Das christliche Medienmagazin

Mohammed-Karikaturist Kurt Westergaard ist tot

Der Karikaturist Kurt Westergaard ist tot. Er starb im Alter von 86 Jahren. Berühmtheit erlangte er durch seine Zeichnung des Propheten Mohammed. Dafür wurde er ausgezeichnet und erhielt Todesdrohungen.
Von Martin Schlorke
Kurt Westergaard (Archivbild)
Kurt Westergaard, 1935 – 2021

Der dänische Zeichner Kurt Westergaard ist tot. Er starb im Alter von 86 Jahren nach langer Krankheit, wie die Zeitung Berlingske unter Berufung auf seine Familie meldete.

Westergaard wurde 2005 weltberühmt, als die dänische Zeitung Jyllands-Posten eine Karikatur von ihm veröffentlichte, die den Propheten Mohammed mit einer Bombe im Turban zeigt. Der Titel der Zeichnung lautete „Das Gesicht Mohammeds“. Wenige Monate später brachen vor allem in mehrheitlich muslimischen Ländern antidänische Proteste aus. Ziel der gewaltsamen Proteste waren immer wieder die Botschaftsgebäude Dänemarks. Dutzende Menschen kamen bei den Massenprotesten ums Leben. Die Veröffentlichung der Karikatur stürzte Dänemark in die schwerwiegendste außenpolitische Krise seit dem Zweiten Weltkrieg.

Seitdem stand Westergaard unter ständigem Polizeischutz. Mehrere geplante Attentate konnte der dänische Geheimdienst PET verhindern. Ein somalischer Asylbewerber, der trotz aller Sicherheitsvorkehrungen am Neujahrstag 2010 mit einer Axt bewaffnet ins Haus von Westergaard eindringen konnte, wurde zu neun Jahren Haftstrafe verurteilt.

Preis für Meinungsfreiheit

Neben den gewaltsamen Protesten löste der „Karikaturenstreit“ eine Diskussion um Meinungsfreiheit aus. Westergaard entschuldigte sich Zeit seines Lebens nicht für die Karikatur. Regelmäßig sagte er: „Ich habe nichts Falsches gemacht, ich habe mich an das gehalten, was in Dänemark gilt. Hier haben wir das Recht zu wählen, seine Meinung zu äußern und zu demonstrieren.“

2010 erhielt er den Potsdamer Medienpreis. Überreicht wurde er von Kanzlerin Angela Merkel. Im Rahmen der Feierlichkeiten sagte Merkel: „Die Toleranz ist ihr eigener Totengräber, wenn sie nicht vor Intoleranz schützt.“ Religionsfreiheit meine eben nicht, dass im Zweifelsfall die Scharia über dem Grundgesetz stehe. Respekt bedeute nicht Unterwerfung.

Respekt vor Jesus

In einem Interview mit der Zeit bezeichnet Westergaard sich selbst als Atheisten, der frei von religiösen Problemen sei: „Ich habe keinen Gott. Ich muss niemandem dankbar sein.“ Er habe auch keine Probleme damit, über Jesus zu lachen: „Er hat seine sehr moralische Geschichte erzählt, darum habe ich großen Respekt vor ihm. Aber ich kann Jesus nicht als Sohn Gottes anerkennen, nur als ungewöhnlichen Menschen. Doch ich werde alle unterstützen, die in ihrer Religion bedroht sind“, so Westergaard.

Ihr Beitrag für christliche Werte in den Medien
Bei PRO sind alle Beiträge frei zugänglich und kostenlos - und das wird auch so bleiben. PRO finanziert sich durch freiwillige Spenden.

Wir arbeiten in der PRO-Redaktion jeden Tag dafür, Ihnen solide Informationen zu liefern über Themen, die Sie interessieren.

Nur mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin den christlichen Journalismus bieten, den Sie von PRO kennen.

Viele PRO-Leser helfen schon mit. Sind Sie dabei?

Schreiben Sie einen Kommentar

Bitte beachten Sie unsere Kommentar-Richtlinien. Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahren Sie mehr darüber, wie Ihre Kommentardaten verarbeitet werden.

Offline, Inhalt evtl. nicht aktuell

PRO-App installieren
und nichts mehr verpassen

So geht's:

1.  Auf „Teilen“ tippen
2. „Zum Home-Bildschirm“ wählen