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„Über die Botschaft von Jesus Christus kann man nicht oft genug sprechen“

Das Festhalten am Glauben hat dem Unternehmer Heinrich Deichmann in der Corona-Krise besonders geholfen. Das sagte er beim „Kongress christlicher Führungskräfte“. Der Firmenchef wünscht sich, dass die Menschen ein Stück demütiger aus der Pandemie herausgehen.
Von Swanhild Zacharias
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Foto: PRO/Nicolai Franz
Der Unternehmer Heinrich Deichmann (Archivbild) geht mit seinem christlichen Glauben offen um

„Als Christ weiß ich, dass ich die größten Sorgen und Probleme bei Gott abgeben kann.“ Das sagte der Schuh-Unternehmer Heinrich Deichmann auf dem „Kongress christlicher Führungskräfte“ (KcF), der in diesem Jahr komplett digital stattfindet. Besonders in der Corona-Krise sei es für ihn sehr wichtig gewesen, dass „ich die Dinge Gott anbefehlen konnte“. Schon seit Jahren starte er seinen Tag mit Bibellesen und Gebet. Das habe ihm auch in der aktuellen Situation geholfen.

Die Auswirkungen der Pandemie für den Einzelhandel seien zunächst „ein Schock“ gewesen. Der erste Schreck habe eingesetzt, als pandemiebedingt keine Ware aus Asien mehr eingetroffen sei. „Dass dann alle Läden schließen mussten, hätte ich mir in den kühnsten Träumen nicht ausgedacht“, sagte Deichmann in dem Interview mit Moderatorin Doro Plutte per Videokonferenz. Deichmann sagte in diesem Zusammenhang auch, er sei mit dem politischen Mangement in Deutschland „nicht ganz glücklich“ gewesen. „Man hat viele Monate zu wenig getan, um mit der zweiten und dritten Welle fertig zu werden.“ Außerdem habe man viel zu spät mit den verpflichtenden Tests begonnen.

Mit mehr Demut aus der Pandemie gehen

Bei Deichmann sei kein Mitarbeiter pandemiebedingt entlassen worden. Das Unternehmen habe zudem das Kurzarbeitergeld auf 90 Prozent des üblichen Gehaltes aufgestockt und Mitarbeiter, die von Umsatzprovisionen leben und auf diese Zuwendung kein Anrecht hatten, anderweitig finanziell unterstützt. Der Grund für diese freiwilligen Leistungen finde sich schon im Leitspruch des Unternehmens, sagte Deichmann. Der lautet: „Das Unternehmen muss den Menschen dienen.“ Der Firmenchef erklärte: „Für unser Unternehmen muss es einen tieferen Sinn geben, als den, nur Umsatz und Gewinn zu machen.“ Das sei auch der Grund, warum Deichmann Hilfsprojekte in anderen Ländern unterhalte, wie zum Beispiel in Indien.

Für den Unternehmer ist die Corona-Krise ein Signal dafür, dass der Mensch nicht alles in der Hand habe. „Vielleicht entwickelt sich daraus ein Stück Demut“, sagte er. Die Krise könne zu einer Besinnung darauf führen, was wirklich zählt. Das zeige sich auch daran, dass Werte wie Familie oder das Zusammensein mit Freunden in den vergangenen Monaten einen höheren Stellenwert bekommen hätten als vor der Pandemie.

Lieferkettengesetz: „Gut, dass es jetzt Regeln gibt“

Auf die Frage, warum er so offensiv mit seinem Glauben umgehe, sagte Deichmann: „Der Glaube ist für mich Lebensgrundlage. Meine Werte und Zielvorstellungen basieren darauf. Die Botschaft von Jesus Christus und seine Liebe sind so unglaublich wichtig, dass man gar nicht oft genug darüber sprechen kann.“

Die Teilnehmer hatten per Chat die Möglichkeit, selbst Fragen zu stellen. Eine von ihnen behandelte das neue Lieferkettengesetz, das Unternehmen zur Achtung von Menschenrechten bei ihren Zulieferfirmen und Handelspartnern im Ausland verpflichtet. Seine Firma habe das Gesetz begrüßt, sagte Deichmann. Bei Deichmann gebe es schon lange einen sogenannten „Code of Conduct“, nach dem in den Fabriken gearbeitet werde und dessen Einhaltung regelmäßig geprüft werde. „Gut, dass es jetzt Regeln gibt, die alle einhalten müssen.“

Außerdem beantwortete er die Frage, warum er als sozial engagierter Unternehmer in Asien, insbesondere in China produzieren lasse. Es gehe dabei nicht um niedrige Löhne. Zu den Billiglohnländern gehöre China schon lange nicht mehr. Stattdessen gehe es um eine besonders gute Infrastruktur, Technologie und spezialisierte Produktion. „In Europa zu produzieren, ist nur möglich, wenn man im oberen Preissegment tätig ist. In unserer Preislage ist das nicht möglich“, sagte Deichmann.

Wegen der Corona-Pandemie wird der „Kongress christlicher Führungskräfte“ in diesem Jahr komplett digital vom 18. bis 19. Juni veranstaltet, die Teilnahme ist kostenlos. Im vergangenen Jahr wurde er zunächst auf dieses Jahr verschoben, um ihn als Präsenzveranstaltung in Leipzig stattfinden zu lassen. Im Februar entschieden sich die Veranstalter wegen der anhaltenden Pandemie jedoch für die digitale Variante.

Der KcF findet seit 1999 alle zwei Jahre statt und möchte Christen und Mitarbeiter in Führungspositionen zu ermutigen, Verantwortung zu übernehmen und christliche Werte zu leben. Der nächste Kongress als Präsenzveranstaltung soll im April 2023 in Berlin stattfinden. Zum letzten Kongress 2019 in Karlsruhe kamen 3.250 Teilnehmer. Veranstalter ist die Evangelische Nachrichtenagentur Idea.

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