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„Mein Glaube hilft mir, das Beste zu geben“

Warum es besonders für Politiker wichtig ist, einen klaren Wertekompass zu haben, erklärte die FDP-Politikerin und Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, Nicola Beer, beim Kongress christlicher Führungskräfte. Der ehemalige Top-Manager Thomas Middelhoff gab Tipps, wie man aus der Corona-Krise positiv hervorgehen kann.
Von Swanhild Zacharias
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Foto: PRO/Anne Klotz
Nicola Beer (FDP) ist Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments

In der aktuellen Krise stehe die Politik unter besonderem Druck und besonderer Beobachtung. Das sagte Nicola Beer (FDP), Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments, beim Kongress christlicher Führungskräfte (KcF). Bei vielen Fragen rund um die Corona-Pandemie gebe es oft kein Richtig oder Falsch, zum Beispiel bei der Frage nach der Impfpriorisierung, dem Lockdown oder dem Öffnen oder Schließen von Schulen. Man müsse Entscheidungen nach bestem Wissen und Gewissen und verantwortlich fällen. Dazu brauche es Orientierung und einen klaren Wertekompass, sagte Beer.

Ihr selbst helfe dabei der christliche Glaube. „Mein Glaube hilft mir, das Beste zu geben“, sagte sie. In stressigen Momenten halte sie inne und besinne sich auf Gott. Der Glaube gebe ihr außerdem die nötige Freiheit, verantwortungsvolle Entscheidungen zu treffen.

Beer: Auf Gottesbezug nicht verzichten

Beer erklärte zudem, die ethische Basis des Zusammenlebens unterschiedlicher Kulturen in Europa basiere auf christlich-jüdischer Tradition, insbesondere auf den Zehn Geboten. „Das sind unsere kulturellen Wurzeln.“ Es sei wichtig, dass sich alle Menschen der pluralen, europäischen Gesellschaft für ein gelingendes Zusammenleben an die Werte, die auf den Zehn Geboten basierten, hielten. „Ich verstehe, wenn Menschen an altbekannten Traditionen und Sprachen festhalten“, sagte Beer im Hinblick auf Migranten. Außerhalb der eigenen vier Wände funktioniere das Zusammenleben jedoch nur, wenn man sich an gemeinsame Werte halte.

In diesem Zusammenhang verteidigte Beer auch den Gottesbezug in der Präambel des Grundgesetzes. Es gebe oft Diskussionen darüber, ob er noch zeitgemäß sei. „Der Gottesbezug ist Ausdruck der irdischen Fehlbarkeit“, sagte sie. Er zeige, dass „eine werteorientierte Gesellschaft aus mehr besteht, als aus Buchstaben in Gesetzen“. Beer verwies auf den Bibelvers aus Matthäus 7, 20, in dem es heißt: „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen.“

Pandemie zeigt Schwachstelle Digitalisierung

Der ehemalige Topmanager Thomas Middelhoff sprach beim KcF darüber, wie man aus Krisen positiv gestärkt hervorgehen kann. „Die Pandemie hat gezeigt, dass das Leben unberechenbar ist. Die gewohnte Ordnung ist außer Kraft gesetzt“, sagte der ehemalige Vorstandsvorsitzende der Konzerne Bertelsmann und Arcandor. Doch in jeder Krise liege auch eine Chance. Das habe sich zum Beispiel daran gezeigt, dass viele Gastwirte während der Schließungen neue Geschäftsmodelle wie Take-Away- oder Lieferservices etabliert hätten. Andere Einzelhändler hätten Click-and-Buy-Konzepte erarbeitet. Viele Unternehmer hätten trotz hoher materieller Einbußen die Chancen entdeckt.

Die Pandemie habe zudem auch Schwachstellen aufgedeckt, vor allem bei der Digitalisierung in Deutschland. „Wir müssen feststellen, dass in Bereichen der staatlichen Organisation die Digitalisierung noch nicht angekommen zu sein scheint“, sagte Middelhoff. Als Beispiel nannte er, dass die Corona-Infektionszahlen, die zum Beispiel die Gesundheitsämter an das RKI liefern, häufig immer noch per Fax übermittelt würden. Auch die Schulsysteme seien nicht optimal auf eine Digitalisierung des Unterrichts vorbereitet, habe sich gezeigt.

„Glaube an Gott weist den Weg“

Ihm selbst habe es geholfen, sich in Krisen auf die sogenannten Kardinaltugenden Klugheit, Mäßigung, Tapferkeit, Ehrlichkeit und Demut zu besinnen. „Man kann sie auch als Rüstzeug in der aktuellen Krise zu Rate ziehen“, sagte der ehemalige Manager. Middelhoff wurde 2014 wegen Steuerhinterziehung und Veruntreuung zu drei Jahren Haft verurteilt. Im Gefängnis fand er zu Gott und ist seit seiner Entlassung unter anderem als Buchautor tätig.

Auch der Dreiklang aus Glaube, Liebe und Hoffnung helfe, die Situation durchzustehen: „Der Glaube, dass Gott den Weg weist. Die Hoffnung, dass wir den Weg aus der Krise finden. Die Liebe, die darauf ausgerichtet ist, dass man in der Krise das Wohl der Mitmenschen nicht aus den Augen verliert.“

Wegen der Corona-Pandemie findet der „Kongress christlicher Führungskräfte“ in diesem Jahr komplett digital vom 18. bis 19. Juni statt, die Teilnahme ist kostenlos. Der nächste Kongress als Präsenzveranstaltung soll im April 2023 in Berlin stattfinden. Zum letzten Kongress 2019 in Karlsruhe kamen 3.250 Teilnehmer. Veranstalter ist die Evangelische Nachrichtenagentur Idea.

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2 Antworten

  1. “Mein Glaube hilft mir, das Beste zu geben”? – und dann für den Pro-Abtreibungs Matic-Bericht gestimmt? Unglaubwürdig!

    1. Der Westen ist doch so stark von der einstigen christlichen Sexualmoral entfernt, nach der wir einst lebten, daß man nur noch auf ein Wunder hoffen kann — oder aufs Ende.

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