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Prantl: Unverhältnismäßige Grundrechtseingriffe anprangern

Deutliche Worte des Journalisten und Juristen Heribert Prantl: Es sei Aufgabe der Presse, „unverhältnismäßige Grundrechtseingriffe anzuprangern und nicht als Beitrag zur Volksgesundheit schönzureden“.
Heribert Prantl ist Journalist und Katholik. Er leitete unter anderem mehrere Jahre das Meinungsressort bei der Süddeutschen Zeitung.

Foto: pro/Nicolai Franz

Heribert Prantl gilt als einer der wichtigsten Kommentatoren der vergangenen Jahrzehnte

Der Journalist Heribert Prantl mahnt die Medien in der Corona-Krise zu einem kritischen Blick auf die Einschränkung von Grundrechten. „Die Pressefreiheit heißt Pressefreiheit, weil die Presse die Freiheit verteidigen soll“, sagte Prantl am Mittwochabend in Berlin. „Eine Demokratie kann an Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverboten sterben, so notwendig sie kurzfristig sein mögen“, warnte er.

Es sei Aufgabe der Presse, „unverhältnismäßige Grundrechtseingriffe anzuprangern und nicht als Beitrag zur Volksgesundheit schönzureden“. „Die Presse ist nicht dafür da, den Menschen den Mund zuzubinden. Sie ist dafür da, die Menschen ins Gespräch zu bringen“, sagte der Jurist Prantl, der mehr als drei Jahrzehnte lang der Redaktion der „Süddeutschen Zeitung“ angehörte, für die er weiterhin als Autor tätig ist.

Prantl sprach bei der Verabschiedung des 13. Jahrgangs der Evangelischen Journalistenschule. Die Schüler hatten ihre 22-monatige crossmediale Ausbildung bereits Ende 2020 abgeschlossen, wegen der Corona-Pandemie war die Abschlussfeier jedoch mehrfach verschoben worden.

Derzeit ist der Schulbetrieb ausgesetzt, die Zukunft der Schule ungewiss. Angesichts drastischer Einsparungen der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) infolge sinkender Mitgliedszahlen und Steuereinnahmen steht die journalistische Ausbildung unter dem Dach der evangelischen Kirche in der bisherigen Form infrage. Träger der
Journalistenschule ist das Gemeinschaftswerk der Evangelischen Publizistik (GEP), zu dem auch die Zentralredaktion des Evangelischen Pressedienstes (epd) gehört.

Prantl warb energisch für den Weiterbetrieb der Journalistenschule: „Diese Schule verkörpert Haltung; deshalb werbe ich für ihre Erhaltung.“ „Die evangelische Kirche wäre von allen guten Geistern verlassen, sie wäre vom Heiligen Geist verlassen, wenn sie diese Evangelische Journalistenschule nicht weiterbetreiben würde“, sagte Prantl.

Angesichts der Umbrüche in der Medienbranche warnte er vor „journalistischer Heulsuserei“, die lamentiere, dass es nur immer schlechter werde. Die Zukunft des Journalismus liege im Qualitätsjournalismus. Auch wenn sich der Journalismus vom Papier löse, löse er sich nicht auf. „Das Internet ist nicht der Tod des Journalismus“, sagte Prantl. Es ermögliche seine „wunderbare Weiterentwicklung“ und sorge für die globale horizontale Verbreiterung des Wissens.

epd
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3 Antworten

  1. Die Forderung ist berechtigt, nur scheint es ja selbst in der eigenen Zeitung (SZ) nicht zu funktionieren.

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  2. Eine Demokratie kann an Ausgangsbeschränkungen und Kontaktverboten sterben, so notwendig sie kurzfristig sein mögen“, warnte er.

    das glaubt doch wohl nur Herr P., der ist sicher auch noch gegen Impfen! Daran stirbt auch noch die Demokratie?

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Kommentare sind geschlossen.

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