Die lutherische Kirche der USA hat zum Gebet für Grönland aufgerufen. In einer gemeinsamen Erklärung mit dänischen und kanadischen Bischöfen heißt es: „Wir beten für Grönland und das grönländische Volk, das seine Unabhängigkeit bewahren möchte, und ermutigen unsere Gemeinden und Mitglieder, ebenfalls für Grönland und seine Bevölkerung zu beten und sich mit ihnen zu solidarisieren.“
Zudem sichern die Bischöfe Grönland ihre Unterstützung zu und bekräftigten Äußerungen der grönländischen Bischöfin Paneeraq Siegstadt Munk. Diese hatte vergangene Woche einem möglichen Verkauf von Grönland ebenfalls eine Absage erteilt.
Hintergrund sind Pläne des amerikanischen Präsidenten Donald Trump, Grönland zu erwerben. Als Grund führt Trump Sicherheitsinteressen an. Ob er dazu militärische Mittel einsetzen würde, ließ Trump bisher offen.
Am Montag hatten sich bereits drei US-Kardinäle zu Trumps Grönland-Plänen und der amerikanischen Außenpolitik geäußert. In einer Erklärung heißt es: Militärisches Handeln sei nur in Extremsituationen als letztes Mittel zulässig und „nicht als normales Instrument nationaler Politik“.
Krieg als „Mittel zur Verfolgung engstirniger nationaler Interessen“ lehnen die Bischöfe ab. Stattdessen wollen sie sich für eine moralische Außenpolitik einsetzen, die „das Recht auf Leben, die Religionsfreiheit und die Förderung der Menschenwürde weltweit achtet“. Unterzeichnet ist die Erklärung von den Kardinälen Blase Cupich, Joseph Tobin und Robert McElroy.
US-Militärbischof: Befehlsverweigerung vertretbar
Als „nicht akzeptabel“ bezeichnete der katholische Militärbischof der USA, Erzbischof Timothy P. Broglio einen möglichen militärischen Einsatz in Grönland. Aus seiner Sicht könnten US-Soldaten im Falle eines Militäreinsatzes zu moralisch fragwürdigen Handlungen gezwungen werden. Daher wäre es „moralisch akzeptabel, einen solchen Befehl zu verweigern“.
Auf die Frage, ob ein militärisches Vorgehen gegen Grönland den Kriterien eines gerechten Krieges entsprechen könne, antwortete er: „Ich kann keine Umstände erkennen, unter denen das der Fall wäre.“