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Hillary und Chelsea Clinton: „Wir sind gläubig“

Hillary Clinton und ihre Tochter Chelsea haben in einem Interview bekräftigt, dass sie gläubig sind. „Wir mussten an vielen Punkten in unserem Leben auf unseren Glauben an Gott vertrauen“, sagte die ehemalige First Lady.
Von Jörn Schumacher
Hillary und Chelsea Clinton

Foto: U.S. Department of State; Ali Shaker/VOA

Hillary und Chealsea Clinton haben sich von gläubigen Frauen inspirieren lassen

In einem Interview des Weser-Kuriers sagte die ehemalige US-Außenministerin Hillary Clinton: „Chelsea und ich sind beide gläubig. Wir mussten an vielen Punkten in unserem Leben auf unseren Glauben an Gott vertrauen. Dafür bin ich sehr dankbar.“ Sie sei oft gefragt worden, ob sie bete, fügte die ehemalige First Lady hinzu. „Daraufhin habe ich immer gescherzt: Ich habe schon immer gebetet, aber wenn nicht, hätte ich spätestens damit angefangen, als ich in die Politik getreten bin.“ Die Gattin des ehemaligen US-Präsidenten Bill Clinton gehörte von 2001 bis 2009 dem Senat des Bundesstaates New York an und war von 2009 bis 2013 Außenministerin der USA im Kabinett von Präsident Barack Obama. Die 74-jährige hatte 2008 und 2016 selbst Ambitionen auf das Präsidentschaftsamt.

Clinton ergänzte, sie nehme nicht nur ihren eigenen Glauben ernst, sondern auch den von anderen Menschen. „Wir brauchen richtigen Glauben und keinen, der von der Politik ausgenutzt wird“, so Clinton. „Es geht bei Religion nicht um Parteien oder wirtschaftliche Interessen. Es geht bei Religion um Gemeinsamkeiten, Menschlichkeit und unsere Herausforderungen, denen wir uns alle im Leben stellen müssen.“

Inspiriert von gläubigen Frauen

Darüber habe sie auch in den Interviews mit den Frauen gesprochen, die sie mit ihrer Tochter Chelsea für eine Doku-Serie getroffen hatte. Gemeinsam mit ihrer 42-jährigen Tochter schrieb sie 2019 ein Buch mit dem Titel „The Book of Gutsy Women“ (Das Buch der mutigen Frauen). Es enthält viele Porträts von Frauen, die sie inspiriert haben, und die sie bewundern, darunter etwa Harriet Tubman, die sich für die Abschaffung der Sklaverei einsetzte, oder die pakistanische Menschenrechtsaktivistin Malala Yousafzai.

Das Buch war zehn Wochen lang auf der New-York-Times-Bestsellerliste. Nun wurde eine achtteilige Dokumentationsserie zum Buch produziert, in der Mutter und Tochter Clinton selbst mitwirken. „Gutsy – Geschichten über mutige Menschen“ ist seit Kurzem auf Apple TV+ zu sehen.

Die beiden Frauen treffen einige ihrer größten weiblichen Vorbilder, darunter die Verhaltensforscherin Jane Goodall, den Reality-Star Kim Kardashian, die Komikerin Amy Schumer und die Schauspielerinnen Kate Hudson und Goldie Hawn. In einer Folge der Serie gehe es auch um Glaube und Spiritualität. Clinton sagte dem Weser-Kurier: „Ich fand es inspirierend, zu sehen, wie viele Frauen vor allem nach großen Tragödien Sicherheit und Geborgenheit in ihrem Glauben finden.“

Chelsea Clinton sagte, sie habe dabei eine Frau namens Fraidy Reiss sehr beeindruckt. Sie hat allein eine Kampagne gestartet hat, um gegen Kinderhochzeiten in ihrem Land vorzugehen. „Vor Fraidy waren Kinderhochzeiten in jedem Staat legal. Mittlerweile ist es in sieben Staaten illegal“, so die Clinton-Tochter. „Fraidy selbst wurde zwangsverheiratet und musste hart darum kämpfen, selbstbestimmt leben zu können. Sie ist trotz des ganzen Horrors immer gläubig geblieben – obwohl das System um sie herum toxisch war und ihre Rechte nicht ernstgenommen hat.“

Hilfe durch Predigten von Paul Tillich

Hillary Clinton spricht selten öffentlich über ihren Glauben. Im Jahr 2017 sagte Clinton in der Riverside-Kirche in New York City: „Wenn man eine gläubige Person ist, sollte sich das darin äußern, wie man andere Menschen behandelt und wir man sein Leben lebt. Ich jedenfalls laufe nicht herum und spreche viel darüber, aber es immer in mir. Ich versuche, den Glauben auszudrücken, manchmal war das in den vergangenen 20 oder 30 Jahren effektiver, manchmal weniger. Aber ich versuchte immer, mich von ihm leiten zu lassen.“

Clinton ging als Kind in eine methodistische Gemeinde in Park Ridge, Illinois, einem Vorort von Chicago. Sie sei sehr aktiv in der Gemeinde gewesen und zur Sonntagsschule gegangen, schreiben Clinton-Biografen. Zu dem damals 30-jährigen Jugendpastor habe sie noch heute ein freundschaftliches Verhältnis. Schon als junge Frau habe Clinton Werke des deutschen Theologen Paul Tillich gelesen, der in den 30er Jahren in die USA auswanderte. Dessen Predigt über Vergebung habe Clinton etwa in der schweren Zeit des Skandals um Monica Lewinsky und ihren Mann geholfen, heißt es.

Als Clinton 1993 zum ersten Mal nach Washington kam, habe sie sich acht Jahre in einem Bibel-Kreis engagiert, zu dem etwa auch Susan Baker gehörte, die Ehefrau von James Baker, der von 1989 bis 1992 amerikanischer Außenminister im Kabinett von Präsident George Bush war.

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8 Antworten

  1. „ gehörte von 2001 bis 2009 dem Senat des Bundesstaates New York an“ – richtig wäre, die war US-Senatorin für den Bundesstaat NY. Denn sie war eine von zwei Vertretern im US-Senat, nicht in NY.

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  2. Der Glaube über den sie spricht, wirkt so beliebig. Nach dem Motto hauptsachdu glaubst an etwas. Das Objekt wird jedoch nicht genau beschrieben. Aber wenn ich mit 99 kg einen noch so großen Glauben habe, dass mich eine 5 cm Eisschicht auf meinem See trägt, dann kann mein Glaube noch so groß sein. Er wird nicht halten. Wir brauchen Umkehr und Vergebung von Gott!
    Ich erinnere mich noch an die Terroranschläge in Sri Lanka an Ostern auf Gottesdienstbesucher. Damals bezeichnete sie die Opfer als „Easter Worshipper“ (Osterfeiernde). War hat sie nicht konkret von Christen gesprochen?
    Ebenso fällt der Name Jesus Christus nicht und was er für uns getan hat. Wie gesagt, es wirkt so beliebig.
    Jesus hat ziemlich klar gesagt, dass niemand ins Reich Gottes kommen kann, es sei denn er ist von Neuem geboren / nimmt sein Kreuz auf sich usw. – das scheint bei Hillary Clinton nicht vorzukommen. Vielleicht denkt sie, dass sie gut genug für den Himmel ist. (Nur so ein Gedanke) wenn das so wäre, gäbe es ein böses Erwachen – was ich ihr nicht wünsche.

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  3. Welchen Gott betet sie an? Etwa Uncle Sam?

    Den die Kriege von Bill Clinton in Serbien oder Hillary Klinton in Libyen war alles andere als Christlich.

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  4. Die Frau hat unser Obama die Kriege des arabischen Frühlings zu verantworten. Wenn Personen des öffentlichen Lebens sich zum Glauben äußern ( welches Gottesbild sie nun auch immer hat) sollte man auch nach ihrem tun fragen. Es scheint immer mehr Mode zu werden, Leute als toll hinzustellen sobald sie das Wort Gott in den Mund nehmen. Dazu würde mich doch liebend gern mal die Meinung von Peter Hahne interessieren.

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  5. Möchte ihr den Glauben nicht ab sprechen. Kann aber nicht verstehen, das sie als gläubige Frau an einer Firma beteiligt ist, wo Föten für kommerzielle Zwecke verwendet werden.

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  6. Ich möchte ihren Glauben nicht kleinreden, das darf man nicht, wer kennt sie schon so genau. Nur fiel mir auf, dass sie sagte: „Es geht bei Religion nicht um Parteien oder wirtschaftliche Interessen. Es geht bei Religion um Gemeinsamkeiten, Menschlichkeit und unsere Herausforderungen, denen wir uns alle im Leben stellen müssen.“ Das wäre mir für meinen Glauben zu wenig. Mit dieser Einstellung erlange ich nicht die Ewigkeit bei Jesus Christus. Es ist aber unklar, ob das alles ist, was sie zu ihrem Glauben und zu ihrer Religion zu sagen hat.

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