Texas darf Zehn Gebote im Klassenzimmer vorschreiben

Ein Gesetz in Texas sieht vor, dass in staatlichen Schulen die Zehn Gebote aufgehängt werden sollen. Dagegen hatten Eltern und Verbände zunächst erfolgreich geklagt. Nun hat ein Berufungsgericht gegenteilig entschieden.
Von Martin Schlorke
Die Zehn Gebote vor dem Kapitol. Jetzt sollen sie laut Gesetz im Bundesstaat Texas auch in jedem Klassenzimmer einer staatlichen Schule aufgehängt werden

Der US-Bundesstaat Texas darf staatliche Schulen verpflichten, die Zehn Gebote der Bibel in Klassenzimmern aufzuhängen. Das urteilte ein Berufungsgericht in New Orleans. In vorheriger Instanz hatten Eltern und Verbände erfolgreich gegen das Gesetz geklagt. Die Richter urteilten damals, dass damit die Religionsfreiheit verletzt würde.

Die Richter in New Orleans argumentierten nun jedoch, dass das texanische Gesetz keine religiösen Handlungen oder Bräuche vorschreibe. Denn die Schüler würden weder in den Zehn Geboten unterrichtet, noch müssten sie diese befolgen. Kindern stünde es weiterhin frei, zu entscheiden, welcher Religion sie angehören wollen.

„Großer Erfolg“

Der republikanische Gouverneur Greg Abbott hat das Gesetz im vergangenen Juni unterzeichnet. Er nannte die Zehn Gebote ein „historisches Dokument“ für die Geschichte und den Charakter der USA. Die Zehn Gebote sollen laut Gesetz für jede Person mit normalem Sehvermögen von überall im Klassenraum gut lesbar sein. Von dem texanischen Gesetz sind rund sechs Millionen Schüler an etwa 9.000 öffentlichen Schulen betroffen.

Die Kläger zeigten sich „zutiefst enttäuscht“. Der erste Verfassungszusatz schütze die Trennung von Kirche und Staat. „Das Urteil tritt diese Rechte mit Füßen.“ Die Klägergruppe beabsichtige, die Entscheidung vor dem Obersten Gerichtshof anzufechten. Abbott dagegen zeigte sich erfreut. Auf „X“ schrieb er: „Großer Erfolg“. Und weiter: „Die Grundlagen des westlichen Rechts und der westlichen Moral gehören in unsere Klassenzimmer.“

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