PRO: Warum haben Sie das Online-Portal „Kleine Hoffnungshelden“ gestartet?
Werner Hoffmann: Vor etwa zwei Jahren hat mich eine deutschsprachige Familie aus Paraguay angeschrieben. Sie hatten im Radio einige Folgen meiner Erzählbibel gehört. Aber davon gab es keine CDs mehr. Weil ich selbst 20 christliche Hörspiele produziert habe, kam mir die Idee mit dem Online-Portal.
Was verbirgt sich dahinter?
Wir möchten mit der Plattform Kinder stärken, damit sie biblische Inhalte positiv und zeitgemäß entdecken. Dabei helfen den Kindern drei ganz unterschiedliche Charaktere: Leo teilt gerne sein Bibelwissen. Lisa ist mutig und stark und erklärt, wie jeder selbst ein kleiner Hoffnungsheld werden kann. Und der Hund Lucky hat einen Kompass dabei, der ihn wieder auf die richtige Spur bringt.
Was möchten Sie mit dem Portal erreichen?
Unser Logo mit dem Kompass finde ich passend. Wir wollen Kindern anhand biblischer Vorbilder Orientierung bieten. Sie sollen mutig und stark werden. Natürlich ist das zuerst Sache der Familien und Gemeinden, aber wir wollen hier einen kleinen Beitrag leisten und den Kindern eine Hoffnung vermitteln. Denn ohne Hoffnung kann kein Mensch leben.
Was sollten Eltern über das Portal wissen?
Bei kleinen Kindern hören sie die Geschichten ja mit. In der Erzählbibel geht es um Jonathan. Er hat als Kind Jesus erlebt und erzählt diese Geschichten weiter. Die Kinder stellen ihm Fragen und so tauche ich in deren Erlebniswelt ein. Gerne dürfen die Eltern aber auch selbst mit den Kindern darüber reden. Weil Kinder überall so viel mit Bildern geflutet werden, ist ein Hörspiel perfekt, um deren Fantasie anzuregen. Hier können wir einen Akzent setzen, der für die Entwicklung der Kinder enorm wertvoll ist.
Wenn sie die Hörspiele kostenlos zur Verfügung stellen, schadet ihnen das wirtschaftlich?
Die Lizenzen bei Hörspielen sind relativ gering, so kann ich gern darauf verzichten. Ich bin dem Kawohl-Verlag dankbar, dass er mir die Rechte zur Verfügung stellt, obwohl es einige der Hörspiele noch zu kaufen gibt. Vor zweieinhalb Jahren habe ich bei einem Hirntumor Gottes wunderbare Hilfe und Liebe erfahren. Mit den Hörspielen möchte ich zeigen, dass Gott gerade auch in schwierigen Zeiten Hoffnung schenkt und uns mutig und stark machen kann. Seitdem sehe ich mein Leben als Geschenk, das ich auch für das Portal der „Kleinen Hoffnungshelden“ nutzen möchte.
Können Sie sich vorstellen, noch andere Künstler mit ins Boot zu holen?
Definitiv, ja. Irgendwann sind meine Produktionen ja aufgebraucht. Dann dürfen befreundete Musiker gerne mitmachen, wenn deren Verlage die Rechte freigeben. Gute Hörspiele gäbe es auf jeden Fall genug.
Gibt es schon erste Reaktionen?
Aus Paraguay haben mich unglaubliche Nachrichten erreicht. In einer Sonntagsschule dort haben fast 120 Kinder das Hörspiel „Jesus wird geboren“ gehört. So etwas ermutigt mich natürlich und zeigt mir, dass sich die investierte Zeit lohnt und Gott sie segnet.
Was können wir als Christen und Gemeinden tun, um selbst kleine Hoffnungshelden zu sein?
Ich finde, wir leben gerade in einer sehr egoistischen Zeit. Die Menschen halten sich immer seltener an christliche Werte. Dem können und dürfen wir entgegenwirken. Wenn ich mit offenen Augen durch die Welt gehe, begegnen mir viele kleine Hoffnungshelden. Diese müssen wir zeigen. Ich habe ja ein gemeinsames Bühnenprogramm mit dem früheren Millionär Josef Müller. Er ist im Gefängnis zum Glauben gekommen. Wenn ich zu seiner Geschichte die Lieder spiele, die ich zum „Verlorenen Sohn“ komponiert habe, berührt das die Menschen. Für mich ist Müller mit seiner Biografie ein Hoffnungsheld, weil er für Jesus brennt. Von solchen Helden gibt es mehr, als wir oft denken.
Vielen Dank für das Gespräch!
Unter kleine-hoffnungshelden.de können die Nutzer alle Produktionen ohne Anmeldung kostenlos hören. Zielgruppe sind Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren. In der Hörspielreihe „Die Erzählbibel“ werden zentrale biblischen Geschichten verständlich nacherzählt. Zum Start sind vier Hörspiele verfügbar, jeden Monat kommen neue Hörspiele dazu. Um das Projekt umzusetzen, hat Hoffmann den gemeinnützigen Verein „Kleine Hoffnungshelden“ gegründet, der sich um die Umsetzung kümmert. Hoffmann ist für den redaktionellen und technischen Teil zuständig und erarbeitet das Begleitmaterial.