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Prognosencheck: Corona stand nicht in den Sternen

Auch in diesem Jahr lagen Hellseher, Wahrsager und Astrologen mit ihren Vorausdeutungen für 2020 weit daneben. Eine Pandemie wie die Corona-Krise sah niemand vorher. Dafür aber einen Riesenaffen à la King Kong und Pinguine, die Menschen auf der Straße belästigen sollten.
Von PRO
Kein Astrologe konnte anhand der Sterne die Corona-Pandemie vorhersagen

Foto: Jürgen Flächle, fotolia

Kein Astrologe konnte anhand der Sterne die Corona-Pandemie vorhersagen

Auch 2020 lagen Hellseher, Wahrsager und Astrologen mit ihren Prognosen wieder meilenweit daneben. Die Corona-Pandemie und ihre Folgen sei in den esoterischen Zukunftsprognosen nicht vorgekommen, teilte die Gesellschaft zur wissenschaftlichen Untersuchung von Parawissenschaften (GWUP) am Mittwoch in Roßdorf bei Darmstadt mit. „Prognosen beziehen sich in der Regel auf bereits bekannte Szenarien, und da gehörte eine Pandemie und ihre Folgen bisher nicht dazu“, sagte der Mainzer Mathematiker Michael Kunkel. Dieses Jahr wertete er nach Angaben von GWUP weit über 100 prognostische Texte aus Büchern, astrologischen Almanachen, Websites, YouTube-Videos, Blogs oder Presseartikeln aus.

Erst im Nachhinein habe es verschiedene astrologische Erklärungen der Pandemie gegeben, aber keinem Sterndeuter seien diese „Hinweise“ vorher aufgefallen, bemerkte Kunkel. So habe es Versuche einiger Protagonisten gegeben, irgendwelche früheren schwammigen Prognosen als Hinweis auf die Corona-Pandemie zu deuten. So habe Elizabeth Teissier für den 12. Januar ein „schlimmes Ereignis“ vorausgesagt und das im Nachhinein mit Corona in Verbindung gebracht. „Wenn man einen Prognosetreffer nachträglich wortreich erklären muss, dann kann die Prognose nicht so toll gewesen sein“, kommentierte Kunkel.

Falsche Vorhersagen auch zur US-Wahl

Die Corona-Pandemie vermasselte auch Sportprognosen: Die englische Fußballnationalmannschaft konnte kein wichtiges Turnier gewinnen, wie Nicolas Aujula vorhergesagt hatte, und auf der Webseite von Judy Hevenly verschwanden noch im Januar prognostizierte Olympiasieger. Doch es habe auch wieder skurrile Prognosen gegeben: So habe das kanadische Medium Nikki Pezaro für 2020 vorausgesagt, dass ein Riesenaffe à la King Kong auf einer einsamen Insel entdeckt werden solle, ein Roboter eine Bank überfallen und Pinguine in einer Stadt die Menschen belästigen würden.

Einfacher waren die Prognosen zur US-amerikanischen Präsidentenwahl. Hevenly, der Leipziger Palmblattdeuter Thomas Ritter und der Fernsehprediger Pat Robertson sahen Trumps Sieg voraus, Robertson sogar mit folgendem Weltuntergang. Der Astrologe Dincer Güner prognostizierte seine Abwahl, andere (Hevenly, Pezaro, Hellseher Craig Hamilton-Parker) waren sicher, dass Joe Biden nicht antreten würde. Jedes denkbare Szenario sei vorhergesagt worden, aber laut Kunkel fehlte nur eine Prognose: „Dass Trump das Ergebnis der Wahl in vielen Bundesstaaten vor Gericht anfechten würde, hat meines Wissens niemand prophezeit.“

Von: epd

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