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Meinung

„Ron läuft schief“: Freundschaft trotz Macken

Was wäre, wenn Roboter helfen würden, neue Freunde zu finden? Der neue Kinder-Animationsfilm „Ron läuft schief“ geht dieser Frage auf den Grund.
Von PRO

Foto: 2021 20th Century Studios. All Rights Reserved.

Der kleine Roboter Ron ist eine der Hauptfiguren des neuen Kinder-Animationsfilms von Disney

Sogenannte B-Bots, Tic-Tac-förmige, circa ein Meter große Roboter, sind in dem Film „Ron läuft schief“ die ständigen Begleiter von Kindern. Einmal die Hand aufgelegt und schon lädt dieser alle Daten über „sein“ Kind aus dem Internet herunter. Er „lernt“ quasi, wie er der beste Freund seines Besitzers wird. Diese Informationen nutzt er auch, um Menschen zu suchen, die ähnliche Interessen wie sein Besitzer haben, und schickt diesen Freundschaftsanfragen. Dabei ist er auch in anderen Belangen eine Art Dienstleister. Er macht Selfies, streamt Videos und kann auch die Farbe wechseln, um sich dem Wunsch seines Kindes anzupassen. Er ist somit eine Mischung aus Roboter, Social Media und Handy. Das ganze Sozialleben wird quasi von dem B-Bot gelenkt und beeinflusst. Wer keine Gemeinsamkeiten mit jemandem hat, dem wird auch keine Freundschaftsanfrage geschickt.

In dieser Welt lebt Barney. Er ist Teenager und der Einzige in seiner Schule, der keinen B-Bot besitzt. Folglich fällt es ihm schwer, Freunde zu finden. Eines Tages bekommt er aber doch einen. Sein Name ist Ron. Doch Ron hat aufgrund eines Defekts einige „Macken“ und ist nicht wie die anderen B-Bots. Er hat keine Programmierung und muss erst auf altmodische Art und Weise lernen, was es heißt, ein Freund für Barney zu sein.

Neben vielen, sich wiederholenden Scherzen hat der Film auch gesellschaftskritische Momente. So werden vor allem die Themen: Macht der sozialen Medien, Auswirkungen von Cyber-Mobbing, Daten-Gier von Unternehmen und das Abstumpfen gegenüber echten Dingen im Leben angesprochen. Und das nicht nur unterschwellig, aber auch nicht aufdringlich. Beispielsweise ist zu sehen, dass eine Mitschülerin von Barney wegen einem Video von sich gemobbt wird, was dazu führt, dass sie sich in den Schlaf weint. Es gibt auch eine Situation, in der der Chef einer Technologiefirma seine Mitarbeiter beauftragt, auf die Kameras aller B-Bots zuzugreifen, um nach dem „defekten“ Ron zu suchen, damit er aus dem Verkehr gezogen werden kann. Ein typischer Kinderfilm-Bösewicht also, welcher sich mehr um die Kurssteigerung der Firmenaktie und das Firmenimage sorgt, als um Menschen. Ein wenig überspitzt und klischeehaft, aber die Kernbotschaft kommt bei der Darstellung gut rüber.

Gesellschaftskritischer und humorvoller Film für die ganze Familie

Besonders amüsant sind die Macken und die Tollpatschigkeit des B-Bots Ron, die einem das ein oder andere Mal einen Lacher von den Lippen locken. Der Film erinnert ab und zu an den Film „Baymax – Riesiges Robowabohu“ von 2014. Vermutlich, da Ron, wie der Roboter Baymax, rundlich, weiß und verpeilt, aber dennoch liebenswert ist. Auch wenn der Film ab sechs Jahren freigegeben ist, hat er auch für Jugendliche und jung gebliebene Erwachsene einige tiefe Momente, bei denen man mitfühlen kann. Beispielsweise, wenn Hauptcharakter Barney ganz alleine auf einer Bank im Schulhof sitzt und niemand mit ihm reden will.

Das Umfeld, in dem der Film spielt, erinnert in einigen Punkten an die reale Welt. Der Technologie-Konzern, der ein neues Produkt auf den Markt bringt erinnert an Apple oder Facebook. Dass Kinder mit ihren B-Bots Online-Spiele spielen oder Bilder, Videos anschauen und Likes verteilen, ist heutzutage mit Smartphones, YouTube und Social Media nicht anders. Einziger Unterschied zur realen Welt ist, dass im Film Freundschaften nur noch mit den B-Bots zustande kommen. In diesem Kontext überspitzt der Film die realen Geschehnisse an einigen Stellen und kritisiert diese somit in gewissem Maße. Andererseits sind die B-Bots am Ende des Films noch immer Teil der Gesellschaft, nur dass schließlich jeder B-Bot wie Ron seinen eigenen Willen hat und damit dazu beiträgt, dass man nicht nur Gemeinsamkeiten haben muss, um befreundet zu sein. Das zeigt, dass man auf der einen Seite lernen sollte, mit neuen Technologien umzugehen, andererseits das aber verantwortungsbewusst tun sollten. Zwischenmenschliche Beziehungen sind mehr als nur Likes und Gemeinsamkeiten.

Alles in allem ist es ein typischer Gute-Laune-Film für die ganze Familie, aber mit einigen tiefen Botschaften. Vor allem geht es aber um eines: Wahre Freundschaften benötigen keine offensichtlichen Gemeinsamkeiten. Gerade unsere Unterschiede und Fehler machen uns zu liebenswerten Personen.

Von: Marc-Lukas Seidlitz

Der Disney-Film „Ron läuft schief“ ist seit dem 28. Oktober in den Kinos zu sehen und hat eine Gesamtlaufzeit von circa 106 Minuten.

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