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Twitter sperrt Accounts mehrerer US-Journalisten

Ohne konkrete Begründung sind einige US-Journalisten auf Twitter gesperrt worden. Sie hatten zuvor über Elon Musk berichtet. Persönliche Flugdaten des Twitter-Besitzers könnten eine Rolle spielen.
Von Johannes Schwarz
Elon Musk, Gründer von Tesla und diverser anderer Firmen, wird verehrt. Jetzt auch in einer Kirche.
Seit seiner Übernahme von Twitter sorgt Elon Musk mit seinem neuen Unternehmen regelmäßig für Schlagzeilen

Die Social-Media-Plattform Twitter hat mehrere US-Journalisten gesperrt. Die Reporter können ihren Account nicht mehr bedienen. Zuvor hatten sie über den neuen Twitter-Besitzer Elon Musk berichtet.

Begründet wurden die Sperrungen zunächst nicht. Es heiß lediglich von Twitter, die Reporter hätten gegen die Richtlinien verstoßen. Zu den Betroffenen gehören die Technologiereporter Ryan Mac von der New York Times, Drew Harwell von der Washington Post und Donnie O‘Sullivan von CNN. Auch andere prominente Journalisten wie Matt Binder, Aaron Rupar und Tony Webster wurden von Twitter gesperrt.

Sperrungen wohl im Zusammenhang von Flugdaten

US-Medien vermuten, dass die Sperrungen in einem größeren Zusammenhang stehen. Am Mittwoch sperrte Twitter bereits einen Account, der mittels eines Bots anhand öffentlich verfügbarer Daten die Flüge Musks Privatjets nachverfolgt hatte. Diese Flugdaten können von jedem auf öffentlichen Websites abgerufen werden. Zudem änderte Twitter am Mittwoch die Plattformregeln, um das Teilen aktueller Standortdaten einer Person ohne deren Zustimmung zu verbieten.

Einige der nun gesperrten Journalisten berichteten über das Vorgehen Twitters und die Begründung Musks, wonach er und seine Familie bedroht wurden. Auf Twitter schrieb Musk selbst, dass für Journalisten dieselben „Doxxing“-Regeln gelten wie für alle anderen. „Mich den ganzen Tag lang zu kritisieren, ist total in Ordnung, aber meinen Echtzeit-Standort zu doxxen und meine Familie zu gefährden, ist es nicht.“ Der Begriff „Doxxing“ bezeichnet die Veröffentlichung von persönlichen Informationen einer Person im Internet.

Medienhäuser fordern Aufklärung

Es wurden nicht nur Journalisten gesperrt, die direkt über das Vorgehen Musks geschrieben haben, sondern auch ein Reporter, der einen Beitrag von einem gesperrten Kollegen geteilt hatte. Mehrere Medienhäuser fordern nun Aufklärung von Twitter. Der Nachrichtensender CNN teilte mit, dass die Sperrungen „besorgniserregend, aber nicht überraschend“ seien. Ein Sprecher der New York Times forderte die sofortige Freischaltung der Accounts.

Der Gründer und Visionär Elon Musk kaufte im Herbst Twitter auf. Seitdem die Social-Media-Plattform ihm gehört, kommt es wöchentlich zu Schlagzeilen über neue Entwicklungen bei dem Internetunternehmen. So entließ er das Spitzenmanagement und kündigte etwa der Hälfte der Belegschaft. Zuletzt war bekannt geworden, dass Musk ein Kontrollgremium auflösen ließ, das einst zur Bekämpfung von Hassbotschaften, Kinderpornografie und Diskriminierung gegründet wurde.

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Eine Antwort

  1. Ihr Artikel ist fast neutral.
    Das „Trust and safety team“ das aufgelöst wurde ist auch für die unrechtmäßige Sperrung für vielen Accounts von konservativen Stimmen verantwortlich.

    Hat PRO auch über die Twitter Files berichtet? Wenn nein, warum nicht?
    Durch die Veröffentlichung der Vorgänge zB bei der Sperrung von Donald Trump oder Shadow-banning von anderen Accounts wurde letzte Woche für Jeden, der es wissen wollte, offensichtlich, dass Twitter auch Accounts sperrte oder drosselte, obwohl sie nicht gegen die Regeln verstoßen hatten!!!

    Auch die Sperrung dieser Journalisten, so wie von anderen 100ten konservativen Stimmen davor, sollte aufgeklärt werden.

    Repost von gesperrten Accounts ist nicht erlaubt. Ich könnte mit vorstellen (nur Vermutung) dass die Journalisten extra etwas Unerlaubtes gepostet haben, um einen Aufschrei zu produzieren. Bei dem jetzt PRO mitmacht.

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