Am Dienstag gibt es im Vatikan eine Filmpremiere der besonderen Art. In einer Privataufführung wird Medienberichten zufolge „Aldeas“ gezeigt, eine Dokumentation, die Martin Scorsese produziert hat. Das Datum ist nicht zufällig gewählt. Vor einem Jahr starb Papst Franziskus, dessen Lebenswerk sich der Film widmen soll. Wie etwa „Variety“ berichtet, steht die von Franziskus gegründete Bewegung „Scholas Occurrentes“ im Mittelpunkt. Die Organisation will laut „Vatikan News“ mithilfe von Technologie, Kunst und Sport die soziale Integration von Kindern und Jugendlichen aus armen Verhältnissen fördern. Für eine zugrundeliegende Stiftung setzte sich Franziskus bereits als Erzbischof von Buenos Aires ein, damals noch unter dem Namen Jorge Mario Bergoglio.
Besonderes Interview mit dem Papst
Die Dokumentation wurde in Italien, Indonesien, Gambia und im Vatikan gedreht. Außerdem soll darin ein bisher nicht gehörtes Bekenntnis des Papstes zu hören sein, das er kurz vor seinem Tod abgegeben hat. Die erste Vorführung wird nur wenige Meter von dem Ort entfernt stattfinden, wo Franziskus seinen Lebensabend verbracht hat und verstorben ist.
In einem Video zum Film spricht Scorsese über seine besondere Beziehung zu Franziskus. Er habe ihn über die Jahre immer besser kennengelernt und ihn „geliebt“. Der Papst sei der Kunst besonders verbunden gewesen. Er selbst habe Scorsese eingeladen, das Projekt zu „Aldeas“ zu leiten.
Regisseur mit Faible fürs Religiöse
Der Regisseur hat sich im Laufe seiner Karriere immer wieder auch mit religiösen Stoffen beschäftigt. In einer achtteiligen Dokumentation thematisierte er jüngst etwa christliche Heilige. Bereits vor drei Jahren gab er bekannt, einen Film über Jesus zu planen. 1988 erschien „Die letzte Versuchung Christi“. Der Film zeigt Jesus als zweifelnden Menschen, der den Tod am Kreuz verweigert und stattdessen eine Familie gründet. In „Silence“ (Stille) aus dem Jahr 2016 thematisiert Scorsese die Situation verfolgter Christen im Japan des 17. Jahrhunderts.
Scorsese zählt zu den einflussreichsten Regisseuren des zeitgenössischen Kinos. Seine Werke wurden mit dem Oscar, dem Golden Globe Award, der Goldenen Palme, einem goldenen Bären und anderen internationalen Filmpreisen ausgezeichnet. Wann und wie „Aldeas“ in Deutschland zu sehen sein wird, ist noch nicht bekannt.