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Katholikin aus Spanien beendet elfmonatige Pilgerreise in Jerusalem

Beim Meditieren erhält eine Spanierin den Eindruck, sie solle zu Fuß nach Jerusalem pilgern. Nach fast elf Monaten erreicht die Katholikin das Ziel.
Von PRO

Foto: Israelisches Tourismusministerium

In Jerusalem überreicht eine Mitarbeiterin des Tourismusministeriums ein Zertifikat an die Pilgerin

Nach etwa 6.000 Kilometern hat eine junge Spanierin es geschafft: Ihre am Atlantik begonnene Pilgerreise endete am Samstag in der Jerusalemer Altstadt. Dort wurde sie von einer Vertreterin des israelischen Tourismusministeriums empfangen, die ihre Route auf Instagram verfolgt hatte.

Carlota Valenzuela ist 29 Jahre alt und arbeitete bis Ende des vergangenen Jahres in der spanischen Hauptstadt Madrid. Doch dann hatte sie den Eindruck, dass sie nach Jerusalem pilgern sollte – und legte ein Sabbatjahr ein. Die Inspiration sei ihr in einem meditativen Zustand gekommen, erklärte die Katholikin ihre Motivation nach der Ankunft. Gott habe sie aufgefordert, Jesus zu suchen. „Er fragte mich, wo ich Jesus finden würde. Ich sagte: In Jerusalem. Dann beschloss ich, dass ich diese Pilgerreise zu Fuß unternehmen muss.“

Und so brach sie am 2. Januar auf, nachdem der Bischof von Madrid sie mit einem Brief in sieben Sprachen ausgestattet hatte. Darin bat er die Menschen, sie mit Essen, Herberge und anderem Notwendigen zu versorgen. Die Pilgerreise begann in Finisterre an der spanischen Westküste. Bis Weihnachten wollte die junge Frau Jerusalem erreichen.

Im März und April pilgerte sie durch Frankreich, im Mai und Juni durchquerte sie Italien. Dabei erhielt sie eine Audienz bei Papst Franziskus, der ihr ebenfalls einen Brief mitgab. Weitere Stationen waren Slowenien, Kroatien, Montenegro und Albanien. Im Oktober erreichte sie Griechenland und flog weiter nach Zypern.

Zwei Israelis begleiten die Katholikin

Nach Israel gelangte Valenzuela auf dem Wasserweg. Ein Israeli mit uruguayischen Wurzeln, Claudio, hatte von ihrer Reise gehört und wollte ihr auf der Schlussetappe helfen. Also holte er sie mit einem Boot auf Zypern ab. Nach der Ankunft durfte sie ein paar Tage bei seiner Familie in Kfar Saba übernachten.

Ein weiterer Israeli, Golan Rice, begleitete Valenzuela auf einem Abschnitt, der durch Galiläa führte. „Ich hatte die Idee, mit ihr durch Israel zu wandern, ich als Jude und sie als Christin“, zitiert ihn das Tourismusministerium in einer Mitteilung. Der gemeinsam zurückgelegte Weg inspirierte Rice: Nun will er alte Pilgerrouten auf Landkarten des modernen Israel kennzeichnen. Die Pilgerpfade in Spanien kennt er bereits aus eigener Anschauung.

Am Samstag erreichte die junge Spanierin ihr Ziel: Durch das Jaffator betrat sie die Jerusalemer Altstadt. Dort erhielt sie ein Pilgerzertifikat, das ihr Noga Scher-Greco überreichte. Sie leitet im zuständigen Ministerium die Abteilung für religiösen Tourismus.

Von Freundlichkeit überwältigt

Valenzuela ist nach eigener Aussage überwältigt von der Freundlichkeit der Menschen, denen sie unterwegs begegnete: „Jeden Tag suchte ich nach einem Ort, wo ich in dieser Nacht schlafen konnte. Die beste Erfahrung ist es, Familien zu treffen und die Gastfreundschaft von Menschen zu erleben. Wenn sie mich fragten, wohin ich gehe, und ich sagte, nach Jerusalem, waren sie begeistert und luden mich ein.“

Vor ihrem ersten Besuch in Israel habe sie keinerlei konkrete Erwartungen an das Land gehabt. „Es ist einfach nicht möglich, sich Israel vorzustellen. Ich dachte an die Pilger, die im Laufe der Jahre und der Geschichte mit Schiffen hierher kamen und daran, wie sie sich wohl gefühlt haben.“ 

Von: Elisabeth Hausen

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3 Antworten

  1. Wird der katholische Mystizismus jetzt auch, einfach unkritisch in einem Reisebericht verpackt, vermittelt?

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  2. super der kurze bericht, üüber eine junge frau die mutig losgeht um jesus zu suchen. danke, dass sie uns ein wenig teilhaben lassen!
    ich hoffe, dass sie jesus gefunden hat und bete dafür. jesus ist ja überall zu finden, aber auch in israel! schade, dass wir darüber in ihrem artikel nichts erfahren. vielleicht kommt der noch?

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  3. Wenn viele Leute wenigstens schon mal los gehen würden anstatt zu fahren, Sonntags zu Fuß oder mit dem Rad zum Gottesdienst , in der Woche zum Sports -oder Vereinstreff, auch noch zum shoppen und zum Supermarkt, wenn dies gelingen würde , hätten viele zwar nicht gleich Jesus gefunden aber in Sachen Bewahrung der Schöpfung wären das auch viele Schritte hin zum Glauben !

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