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Verstöße gegen Jugendschutz im Internet stark gestiegen

Jugendliche werden online immer häufiger mit sexualisierter Gewalt oder Verschwörungserzählungen konfrontiert. Besonders unzureichend ist der Jugendschutz auf diversen Social-Media-Plattformen.

Foto: JESHOOTS (Jan Vašek), Pixabay

In 2021 gab es deutlich mehr Verstöße gegen den Jugendschutz als im Jahr davor

Die bundesweite Stelle für Jugendschutz im Internet jugendschutz.net hat im vergangenen Jahr einen Anstieg der Verstöße um 36 Prozent registriert. Von den 6.865 registrierten Verstößen von Internetdiensten gegen den Jugendschutz bezogen sich 58 Prozent auf sexualisierte Gewalt, heißt es in dem am Mittwoch veröffentlichten Jahresbericht 2021 der Einrichtung von Bund und Ländern in Mainz. Politischer Extremismus folgte mit 15 Prozent, Pornografie mit 14 Prozent und Selbstgefährdung mit 6 Prozent.

Kinder und Jugendliche liebten die Kurzvideos bei TikTok und Instagram, Challenges zum Mitmachen und Livestreaming, sagte der Leiter von jugendschutz.net, Stefan Glaser. „Wir stoßen bei unseren Recherchen immer wieder auf Fälle, in denen Tötungsvideos verbreitet werden. In beliebten Formaten wie Let’s-Play-Videos werden Chats für Hassbeiträge und zur Beeinflussung mit antidemokratischen Verschwörungsideologien instrumentalisiert.“ Auch Bilder und Videos von Missbrauchshandlungen an Minderjährigen würden massenhaft online geteilt.

Besonders stark nahmen die Verstöße bei sogenannten Filehostern, also Dateiablagen im Internet, zu. 45 Prozent der Verstöße bezogen sich darauf. 36 Prozent der Verstöße betrafen Social-Media-Dienste. Knapp ein Drittel der Verstöße (2.242) meldete jugendschutz.net an das Bundeskriminalamt. 385 Fälle wurden zur Indizierung, also zum Verbot an die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) der Medienanstalten gemeldet, 132 Fälle dort zur Einleitung eines Aufsichtsverfahrens übermittelt. In 84 Prozent der Fälle habe jugendschutz.net eine Beseitigung bis Jahresende erreicht.

Der Jugendschutz von Social-Media-Anbietern sei immer noch unzureichend, kritisierte jugendschutz.net. Das „breiteste strukturelle Defizit“ habe Twitter betroffen. Dort habe es keine Meldemöglichkeit für pornografische Beiträge gegeben, bei Extremismus, Gewalt und Cybermobbing sei die Meldemöglichkeit beschränkt gewesen. Bei Youtube habe weiterhin das Problem bestanden, dass gefährdende Inhalte nur über ein Konto gemeldet werden konnten, obwohl die meisten Beiträge auch für nicht angemeldete Nutzer abrufbar seien. Pinterest, Facebook und Snapchat hatten weiterhin keine Meldemöglichkeit für Profile angeboten.

epd
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