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Katholische Kirche kommt in Medien so schlecht weg wie nie

Das Image der katholischen Kirche in den Medien verschlechtert sich weiter. Bei den Protestanten sieht es anders aus – in zweifacher Hinsicht.
Von Jonathan Steinert
Eucharistie, katholische Kirche, Kerzen, Altar
Das Glaubensleben und die Lehre der katholischen Kirche kommen in der Berichterstattung kaum vor. Stattdessen dominieren in den Medien Skandale.

Die katholische Kirche hat in den Medien seit Jahren einen schweren Stand. Ihr Image ist im Sinkflug und hat in diesem Jahr ein neues Allzeittief erreicht. Zusammengerechnet ergeben die Anteile von Beiträgen mit einer positiven Wertung und jenen mit einer negativen Wertung an der Berichterstattung über die katholische Kirche ein Saldo von -42 Prozentpunkten. Das ist das Ergebnis des Medienforschungsinstituts Media Tenor. Dafür wurden insgesamt 10.592 Berichte in ausgewählten deutschen Leitmedien untersucht.

Missbrauch und der Umgang der Kirche mit diesem Thema prägten die Berichterstattung, teilt das Institut mit. Die Glaubenspraxis oder die kirchliche Lehre spiele in den Medien hingegen eine untergeordnete Rolle. Ebenso könne das katholische Engagement etwa bei der Entwicklungs- und Katastrophenhilfe kaum zu einem besseren Image beitragen.

Etwa jeder dritte Beitrag befasste sich den Forschern zufolge mit Skandalen und der Missbrauchs-Thematik in der katholischen Kirche. Die Zukunft durch den öffentlichen Disput sei nicht zu gestalten ohne ein wahrnehmbares Schuldeingeständnis, die Übernahme von Verantwortung und eine glaubwürdige Aufarbeitung. Das zeige die Erfahrung mit Skandalen in der Wirtschaft.

Ex-Papst besonders negativ bewertet

Das Medienbild einzelner katholischer Persönlichkeiten fällt differenzierter aus. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat mit einem Saldo von -2,86 Prozentpunkten das beste Medienbild. Kardinal Rainer Woelki schneidet mit -74 Prozentpunkten deutlich schlechter ab, noch negativer ist die Sicht auf den früheren Papst Benedikt XVI..

Dessen Aussagen über die Missbrauchsfälle in der Kirche hätten in den Medien dazu beigetragen, „die letzten verbliebenen Reste an Vertrauenskredit zu zerstören“, ordnet Roland Schatz, Chefredakteur von Media Tenor die Ergebnisse ein. Papst Franziskus hingegen steht in den Medien besser da, kommt aber dennoch auf einen Überhang von negativen Wertungen ( -12 Prozentpunkte).

Protestanten „unauffällig“

Der evangelischen Kirche gegenüber sind die deutschen Leitmedien freundlicher gesinnt. Sie kommt generell seltener vor. Dabei halten sich in den 2.886 ausgewerteten Beiträgen positive und negative Wertungen die Waage, nachdem in den vergangenen Jahren die kritischen Einschätzungen überwogen.

Das Themenprofil sei „unauffällig“. Punktuell sei die Kirche mit dem Themenbereich Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung sichtbar gewesen, mehr aber noch durch Berichte über das religiöse Leben. Es gebe zu wenige Beiträge, um genaue Aussagen zum Medienbild einzelner evangelischer Kirchenvertreter zu treffen. Insgesamt sei der Ton aber ausgewogen.

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4 Antworten

  1. Die katholische Kirche fällt medial negativ auf wegen den Skandalen. Die evangelische neutral, weil sie sich dem Zeitgeist anbiedert. Beide sind damit nicht, was sie nach der Schrift sein sollen: Salz

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  2. Bei der kath. Kirche ist es wie im Handel bei der Produktwerbung . Wenn Produkte nur immer schlecht beworben werden geht der Umsatz auch zurück. Wie kann etwas wie die kat. Kirche aber gut geheißen werden, wenns seit Jahren nur noch Negativ-Schlagzeilen gibt ? Sollte es ein moderner Prediger oder Apostel schaffen, den “Schalter” so schwer es sich auch bewegen wird , umzulegen, könnte es ja x besser werden. Da aber weltweit eher nicht nur die Krisen kirchenbezogen sind, sondern doch eher in Richtung Matthäus 24 deuten, wird ein Wandel Richtung Umkehr eher schwierig sein .

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  3. Wir leben in einer säkularen Gesellschaft, in denen die Medien den Zeitgeist vorgeben. Wie wenig redlich und ehrlich es dabei zugeht, kann man gerade bei der Berichterstattung über Kirchenfragen beobachten. Für den Zeitgeist sollte sich die Katholische Kirche jedoch nicht interessieren. Vor allem in Deutschland sieht man doch täglich, wie eine von Gott verlassene Gesellschaft aussieht. In fast allen anderen Teilen der Welt, in Asien, Amerika oder Afrika, aber selbst in Teilen Europas hat der Katholizismus Zulauf: so besuchten zum Beispiel mehr als 12 Millionen Menschen 2022 den Marienwallfahrtsort Guadeloupe in Mexiko. Dass sich Christenhasser gegen einen solchen Gegentrend wehren, ist ja nur logisch. Bedenklich ist dabei lediglich, dass sie insbesondere bei deutschen Medien damit besonderen Erfolg haben. Insoweit lässt auch diese Studie eigentlich nur einen einzigen Schluss zu: wer ehrlich und christlich leben will, sollte sich der Meinungsmache deutscher Journalisten entziehen. Denn in der öffentlichen im Unterschied zur veröffentlichten Meinung kommen ebenjene Medien ebenfalls so schlecht weg wie nie. Deren Vertrauensverlust hält durchaus mit dem in die Kirchen Schritt.

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  4. Besonders schmerzhaft ist es für mich, wenn katholische Geschwister nicht mehr frohen Herzens unserem Herrn Jesus dienen können, sondern unter der Last ihrer Gemeinde (kath. Kirche) drohen, innerlich zusammenzubrechen. Wir evangelischen Christen sollten ihnen mehr signalisieren, dass wir sie im Gebet begleiten und dass es in der großen Gemeinde Gottes keine Konfessionsgrenzen gibt. Wenn die Ökumene jemals wirklich gebraucht wurde, dann doch jetzt.

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