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Huber: Gottesdienst ist Kernstück der Zukunft der Kirche

Der ehemalige Ratsvorsitzende der EKD, Wolfgang Huber, wünscht sich eine Kirche, die die aktuellen Veränderungen als Aufbruchssignale wahrnimmt. Vor allem Gottesdienste sollten dabei eine tragende Rolle spielen.
Wolfgang Huber

Foto: PRO/Martina Blatt

Wolfgang Huber war von 2003 bis 2009 Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland

Der evangelische Theologe und Ethiker Wolfgang Huber mahnt, bei den kirchlichen Sparrunden auch Aufbruchssignale nicht zu versäumen. „Menschen kann man nur durch Aufbruch für die Kirche gewinnen“, sagte Huber dem Evangelischen Pressedienst (epd). Der ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) und Berliner Altbischof wird am 12. August 80 Jahre alt.

Es sei nicht überzeugend, die Gründe für Veränderungen in der Kirche nur an schwindenden Ressourcen und weniger Kirchenmitgliedern festzumachen. „Das sind Rahmenbedingungen“, sagte Huber. Aber man habe sich zu stark auf diese Sichtweise eingelassen. „Ich hoffe, dass die Veränderungen nicht nur in der Art des Rückbaus sichtbar werden, sondern dass sie auch als Aufbruchssignale wirken.“ Nach Angaben der EKD hat die evangelische Kirche im vergangenen Jahr mehr als eine halbe Million Mitglieder verloren. Grund dafür sind die durch die Corona-Pandemie erhöhte Zahl der Sterbefälle und eine Rekordzahl an Kirchenaustritten.

Mehr Gottesbewusstsein

Huber sagte, der Gottesdienst bleibe „ohne jeden Zweifel“ ein wichtiges Kernstück für die kirchliche Arbeit in der Zukunft. Er sei aber nicht das einzige. „Seelsorge und Diakonie sind Wesensmerkmale der Kirche. Auch Bildung ist gerade heute unverzichtbar“, sagte er.

Er empfinde Euphorie über einige gute Gottesdienste, die er jüngst erleben durfte. Diese hätten auch Menschen angezogen, die man nicht häufig in der Kirche sehe. „Die Menschen fühlten sich aufgehoben und waren überzeugt, sie haben am Sonntag eine Stunde gut verbracht. So etwas passiert in vielen Gegenden.“

Die Ressourcen dafür, dass das auch weiterhin gelinge, sollten sichergestellt werden, forderte Huber. „Wir sind eine offene Kirche, das ist die Voraussetzung dafür, dass wir auch eine öffentliche Kirche sind“, betonte er. „Wir sollten so gottesbewusst und selbstbewusst sein, dass wir gute Beispiele gelungener kirchlicher Arbeit weitererzählen und voneinander lernen.“

epd
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Eine Antwort

  1. Ja, da bin ich ganz bei dem ehemaligen EKD-Ratsvorsitzenden Wolfgang Huber. Ich denke, er hat es erkannt, was wichtig ist, was trägt, was Zukunft hat. Neue Gottesdienstformen: durchaus ja. Aber inhaltlich bitte das Evangelium, die Frohe Botschaft, bibeltreu. Die Form mag sich verändern, der Inhalt darf sich nicht verändern. Und: die Predigt, und zwar eine bibeltreue, muss der Kern des Gottesdienstes sein (und bleiben). Der Glaube (und was sollte anderes sein, als was die Kirche zu fördern und zu vermitteln hat?) kommt aus der Predigt, und die Predigt aus dem Wort Gottes (die Bibel). Alles kirchliche soziale Tun in vielfältigster Art und Weise, alle Werke der Nächstenliebe, es sind alles KINDER des Glaubens. Nicht Väter, Kinder!

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