Der US-Bundesstaat Texas darf staatliche Schulen verpflichten, die Zehn Gebote der Bibel in Klassenzimmern aufzuhängen. Das urteilte ein Berufungsgericht in New Orleans. In vorheriger Instanz hatten Eltern und Verbände erfolgreich gegen das Gesetz geklagt. Die Richter urteilten damals, dass damit die Religionsfreiheit verletzt würde.
Die Richter in New Orleans argumentierten nun jedoch, dass das texanische Gesetz keine religiösen Handlungen oder Bräuche vorschreibe. Denn die Schüler würden weder in den Zehn Geboten unterrichtet, noch müssten sie diese befolgen. Kindern stünde es weiterhin frei, zu entscheiden, welcher Religion sie angehören wollen.
„Großer Erfolg“
Der republikanische Gouverneur Greg Abbott hat das Gesetz im vergangenen Juni unterzeichnet. Er nannte die Zehn Gebote ein „historisches Dokument“ für die Geschichte und den Charakter der USA. Die Zehn Gebote sollen laut Gesetz für jede Person mit normalem Sehvermögen von überall im Klassenraum gut lesbar sein. Von dem texanischen Gesetz sind rund sechs Millionen Schüler an etwa 9.000 öffentlichen Schulen betroffen.
HUGE WIN
— Greg Abbott (@GregAbbott_TX) April 22, 2026
The 5th Circuit Court of Appeals ruled that the Ten Commandments can remain in Texas public school classrooms.
The foundation of Western law & morality belongs in our classrooms. Texas stands for faith, freedom, and the values that founded our great state.…
Die Kläger zeigten sich „zutiefst enttäuscht“. Der erste Verfassungszusatz schütze die Trennung von Kirche und Staat. „Das Urteil tritt diese Rechte mit Füßen.“ Die Klägergruppe beabsichtige, die Entscheidung vor dem Obersten Gerichtshof anzufechten. Abbott dagegen zeigte sich erfreut. Auf „X“ schrieb er: „Großer Erfolg“. Und weiter: „Die Grundlagen des westlichen Rechts und der westlichen Moral gehören in unsere Klassenzimmer.“