In der aus der Mediathek genommenen Arte-Dokumentation „Gottes missbrauchte Dienerinnen“ geht es um Vorfälle in der Katholischen Kirche

In der aus der Mediathek genommenen Arte-Dokumentation „Gottes missbrauchte Dienerinnen“ geht es um Vorfälle in der Katholischen Kirche

Lagerbildung um Doku „Gottes missbrauchte Dienerinnen“

Eine Arte-Dokumentation über sexuellen Missbrauch in der Katholischen Kirche ist wegen einer einstweiligen Verfügung aus der Mediathek verschwunden. In der Berichterstattung über die Sachverhalte haben sich in den deutschen Medien zwei Lager gebildet.

Der deutsch-französische Kultursender Arte hat am 5. März die Dokumentation „Gottes missbrauchte Dienerinnen“ ausgestrahlt. Darin geht es um Nonnen, die Priestern sexuellen Missbrauch vorwerfen. Der mit 2,5 Millionen Zuschauern für den Sender sehr erfolgreich gelaufene Film ist inzwischen laut der Süddeutschen Zeitung (SZ) wegen einer einstweiligen Verfügung aus der Mediathek verschwunden. Demnach darf die Dokumentation auch nicht mehr auf dem Sender wiederholt werden.

Eine der Protagonistinnen der Dokumentation ist Doris Wagner. Als Nonne trat sie im Jahr 2003 in den katholischen Orden „Das Werk“ ein. Sie berichtet von einer Vergewaltigung durch einen Pater und einen Übergriff ihres Beichtvaters. 2012 reichte sie eine kirchenrechtliche Klage ein. Der beschuldigte Pater verlor seinen Posten im Staatssekretariat, ist aber bis heute in der Seelsorge des Ordens tätig. Der Beichtvater zog sich nach der Anschuldigung in diesem Jahr von seinem Posten zurück.

Der beschuldigte Pater sagt, es sei einvernehmlicher Geschlechtsverkehr gewesen. Auch der Beichtvater weist bis heute die Vorwürfe von sich. Bei dem Versuch, vor weltlichen Gerichten Gerechtigkeit zu erfahren, hatte Wagner keinen Erfolg. Die Gerichte sahen keinen hinreichenden Tatverdacht. Einer der beschuldigten Priester von „Das Werk“ erwirkte am Hamburger Landgericht wegen der Dokumentation eine einstweilige Verfügung gegen Arte. Weitere einstweilige Verfügungen sind gegen Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und das Deutschlandradio im Zusammenhang mit dem Film erreicht worden.

Laut der SZ hat bei dem Fall eine Lagerbildung in den Medien stattgefunden. Medien wie die Frankfurter Allgemeine Zeitung, das Deutschlandradio und Arte zitierten Doris Wagner als „Betroffene der Gewalt und glaubwürdige Analytikerin klerikaler Strukturen“. „Konservativ-katholische Publikationen“ wie die Herder-Korrespondenz, die Tagespost oder die Nachrichtenseite kath.net legten ihren Fokus der Berichterstattung dagegen auf die Positionen der beiden Priester.

Von: Michael Müller

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