Neue „Demenzbibel“ vorgestellt

Damit Demenzkranke biblische Inhalte erleben können, gibt es jetzt eine Bibel für diese Zielgruppe. Die Stiftung Marburger Medien hat sie am Montag in Mittelhessen vorgestellt. Ziel sei es, den Menschen Glaube, Hoffnung und Zuversicht zuzusprechen.
Von Naemi Frick und Johannes Blöcher-Weil
Der Vorstandsvorsitzende der Stiftung Marburger Medien, Karsten Hüttmann (re.) und der Leiter der Unternehmenskommunikation der DGD Stiftung, Andreas Schmidt stellen die neue Bibel vor

Die „Demenzbibel“ ist eine Teilbibel, die hauptsächlich aus Texten des Lukasevangeliums besteht. Bunte Bilder begleiten die in einfacher Sprache gekürzten Bibeltexte. Das Ziel: Durch vertraute Geschichten Kindheitserinnerungen der Erkrankten wecken. Deswegen hat die Stiftung Marburger Medien auch das Lukasevangelium mit vielen bekannten Gleichnissen ausgewählt.

Karsten Hüttmann, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Marburger Medien, gibt zu, dass die Kürzung der Bibelgeschichten aus theologischer Sicht nicht einfach gewesen sei: „Wenn wir aber bedenken, dass Demenzkranke in Bibelgeschichten eintauchen können und Erinnerungen aufkommen, dann hilft das bei der Entwicklung der Texte.“ Neben Texten aus dem Lukas-Evangelium sind in ihr auch das Vaterunser aus dem Markusevangelium und Psalm 23 zu finden.

Aufgekommen sei die Idee einer Teilbibel für dementiell vorerkrankte Menschen, als sich die Initiatoren Gedanken über aktuelle gesellschaftliche Themen gemacht haben. Laut Hüttmann gewinne das Thema alternde Gesellschaft und damit auch Demenz immer mehr an Bedeutung. Die Bibel soll sowohl Erkrankten als auch Pflegern und Angehörigen etwas Sinnvolles in die Hand geben.

„Menschen eine Würde geben“

„Viele Demenzkranke hatten als junge Menschen Kontakt zu Kirche und Glaube. Die Bibel soll helfen, Erinnerungen zu wecken und mit dementen Menschen ins Gespräch zu kommen, ihnen Mut zu machen und Trost zu spenden. Das sind alles Menschen, die eine Würde haben und intensiv in der Gegenwart leben“, betonte Hüttmann. „Eine Würde im Hier und Jetzt“. Das dürfe man nicht vergessen.

Von der Idee bis zur Umsetzung dauerte das Projekt etwa zwei Jahre. In der Entstehung war der Demenz-Experte Norbert Rose eingebunden. Er hatte auch empfohlen, Sinnabschnitte auf eine Doppelseite zu drucken, da das Umschlagen für Demenzkranke oft einen Neuanfang suggeriere.

Umgesetzt werden konnte das Projekt auch dank der Unterstützung verschiedener Stiftungen, wie der Veronika-Stiftung oder dem EKD-Medienfonds. Das Vorhaben sei für die Marburger Medien „Neuland“ gewesen, erklärt Hüttmann. In der ersten Auflage wurden 30.000 Bibeln gedruckt: „Im gesamten Entstehungsprozess haben wir viel Zuspruch für das Projekt erhalten.“

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