Das christliche Medienmagazin

„Niemand darf das Existenzrecht Israels in Frage stellen“

Die Evangelische Allianz hat sich aufgrund vieler antisemitischer Ausschreitungen am vergangenen Wochenende gegen Judenhass positioniert. Der Politik-Beauftragte Uwe Heimowski fand auch in den Sozialen Medien klare Worte.
Von Swanhild Zacharias
Share on facebook
Share on twitter
Share on linkedin
Share on whatsapp
Share on email

Foto: pro/Martin Schlorke

Am 15. Mai kam es vielerorts zu antisemitischen Demonstrationen, wie hier in Berlin auf einer pro-palästinensischen Kundgebung

Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) hat die antisemitischen Vorfälle der vergangenen Tage in Deutschland und einseitige Israelkritik in einer Stellungnahme kritisiert. „Jesus Christus war Jude. Das verpflichtet Christen in besonderer Weise, sich an die Seite unserer jüdischen Mitbürgerinnen und Mitbürger zu stellen“, heißt es darin. „Wir verurteilen jede Form von verbaler, symbolischer oder tatsächlicher Gewalt. Nie wieder dürfen in Deutschland jüdische Menschen, ihre Gotteshäuser und andere Einrichtungen Ziele von Gewalttaten werden.“ Die Bundesregierung müsse Juden in Deutschland schützen. Die DEA wende sich laut Pressemitteilung auch gegen ideologisch begründeten Antisemitismus, der derzeit vielfältig von islamistischen Gruppen ausgehe. Dieser Antisemitismus werde jedoch auch von Gruppen der Neuen Rechten und von Linksextremisten befördert.

Zu den Auseinandersetzungen im Nahen Osten heißt es in der Stellungnahme: „Als souveräner Staat hat Israel das Recht, sich und seine Bürger gegen Angriffe zu verteidigen.“ Trotzdem müsse alles unternommen werden, um den Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern friedlich zu lösen.

Die DEA bezieht sich auch auf Verschwörungstheorien, die im Zuge der Corona-Pandemie verbreitet wurden und von einer jüdischen Weltverschwörung reden. „Diese aberwitzigen Mythen stellen nicht selten die geistige Grundlage für Antisemitismus dar. Wir fordern Christen auf, der Verbreitung solcher Inhalte entschieden entgegenzutreten.“ Die Evangelische Allianz rief außerdem zum Gebet für Menschen im Nahen Osten auf. Die Stellungnahme unterzeichneten der Erste Vorsitzende der Evangelischen Allianz in Deutschland, Ekkehart Vetter, der Zweite Vorsitzende Siegfried Winkler, Generalsekretär Reinhardt Schink und Uwe Heimowski, Beauftragter am Sitz des Deutschen Bundestags und der Bundesregierung.

Heimowski äußerte sich auch in einem Video auf Facebook und YouTube, das er am Holocaust-Denkmal in Berlin aufzeichnete, zu den Ausschreitungen der vergangenen Tage. „Nie wieder darf geschehen, was die Nazis in Deutschland und Europa angerichtet haben“, sagte er. Damals seien sechs Millionen Juden ermordet worden. „Wenn dieser Tage Israelflaggen brennen und antisemitische Sprüche unverhohlen über die Straßen in Deutschland und anderen Ländern gegrölt werden, dann weisen wir das in aller Deutlichkeit zurück.“

Jeder Jude weltweit habe das Recht, nach Israel einzuwandern. Wenn Antisemitismus neu aufkeime, dann sei Israel der Zufluchtsort für Juden. „Deswegen darf niemand das Existenzrecht Israels in Frage stellen.“ Das bedeute natürlich nicht, dass alle politischen Maßnahmen in Israel richtig seien. Waffengewalt solle auch nur die „ultima ratio“ sein. Die Allianz wünsche Jerusalem Frieden und dass der Raketenbeschuss aus Gaza und die Vergeltungsmaßnahmen aus Israel so schnell wie möglich aufhören.

Schreiben Sie einen Kommentar

4 Antworten

  1. Alles gut, aber ich vermisse konkrete Schritte, warum ruft die DEA nicht zu Pro-Israel Veranstaltungen auf.
    Jetzt sollten Christen laut und sichtbar an der Seite Israels stehen.
    Es ist demütigend, muslimische Migranten dominieren auf unseren Straßen und schreien ihre antisemitischen Parolen hinaus und begehen damit oftmals eine Straftat. Wo aber bleibt der Protest der Gläubigen. Auf Deutschlands Jugend möchte ich gar nicht weiter eingehen, sonst bei jedem Anflug von Ungerechtigkeit im Empörungsmodus, Schweigen im Walde !

    1. Auch, wenn ich mich an dieser Stelle eigentlich mit den jüngsten antisemitischen Vorkommnissen auseinandersetzen wollte, bringt mich dieser Kommentar dazu eine andere Problematik mit ins Spiel zu bingen. Wer sich gegen Antisemitismus ausspricht, aber im selben Zug zu rassistischen Weltbildern greift, sollte sich meines Erachtens zunächst doch eher mit Grundsätzlichen Fragen der Menschlichkeit auseinandersetzen. Der Satzt “Es ist demütigend, muslimische Migranten dominieren auf UNSEREN Straßen und schreien ihre antisemitschen Parolen hinaus und begehen damit oftmals Straftaten.” scheint mir hier eine Kritik am Antisemitismus durch Rassismus zu ersetzen. Viele Menschen mit Migrationshintergrund haben die deutsche Staatrbürgerschaft, es sind also genaugenommen ihre Straßen und ich finde die Frage ebenfalls berechtigt, warum zugewanderten Menschen diese Straße nicht auch gehören sollten. Des Weiteren suggeriert der Satz alle muslimischen Menschen seien antisemitisch und begehen vermehrt Straftaten. Dieser Sichtweise möchte ich doch sehr entscheiden Widersprechen!

    1. @ Maik
      Haben sie den nicht bereits? In Jordanien hat die Hälfte der Bevölkerung palästinensische Wurzeln.
      Das Westjordanland war bis zum Sechstagekrieg unter jordanischer Herrschaft.
      Zettelt man einen Krieg an und verliert ihn, geht das oft mit Gebietsverlusten einher, so geschehen auch mit diesem Landstrich. Samaria und Judäa wird als “biblisches Kernland” bezeichnet.
      Den Konflikt kann man ohne Einbeziehung religiöser Aspekte nicht verstehen.
      Menschliche Gefühlslagen und Gerechtigkeitsempfinden greifen hier zu kurz .
      Land und Leute sind fest verwoben in einen göttlichen Heilsplan !

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell