI im März Spendenzuflüsse von mehr als 10 Millionen Euro verzeichnet hatten. Damit sind nach DZI-Informationen die Spenden an diese elf Organisationen seit dem 24. März um rund 180 Millionen Euro gestiegen. Allein die „Aktion Deutschland Hilft“ konnte 220,4 Millionen Euro Spenden für die Ukraine verbuchen. Diakonie und Caritas verbuchten zusammen rund 56,4 Millionen Euro für die Ukraine-Hilfe.

Nach DZI-Angaben vom Dienstag drückt sich das große Engagement der Bevölkerung in Deutschland neben Geldspenden auch in vielfältigem ehrenamtlichem Einsatz und in Sachspenden aus. Zeit- und Sachspenden seien aber nur sehr schwer mit einem Geldwert zu beziffern und würden daher bei der Erhebung des DZI nicht erfasst. Das Gesamtvolumen der Geldspenden für die Ukraine dürfte nach DZI-Schätzungen höher als die jetzt bestätigten 812 Millionen Euro liegen, da auch viele kleinere Initiativen Geld gesammelt hätten, die von einer Organisationserhebung nicht vollständig berücksichtigt werden können.

Gain: Mehr als 100 Hilfstransporte in die Ukraine

Zu den „kleineren Initiativen“ nach DZI-Maßstab gehört unter anderem das christliche Hilfswerk Global Aid Network (Gain). Auf Anfrage teilte Geschäftsführer Raphael Funck mit: „Wir konnten bisher einen Spendeneingang von 2,4 Millionen Euro verbuchen. Das ist einzigartig in unserer bisherigen Geschichte.“ Nach Angaben des Gain-Verantwortlichen für die Bereiche Verwaltung und Finanzen, der auch Leiter des Ukraine-Krisenteams ist, verließen üblicherweise zwei Hilfstransporte pro Woche das Gain-Lager. „Jetzt waren es zeitweise bis zu zehn in einer Woche. Insgesamt sind es inzwischen weit über 100 mit einem Warenwert von mehr als 6 Millionen Euro“, erklärte Funck. Auch beim Packen von Hygieneartikel habe das Werk eine große Hilfsbereitschaft erlebt. „Nach einem Aufruf über Social Media kamen innerhalb weniger Wochen mehr als 20.000 Pakete in unserem Hilfsgüterlager an“, erklärte Funck. Inzwischen setze Gain vermehrt auf Lebensmittelpakete. Völlig ungetrübt ist die Freude über die Hilfsbereitschaft nicht. „So schnell wie die Spendenbereitschaft kam, so flacht sie aber auch wieder ab“, sagt Funck. Die Menschen in der Ukraine bräuchten dringend weiter Unterstützung.

Gain hilft direkt in der Ukraine über ein Netzwerk von Kirchengemeinden – auch in den umliegenden Ländern. In Polen betreibt das Hilfswerk eigenen Angaben zufolge ein Logistikzentrum. Von dort aus wird Hilfe an Geflüchtete verteilt. „Ungarn, die Republik Moldau und Rumänien sind weitere Länder, die wir mit Hilfsgütern versorgen, damit denen geholfen werden kann, die jetzt dringend Hilfe brauchen“, erklärt Funck. Seit mehr als 20 Jahren ist das Hilfswerk in der Ukraine aktiv. „Während dieses Krieges und der unsäglichen Not wurde klar, dass wir uns langfristig und dauerhaft weiter engagieren werden müssen.“

Für die Notleidenden des Ukraine-Krieges wurde nach DZI-Angaben bislang nominal das höchste Spendenaufkommen in der Geschichte verzeichnet, das seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs in Deutschland für eine einzelne Katastrophe gemessen wurde. Unter Berücksichtigung der Geldwertentwicklung liegen Spenden für die Tsunamis in Südostasien (2004) an der Spitze des anlassbezogenen Spendenaufkommens. Nach heutigem Preisniveau entsprechen die Spenden von 2004 rund 904 Millionen Euro.

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