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Kurschus: Kirche tritt für das Leben ein

Die evangelische Kirche trete für das Leben ein, auch an dessen Grenzen. Das betonte die Ratsvorsitzende der EKD, Annette Kurschus, in einem Interview. In Ausnahmefällen dürfe aber auch ein Sterbewilliger nicht im Stich gelassen werden.
Von Jonathan Steinert
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Annette Kurschus
Annette Kurschus ist Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen und seit Anfang November Ratsvorsitzende der EKD

Die neue Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Annette Kurschus, hat in einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung betont, dass die EKD „klar und eindeutig“ für das menschliche Leben und seinen Schutz am Anfang und Ende eintrete. So ziele die Schwangerschaftsberatung der Kirchen darauf, ungeborenes Leben zu schützen. „Gott ruft uns Menschen ins Leben; seine Beziehung zu uns beginnt bereits im Mutterleib“, sagte sie der Zeitung. Daraus entspringe seine „unverlierbare und bedingungslose Würde“. Bei einer Schwangerschaft gehe es nie nur um einen Körper, sondern um zwei Leben. Allerdings müssten auch die sozialen Bezüge einer Schwangeren und mögliche existenzielle Konflikte ernst genommen werden. Die bisherige gesetzliche Regelung von Schwangerschaftsabbrüchen mit Fristenregelung und Beratungspflicht sieht Kurschus als „bewährt“ an.

Kurschus stellte zudem klar, dass assistierter Suizid „kein reguläres Angebot“ in kirchlichen und diakonischen Einrichtungen sein könne. Jedoch gebe es einzelne Grenzsituationen, „in denen jede seelsorgliche und psychologische Begleitung, jede Form der menschlichen Fürsorge, auch jede Form der hoch entwickelten palliativen Medizin an ihr Ende kommen“. Dann sei es „christliche Pflicht“, einen Menschen in seinem Sterbewunsch nicht im Stich zu lassen.

Christlicher Glaube durch Migranten nicht gefährdet

Mit Bezug auf das kirchliche Engagement für Flüchtlinge erklärte Kurschus, dass kaum jemand infrage stelle, dass es zur Aufgabe der Kirche gehöre, sich um sie und um Arme zu kümmern. In der aktuellen Situation an der EU-Außengrenze zu Belarus stehe die evangelische Kirche an der Seite derjenigen, die sich um Humanität bemühten. Es sei „unmenschlich, wenn Menschen wie Schachfiguren“ behandelt würden. Mauern und Zäune seien keine Lösung. Stattdessen brauche es legale Zugangswege. Die kirchliche Unterstützung der Seenotrettug im Mittelmeer verteidigte Kurschus.

Die Sorge, dass das Christentum hierzulande an Bedeutung verliere, wenn etwa muslimische Migranten nach Deutschland kommen, teile sie nicht. „Unser christlicher Glaube gerät nicht durch die Begegnung mit anderen Religionen in Gefahr“, erkärte sie. Diese Angst nehme sie ohnehin vor allem bei Menschen wahr, die „wenig sattelfest“ bei den Inhalten des Christentums seien. Es gelte, den christlichen Glauben klar erkennbar zu leben.

Kurschus, wurde Anfang November auf der Tagung der EKD-Synode zur Ratsvorsitzenden gewählt. Dieses Amt wird die Präses der Evangelischen Kirche von Westfalen für sechs Jahre inne haben. Sie folgt darin auf den bayerischen Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm.

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4 Antworten

    1. Die substanzlose Selbstgefälligkeit offensichtlich auch…. Wo hat Frau Kurschus denn bitte geschwurbelt? Ihre Positionen sind erfreulich klar und verständlich formuliert! Aber sobald etwas von der EKD kommt, reagieren einschlägige Kommentatoren reflexhaft und inhaltlich gehaltlos!

      1. Nochmal: auch wenn ich meinen Dank nicht zum ersten Mal kundtue:
        Carvalho, HERZLICHEN Dank, dass Sie nicht „müde“ werden, dem hier immer wieder selbstgerechten „frömmlerischen“—
        im Gegensatz zu f r o m m e n — Äußerungen, zu widersprechen ! Das tut gut unf ist n o t w e n d i g !
        Ich befürchtete schon, dass die Hetze gegen Bedforth—Strom sich bei Präses Kurschus durch mehrere Menschen hier fortsetzen würde.

  1. Unsere Welt ist nicht schwarz-weiß. Ich bin eher dafür das positive Aussagen durch direktes Feedback gewertschätzt werden, weil dadurch mehr erreicht wird. Kritik, wenn sie sachlich und nicht verletzend rübergebracht wird kommt eher an. Außerdem wird das Gebet unterschätzt. Gebet für die Regierenden und auch für die Kirchenleitungen.
    Noch eine andere Anmerkung, die mir auf dem Herzen liegt. Ich finde es schade, wenn Christen nicht mit Ihrem echten Namen Kommentare abgeben. Im präsenten Leben stehen wir doch auch für unsere Meinung ein.

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