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Kein Zusammenhang zwischen Gottesdienstbesuch und Corona-Erkrankung

Ein Gottesdienstbesuch unter den gegenwärtigen Schutzkonzepten geht nicht mit einem erhöhten Corona-Infektionsrisiko einher. Das ergab eine Studie in Zusammenarbeit der Universitäten Marburg und Gießen sowie der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck.
Von Jörn Schumacher
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Ein Gottesdienstbesuch unter derzeitigen Hygiene-Maßsnahmen steht statistisch nicht im Zusammenhang mit einer Erkrankung an Corona, ergab eine Studie

Die Philipps Universität Marburg führte im Rahmen des „Nationalen Forschungsnetzwerkes der Universitätsmedizin zu COVID-19“ zwischen Dezember 2020 und Februar 2021 Reihenuntersuchungen zur Erhebung eines SARS-CoV-2 („Coronavirus“) Antikörper-Status in evangelischen Kirchengemeinden durch. Die Fragestellung dabei lautete: „Inwieweit hängt eine aktive und / oder passive Teilnahme an kirchlichen Veranstaltungen mit der Entwicklung einer SARS-CoV-2 Infektion zusammen?“ Die Studienteilnehmer wurden aus fünf Kirchenkreisen und Dekanaten der Evangelischen Landeskirche von Kurhessen Waldeck rekrutiert.

Das Ergebnis: Weder für die Teilnahme an Gottesdiensten noch für haupt- und nebenamtliche Tätigkeiten ergaben sich statistisch signifikante Zusammenhänge zu positiven Ergebnissen im Antikörpertest.

Insgesamt wurden die Daten von 1.493 Personen im Alter von 18 bis 90 Jahren aus den Kirchenkreisen Fritzlar-Homberg, Kirchhain, Marburg, Melsungen und Ziegenhain ausgewertet. Keine der Personen war zuvor gegen das Coronavirus geimpft. In allen fünf Kirchenkreisen wurden im Studienzeitraum bei insgesamt 45 Personen Antikörper gegen das SARS-CoV-2 Virus nachgewiesen. 990 Personen erklärten, dass sie regelmäßig den Gottesdienst besuchten. Unter diesen wurden 24 Teilnehmer positiv getestet. 343 Personen gaben an, haupt- oder nebenamtlich in der Kirche tätig zu sein. Aus dieser Gruppe wiesen 13 Personen Antikörper auf. 1.129 Teilnehmer gaben an, nicht haupt- oder nebenamtlich in der Kirche tätig zu sein. Innerhalb dieser Personengruppe wurde bei 29 Personen Antikörper gegen das SARS-CoV-2 Virus festgestellt. Daraus schließen die Forscher: In den untersuchten Kirchengemeinden sind weder für die Teilnahme an Gottesdiensten noch für haupt- oder nebenberufliche Tätigkeiten statistisch signifikante Zusammenhänge mit einer Corona-Infektion erkennbar.

Die Autoren der Studie waren Sabine Feig und Harald Renz vom Institut für Laboratoriumsmedizin und Pathobiochemie Philipps Universität Marburg, Ho Ryun Chung vom Institut für Bioinformatik und Biostatistik Philipps Universität Marburg, Anja zur Nieden von der Justus-Liebig-Universität Gießen, Institut für Hygiene und Umweltmedizin und Dekan Burkhard zur Nieden von der Evangelischen Kirche von Kurhessen-Waldeck, Kirchenkreis Marburg.

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