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Jugendschützer warnen: Wachsende Risiken für die Netz-Gemeinde

Kinder und Jugendliche sind nach Einschätzung des Kompetenzzentrums Jugendschutz.net seit dem Ausbruch der Corona-Krise noch größeren Risiken im Internet ausgesetzt als zuvor. Aufgrund der Pandemie verbringen sie noch mehr Zeit mit Online-Spielen, sozialen Netzwerken und Messenger-Diensten. Das geht aus dem Jahresbericht 2020 hervor.
Von Johannes Blöcher-Weil
Verzweifelte Jugendliche vor dem Computer
Eine neue Form jugendgefährdender Inhalte im Internet sind sogenannte „Corona-Challenges“

Das Kompetenzzentrum von Bund und Länder jugendschutz.net hat im vergangenen Jahr über
5.000 jugendgefährdende Inhalte im Netz beanstandet. Dies geht aus dem Jahresbericht hervor, den die in Mainz ansässige Einrichtung am Dienstag vorgestellt hat. Darstellungen sexualisierter Gewalt waren demnach in 41 Prozent und damit mit Abstand am häufigsten Anlass für die Jugendschützer, aktiv zu werden.

In 21 Prozent der Fälle gingen sie gegen extremistische Inhalte vor, in 14 Prozent gegen Pornografie. Zu beobachten sei, dass extremistische Kräfte vermehrt versuchten, über Online-Spiele Kontakte zu Jugendlichen zu knüpfen. Als neue Form jugendgefährdender Inhalte im Internet erwähnt der Bericht zudem sogenannte „Coronavirus-Challenges“. Darunter fielen Aufrufe, sich bewusst einem Infektionsrisiko auszusetzen: „Als eine Art Mutprobe sollten Gegenstände wie öffentliche Toiletten oder Griffe in U-Bahnen abgeleckt werden.“

Wie in den vergangenen Jahren gingen die Plattformbetreiber unterschiedlich mit den Meldungen von Jugendschutz.net um. So löschte der Anbieter Instagram über 90 Prozent aller beanstandeten Inhalte, die Videoplattform YouTube allerdings nur etwas mehr als die Hälfte. Oft würden von Nutzern gemeldete Verstöße zunächst ignoriert und erst gelöscht, wenn sich auch Jugendschutz.net einschalte.

„Es zeigte sich erneut, dass die Betreiber nicht ausreichend vorsorgen, um Kinder und Jugendliche gut zu schützen“, lautet das Fazit der Jugendschützer. Zwar hätten einige Anbieter ihre Richtlinien verschärft, dennoch fehle es bei einzelnen Diensten beispielsweise an Möglichkeiten, problematische Profile zu melden.

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