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USA: Zahl der Christen schwindet

2070 werden voraussichtlich weniger als 50 Prozent der US-Amerikaner noch Christen sein. Das zeigt eine Studie zur religiösen Zukunft des Landes.
„Die evangelikalen Christen in den USA durchleben gerade eine Identitätskrise“, schreibt der Journalist Tom Gjelten von NPR
Für 2070 geht das PEW-Institut von weniger als 50 Prozent Christen in den USA aus

Christen in den USA könnten einer Studie zufolge schon bald nicht mehr die Mehrheit der Bevölkerung stellen. Seit den 1990er Jahren hätten zahlreiche US-Amerikaner sich vom Christentum abgewendet, besonders junge Menschen, heißt es in einer von dem Forschungsinstitut Pew Research Center am Dienstag in Washington vorgelegten Untersuchung. Gehe das so weiter, würden sich 2070 nur noch 46 Prozent der US-Amerikaner als Christen bezeichnen. 41 Prozent gehörten dann zu keiner Glaubensgruppe.

Im Jahr 2020 hätten sich noch etwa 64 Prozent der Menschen in den USA als Christen bezeichnet, hieß es in der Untersuchung mit dem Titel „Modeling the Future of Religion in America“ (Modellierung der Zukunft der Religion in Amerika). 30 Prozent rechneten sich danach keiner bestimmten Religion zu, sechs Prozent gehörten anderen Glaubensgruppen an. Zu Beginn der 1990er Jahre seien etwa 90 Prozent der US-Amerikaner Christen gewesen.

Entwicklung wie in Westeuropa

Hauptverantwortlich für den Trend ist laut Pew die Abkehr zahlreicher US-Amerikaner schon in jungen Jahren von der Religion ihres Elternhauses. Etwa 31 Prozent der Menschen aus christlichem Elternhaus kehrten sich im Alter von 15 bis 29 vom Glauben ab. Dagegen würden sich 21 Prozent der Kinder und Jugendlichen aus Elternhäusern ohne Religion als junge Menschen dem christlichen Glauben zuwenden.

Pew versteht seine Analyse nicht als feste Prognose. Allerdings sei wahrscheinlich, dass die USA sich so entwickelten wie viele Länder in Westeuropa. Mitte des 20. Jahrhunderts seien die Bevölkerungen dort überwiegend christlich gewesen. Das sei nicht mehr der Fall.

Menschen ohne Zugehörigkeit zu einer Glaubensgruppe seien nicht zwangsläufig ungläubig, heißt es in der Studie. Viele glaubten an eine höhere Macht oder eine spirituelle Kraft. Das Pew Research Center gründete die Untersuchung auf Bevölkerungsstatistiken zu Familiengröße, Sterblichkeit und Migration und eine Befragung von mehr als 15.000 Menschen zur Religionszugehörigkeit.

epd
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Eine Antwort

  1. “old Germanay” ist den Amerikanern leider schon 48 voraus. Umgekehrt kann man sagen das es in der USA offenbar momentan eine viel stärkere Verwurzelung im Glauben gibt als bei uns. Somit ist ein viel größeres Hoffnungspotential da.

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