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Soldaten beten online für Frieden

Beten hilft den Betroffenen des Ukraine-Krieges. Davon sind die Macher der Initiative „Soldiers Praying for Peace“ überzeugt. Soldaten können auf der Website ihre Gebete veröffentlichen – sowohl für Ukrainer, als auch für Russen.
Von Jörn Schumacher
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Foto: nega

Das Beten gibt Soldaten Kraft und Hoffnung, sagt ein österreichischer Militärkommandant

Auf der Plattform „Soldiers Praying for Peace“ können Militärangehörige Gebete formulieren. Damit solle gezeigt werden, dass dass Soldaten sich in erster Linie für den Frieden einsetzen würden und nicht für den Krieg.

Nach Ausbruch des Ukraine-Krieges rief der Milizverband des Österreichischen Bundesheeres die Gebetsinitiative ins Leben. Es handelt sich dabei um eine unabhängige und überparteiliche Interessensvertretung aller Wehrpflichtigen des Miliz- und Reservestandes des Österreichischen Bundesheeres.

Auf der Website soldiersprayingforpeace.eu können Soldaten aus ganz Europa beten und die Gebete dort veröffentlichen. Theoretisch kann jeder dort etwas schreiben, jedoch sind in erster Linie dem Militär angehörende Personen dazu aufgerufen. „Wir laden Sie ein, Ihr Friedensgebet und Ihre Gedanken in Ihrer eigenen Sprache mit uns allen zu teilen“, heißt es auf der Plattform.

„Guter Gott, hilf den Menschen in der Ukraine ihre Hoffnung zu bewahren und strecke deine schützende Hand über sie“, schreibt etwa ein Gefreiter aus Österreich. „Wir bitten dich, lass diesen Krieg bald enden, damit wieder Frieden einkehren kann“, betet der Soldat.

Ein Oberleutnant der Reserve betet: „Guter Gott, bitte schicke Deinen Hl. Geist zu Putin nach Moskau und lass ihn erkennen, dass er sich mit seiner Mission auf einem Irrweg befindet, der nur Leid und Zerstörung bringt.“ Die meisten Einträge kamen bislang aus Österreich, andere kommen aber auch aus Finnland und Rumänien. Die Gebete sind auf Deutsch und auf Englisch verfasst.

„Töten ist immer eine Abkehr von Gottes Friedensordnung“

Die Initiatoren der Gebets-Website erklären: „Gott hat als Schöpfer allen Lebens den Menschen mit einem freien Willen ausgestattet, zwischen Gut und Böse zu unterschieden. Doch seit Anbeginn der Menschheit entscheidet sich der Mensch entgegen der göttlichen Friedensordnung immer wieder für das Töten.“

Gerade in Europa gebe es seit langer Zeit Kriege. „Was immer auch die Menschen im Versuch der Rechtfertigung dazu sagen mögen: der Krieg und das Töten sind nie Gottes Wille, sondern die freiwillige und böswillige Abkehr von Gottes Schöpfungs- und Friedensordnung“, heißt es weiter.

Soldaten seien immer gefordert, die ihnen übertragene Verantwortung wahrzunehmen. „Alles, was wir tun, aus eigenen Stücken oder auf Befehl, müssen wir auch vor unserem eigenen Gewissen und unserem Schöpfergott verantworten.“

Neben den unterschiedlichen Hilfsaktionen und -organisationen sei es wichtig, „in christlicher Tradition auch in Gedanken bei und im Gebet mit den Menschen zu sein, die jetzt unsere Hilfe brauchen“, teilen die Initiatoren mir. Dabei bräuchten nicht nur die Opfer Hilfe im Gebet, „sondern auch jene, die durch ihr Verhalten jenes beklagenswerte Unheil hervorrufen, das die Welt zurzeit in Atem hält“.

Beten gibt Soldaten Kraft

Der österreichische Militärbischof Werner Freistetter schreibt in einem Geleitwort zu der Gebetsplattform: „Die Überzeugung, dass Krieg immer ein Übel und wegen seiner verheerenden Auswirkungen nicht als Mittel der Politik zur Erreichung nationaler Interessen zulässig ist, stellt eine entscheidende Einsicht christlicher Ethik dar.“

Nach dem Ende des Kalten Krieges sei es gelungen, „ein vielfältiges Netz vertrauensvoller Kooperation in politischen, militärischen und menschlichen Fragen der Sicherheit in Europa und darüber hinaus zu knüpfen“. Dazu habe die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) Entscheidendes beigetragen. Neben der materiellen Hilfe dürften gläubige Menschen auch auf die Kraft des Gebetes vertrauen, so Freistetter. Daher begrüße er die Gebets-Initiative.

Auch der Präsident der Arbeitsgemeinschaft Katholischer Soldaten, der Militärkommandant Niederösterreich Martin Jawurek, zeigt sich überzeugt: „Das Gebet ist ein Zentrum unseres christlichen Glaubens und gibt gerade uns Soldaten Hoffnung und Kraft!“

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5 Antworten

  1. Im Jemen ist übrigens auch Krieg. Warum wird nur für die Menschen in der Ukraine gebetet?

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    1. Maik, Ihre Frage empfinde ich als „scheinheilig“! Was hindert Sie daran , auch für die Menschen im Jemen zu beten? Und woher nehmen Sie Ihre Beurteilung, dass nur für die Menschen in der Ukraine gebetet wird ?

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      1. siehe Text: “Nach Ausbruch des Ukraine-Krieges rief der Milizverband des Österreichischen Bundesheeres die Gebetsinitiative ins Leben.”

        Warum wurde die Initiative erst jetzt ins Leben gerufen und nicht bei den unzähligen Kriegen der Amerikaner oder eben dem Jemenkrieg? Warum findet man hier auf Pro Medienmagazin keinen einzigen Artikel zum Krieg im Jemen? Das nenne ich “scheinheilig”.

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  2. Auch die Bundeswehr betreibt in Andernach einen Radiosender und könnte diese Gebetsinitiative bestimmt auch übernehmen

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