Der Kölner Dom führt ein Eintrittsgeld für Touristen ein. Das Domkapitel habe entschieden, dass touristische Besucher ab dem zweiten Halbjahr eine Abgabe zahlen sollen, wie Dompropst Guido Assmann am Donnerstag in Köln ankündigte. Der genaue Betrag müsse noch festgelegt werden. Mit dem Geld soll die Finanzlage der Kathedrale stabilisiert werden. „Wir haben lange diskutiert und uns die Entscheidung nicht leicht gemacht“, sagte Assmann. Der Eintritt für Menschen, die Gottesdienste besuchen oder zum Beten in den Dom kommen, bleibe weiterhin frei.
Bisher ist der Zutritt in die zum Weltkulturerbe gehörende Kathedrale grundsätzlich kostenfrei. Lediglich für den Eintritt zur Domschatzkammer und den Aufstieg in den Turm müssen Besucherinnen und Besucher zahlen.
Rücklagen „in absehbarer Zeit“ aufgebraucht
Der Dom hatte in den vergangenen Jahren mehrfach Defizite verzeichnet. Sach- und Personalkosten waren in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Die Rücklagen seien „in absehbarer Zeit“ aufgebraucht, sagte Domrendant Clemens van de Ven. Er ist für den Wirtschaftsplan der Kathedrale zuständig. Der Dom gehört nicht dem Erzbistum Köln. Die Hohe Domkirche zu Köln ist eine selbstständige juristische Person des öffentlichen Rechts.
2024 hatte der Dom in seinem Finanzbericht ein Minus von 240.000 Euro verzeichnet. Ausgaben von rund 14,2 Millionen Euro standen Einnahmen von rund 14 Millionen Euro gegenüber. Der größte Anteil stammte mit rund einem Drittel vom gemeinnützigen Zentral-Dombau-Verein, der den Erhalt des Doms fördert. Weitere Mittel kamen etwa vom Land NRW und der Stadt Köln, dem Erzbistum sowie aus Spenden und Eintrittsgeldern für Turm und Schatzkammer.