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Pubertätsblocker erregen Gemüter

Ein Informationsportal der Regierung soll über geschlechtliche Vielfalt informieren. Jetzt sorgte das Portal allerdings für Debatten über Medikamente, die die Pubertät stoppen.
Von Norbert Schäfer
Wer nicht eindeutig männlich oder weiblich ist, hat in Österreich nun das Recht, sich als drittes Geschlecht im Personenstandsregister einzutragen
Zwei Geschlechter? Für viele Menschen ist das zu wenig Auswahl.

Ein Informationsportal des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend zu „gleichgeschlechtlichen Lebensweisen und geschlechtlicher Vielfalt“, das Regenbogenportal, hat im Netz Unmut geweckt und eine Debatte angestoßen.

Auf dem Regenbogenportal lautete es bis vor kurzem unter der Überschrift „Jung und trans-geschlechtlich“ und dem Ordnungspunkt „Pubertäts-Blocker nehmen“: „Bist du noch sehr jung? Und bist du noch nicht in der Pubertät?“ Danach erfolgt eine verkürzte Darstellung der Wirkungsweise dieser Art von Medikamenten und der Hinweis „So hast du mehr Zeit zum Nachdenken. Und du kannst in Ruhe überlegen: Welcher Körper passt zu mir?“

Dagegen regte sich Widerstand auf Twitter. „Das ist doch irre – sollte das kein Fake sein: Bundesregierung empfiehlt sehr jungen, unsicheren Menschen Pubertäts-Blocker“, kommentiert die CDU-Bundestagsabgeordnete Julia Klöckner am Mittwoch auf ihrem Twitter-Account die Information auf der Informationsseite des Ministeriums und erntet dafür gleichermaßen Zustimmung und Häme.


Unter dem Hashtag #Pubertätsblocker entfaltete sich auf Twitter eine rege Diskussion über Sinn und Unsinn des Informationsangebotes einerseits, und dem Nutzen oder Schaden von Pubertätsblockern andererseits. Auch die Redaktion des Portals und das Ministerium gerieten ins Visier. Die Vermutung wurde geäußert, dass nach Lautwerden von Kritik an den Inhalten der Regenbogen-Website nachgebessert worden sein. Die Passage „So kannst du deinen Arzt / deine Ärztin fragen, ob dir Pubertätsblocker vielleicht helfen könnten“ soll nachträglich ergänzt worden sein.

Das Ministerium bestätigte in einer Pressemitteilung vom Donnerstag, dass der Text verändert wurde. „Um Missverständnissen vorzubeugen, wurde der Text inzwischen so von der Redaktion angepasst, sodass eindeutig klar wird, dass ausschließlich Ärzte über die Notwendigkeit der Einnahme von Pubertätsblockern entscheiden“, lautet es in der Mitteilung des Ministeriums.

Auf Twitter fanden sich aber auch beizeiten Hinweise darauf, dass die jüngst bemängelten Inhalte bereits seit längerer Zeit online sind und unter der Ägide der Schwarz/Roten-Regierung veröffentlicht wurden.

Unterdessen ist Julia Klöckner auf Twitter zurückgerudert und relativierte mit einem neuen Tweet ihre Kritik von gestern. Am Donnerstag stellte die CDU-Politikerin fest, dass ihre Äußerung „zu wilden Hass- und Hetzkommentaren“ geführt hätten und „Art und Ansprache” der Darstellung auf der Webseite letztlich gezeigt hätten, dass der „Umgang mit dem Thema doch nicht so angemessen“ gewesen sei.

Das Regenbogenportal, das am Donnerstag immer wieder kurzzeitig offline war, informiert aktuell Kinder und Jugendliche „deren Körper nicht zu meinem Gefühl“ passt, auch über die Möglichkeit der Hormoneinnahme oder einer Operation. „Hormone können aber nicht alles“, heißt es dort, und weiter: „Manches geht nur mit einer Operation. Zum Beispiel die Geschlechts-Teile verändern. Für eine Operation musst du aber mindestens 18 Jahre alt sein.“

Ungeachtet der Debatte auf Twitter verweist Bild in einem Artikel unter der Überschrift „Familienministerin rät Kindern zu Pubertätsblockern“ auf den Umstand, dass die Information auf der Webseite gänzlich ohne Hinweise auf mögliche Risiken und Nebenwirkungen der Medikamente erfolgt. Am Donnerstag teilte das Ministerium mit: „Die Bundesregierung empfiehlt nicht die Einnahme von Pubertätsblockern. Die Entscheidung über die Verschreibung von Pubertätsblockern liegt im Ermessen der behandelnden Fachärzte.“

Die Zeitung lässt den Sprecher des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte, Jakob Maske, zu Wort kommen. Bei Pubertätsblockern handle es sich um „sehr starke Mittel, in der Regel Hormone“. Die Präparate hätten nicht nur Auswirkungen auf die Ausbildung der äußerlichen Geschlechtsmerkmale, sondern könnten das gesamte Wachstum beeinträchtigten.

Die Zeitung wollte von der zuständigen Ministerin, Lisa Paus (Grüne) wissen, ob die Inhalte des Informationsangebotes ihrer persönlichen Meinung entsprechen. Das Ministerium verwies demnach auf die inhaltliche Eigenständigkeit der Redaktion des Regenbogenportals.

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4 Antworten

  1. Wie ekelhaft.
    Kinder zur Einnahme von Hormonen zu animieren, sollte unter Strafe gestellt werden. Die eingesetzten Medikamente werden zT als chemische Kastration von Sexualstraftätern eingesetzt.
    Und nein, die Pubertät kann nicht einfach verschoben werden – so wie das Kinderkriegen. Es gibt Komplikationen!
    Wegen Menschenfurcht die biologische Wahrheit auszusprechen, werden so Kinder dazu animiert, lebenslang Medikamente einzunehmen. Ein Körper einer Frau kann dauerhaft keine Testosteron aushalten, das sieht man bei weiblichen Bodybuilderinnen. Wie lange leben die?
    Ekelhaft wie Kinder hier verführt werden!

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  2. So einen Irrsinn kann man ja kaum glauben! –
    Was ist nur mit der Welt geschehen … ?

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