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Unesco beklagt 86 getötete Journalisten

Laut einem Unesco-Bericht sind im vergangenen Jahr weltweit 86 Journalisten getötet worden. Damit ist die Zahl erstmals seit einigen Jahren wieder angestiegen.
Von Johannes Blöcher-Weil
Pressevertreter mit Gasmasken: nicht überall ist die Ausführung des Journalisten-Berufs ohne Gefahren möglich

Foto: Engin_Akyurt, pixabay

Pressevertreter mit Gasmasken: Nicht überall können Journalisten gefahrlos arbeiten.

Die Zahl der getöteten Journalisten ist 2022 stark gewachsen. Die Unesco registrierte 2022 weltweit 86 Morde an Journalisten. Das geht aus einem Bericht hervor, der am Montag in Paris vorgestellt wurde.

Audrey Azoulay, Generaldirektorin der Organisation für Bildung, Wissenschaft, Kultur und Kommunikation, bezeichnete die Entwicklung als alarmierend. Sie forderte mehr Anstrengung bei der Fahndung und der Verurteilung der Täter. Laut der Unesco-Beobachtungsstelle waren zwischen 2019 und 2021 im Schnitt 58 Medienschaffende jährlich getötet worden. 2018 hatte der Wert sogar bei 99 gelegen.

Besonders gefährliche Regionen sind dabei Lateinamerika und die Karibik. In dieser Region seien 2022 44 Morde an Medienleuten registriert worden. In der Region Asien und Pazifik seien 16 Morde an Journalisten erfasst worden, in Osteuropa wurden elf Medienschaffende getötet. Die gefährlichsten Länder sind laut der Unesco-Erhebung Mexiko (19 Tötungen), die Ukraine (zehn) und Haiti (neun).

Kaum noch sichere Plätze für Journalisten

Etwa die Hälfte der getöteten Journalisten sei nicht im Dienst umgebracht worden, sondern auf Reisen, in ihren Wohnungen oder auf öffentlichen Plätzen. Das zeige, dass es für Journalisten auch in ihrer Freizeit keinen sicheren Ort gebe. Laut Bericht würden Medienschaffende zudem häufig mit anderen Formen von Gewalt konfrontiert, wie Entführungen, willkürliche Haft oder juristische Verfolgung.

Im Dezember hatte die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ vermeldet, dass die weltweite Zahl der inhaftierten Journalisten mit 533 einen Höchstwert erreicht hat. Mit verantwortlich dafür seien die politischen Ereignisse im Iran, wo die Zahl von 14 auf 47 gestiegen war. Absoluter Spitzenreiter ist China mit 110 eingesperrten Journalisten.

Insgesamt kamen laut Reporter ohne Grenzen bis Mitte Dezember 57 Journalisten ums Leben. 2021 waren es 46 gewesen. Als Grund dafür nennt Reporter ohne Grenzen vor allem den Krieg in der Ukraine, wo alleine acht Journalisten starben. Aber auch in Mexiko wurden elf Medienschaffende getötet. 65 weitere Medienschaffende sind demnach derzeit weltweit als entführt gelistet.

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