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Rachel: Christen in Indien besser schützen

Die Bundesregierung muss Christen in Indien besser schützen, fordert Unionspolitiker Thomas Rachel. Anlass ist die Ausweisung von sechs Deutschen wegen unerlaubter missionarischer Aktivitäten und die Inhaftierung zweier Inder.
Von Anna Lutz
Thomas Rachel

Foto: Tobias Koch

Thomas Rachel: „Bundesregierung muss Maßnahmen ergreifen“

„Die Bundesregierung muss Maßnahmen ergreifen, damit auch künftig religiöse Gruppen ungehindert Indien besuchen und Kontakte zu indischen religiösen Gruppen – auch christliche Gruppen – vor Ort wahrnehmen und pflegen können.“ Das hat der religionspolitische Sprecher der Union, Thomas Rachel, am Montag gefordert.

Anlass ist die Ausweisung einer Gruppe deutscher Kirchenmitarbeiter Ende Oktober. Sechs Mitglieder einer Delegation der zur Evangelischen Kirche gehörenden Gossner-Mission waren von den indischen Behörden des Landes verwiesen worden. Wie die Bundesregierung auf Anfrage von Rachel einräumt, nannten die Behörden als Grund für die Ausweisung unerlaubte missionarische Tätigkeiten. Des Weiteren seien ein lokaler Mitarbeiter der Gossner-Mission und ein Pfarrer aus dem Bundesstaat Assam inhaftiert worden. Beide hatten die Delegation begleitet.

Regierung ist besorgt

Auf die Aufforderung Rachels, religiöse Gruppen in Indien besser zu schützen und Begegnungen zu ermöglichen, verteidigte sich die Bundesregierung: Die deutsche Botschaft in Neu Delhi habe am 10. November gegenüber dem Generalsekretär der Nationalen Menschenrechtskommission Indiens die Besorgnis der Bundesregierung über den Vorfall ausgedrückt. Darüber hinaus habe das Auswärtige Amt einen Tag später darüber mit der Gesandtin der indischen Botschaft in Berlin gesprochen und stehe mit der Gossner-Mission im Austausch. Zuletzt sei die Ausweisung und Inhaftierung auch Thema im Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen gewesen.

Laut dem Hilfswerk Open Doors gehört Indien zu den Staaten der Welt, in denen Christen am stärksten bedrängt werden. Die NGO listet den Staat auf Platz 10 der größten Christenverfolger. Die Rechte christlichen Gemeinschaften in Indien würden vor allem durch extremistische Hindus verletzt. Christliche Konvertiten hinduistischer Herkunft würden unter Druck gesetzt, körperlich angegriffen und manchmal sogar getötet. Die Bevölkerung in Indien besteht zu rund 72 Prozent aus Hindus, Muslime machen knapp 15 Prozent aus, Christen etwa fünf.

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