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„Gladiator“ trifft Rollator: Ralf Moeller besucht Frau Wübken im Münsterland

Die 98-jährige Marietheres Wübken ist wieder im Münsterland mit ihrem Rollator für den guten Zweck unterwegs. Am Freitag bekam sie Besuch aus Hollywood: Schauspieler Ralf Moeller traf die alte Dame in Nottuln.
Von Jörn Schumacher
Marietheres Wübken, Ralf Moeller

Foto: Jörn Schumacher

Marietheres Wübken sammelt auf ihren Rollator-Spaziergängen Spenden für die Schulspeisung von afrikanischen Kindern. Besuch bekam sie dabei von Schauspieler Ralf Moeller.

Bereits im vergangenen Jahr sorgte Marietheres Wübken aus Nottuln für Schalgzeilen: Die Dame hatte mit ihren 97 Jahren 100 Kilometer mit ihrem Rollator absolviert und damit Spenden für die christliche Hilfsorganisation „Mary’s Meals“ gesammelt. Mit dem Geld wollte die gläubige Frau 100 Schulkindern in Malawi ein Jahr lang eine Schulmahlzeit ermöglichen. PRO hatte sie 2021 bei einer ihrer Runden begleitet. Dank ihrer Sponsoren kam eine Summe von 56.000 Euro zusammen – etwa 30 mal so viel wie geplant.

Frau Wübken ist nicht mehr nur im Dorf ein Star. Sie ist längst regelmäßig in den überregionalen Medien präsent. RTL, Spiegel Online, der WDR, die Bild-Zeitung, viele Zeitungen und Fernsehsender haben über sie berichtet, teilweise schon mehrmals. Für die ehemalige Volksschullehrerin sind der christliche Glaube und der sonntägliche Kirchgang eine Selbstverständlichkeit, wie sie im Interview mit PRO sagte. Die katholische Christin ist auch Zeitzeugin der Flugblatt-Aktion der Widerstandsorganisation „Weiße Rose“, an der die Geschwister Hans und Sophie Scholl beteiligt waren. Damals studierte Wübken Germanistik an der Universität München. Die 98-Jährige wohnt heute wieder in ihrem Elternhaus in Nottuln.

Hollywood-Star zu Gast im kleinen Nottuln

Auch in diesem Jahr sammelt die alte Dame wieder Geld mit ihren täglichen Spaziergängen für „Mary’s Meals“. Die Hilfsorganisation hat der Schotte Magnus MacFarlane 1992 gegründet. Heute hilft sie Menschen auch in anderen Ländern wie Rumänien, Liberia und Kroatien. In Malawi stellt diese chronisch hungrigen Kindern eine Mahlzeit an jedem Schultag zur Verfügung. Frau Wübken wird bis zum 24. Juni 2022 jeden Tag unterwegs sein. Das Ziel: 100 Kilometer zu Fuß und mindestens 1.000 Kindern im vom Hunger bedrohten Ostafrika ein Jahr lang eine Schulmahlzeit zu ermöglichen. Schafft sie es nicht ganz, wird ihr Teamkollege, der zwölfjährige Julian, den Rest der Strecke laufen.

Frau Wübken habe in den ersten zehn Tagen bereits „locker“ die ersten 33 Kilometer gelaufen, berichtet Ingrid Schürmann von „Mary’s Meals Deutschland“. „Dann wurde sie durch eine Coronainfektion, die Gott sei Dank sehr mild verlief, zu einer zehntägigen Pause gezwungen.“

Ralf Moeller, Julian, Spendenlauf Mary's Meals Foto: Jörn Schumacher
Der Schauspieler Ralf Moeller und Maritheres Wübkens Teamkollege Julian

Nun darf sie wieder laufen „und sie versucht mit Feuereifer, noch so viele Kilometer wie möglich bis zum 24. Juni zu laufen“.

Am Freitag bekam Frau Wübken prominente Unterstützung: Der deutsch-amerikanische Schauspieler Ralf Moeller kam nach Nottuln und besuchte Frau Wübken bei ihrem Lauf. International bekannt wurde der 1959 in Recklinghausen geborene Schauspieler insbesondere durch seine Nebenrolle in dem 2000 erschienenen Monumentalfilm „Gladiator“ an der Seite des Oscarpreisträgers Russell Crowe.

Moeller wurde 1986 zum Mr. Universum gekürt, ebenso wie 19 Jahre zuvor der Schauspieler Arnold Schwarzenegger, mit dem Moeller freundschaftlich verbunden ist. Wegen seines starken sozialen Engagements wurde Moeller bereits 2010 mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Moeller und Wübken hatten sich beim Sommerkonzert des Landes NRW im letzten Jahr kennengelernt.

Am Finaltag, den 24. Juni, wird der Entertainer Harry Wijnvoord das Ereignis moderieren. Dann werden Frau Wübken und ihr Begleiter Julian die letzte Runde in Nottuln gemeinsam laufen. Das Geld des Spendenmarathons mit Frau Wübken soll Kindern in Kenia zugute kommen. „Wir versorgen dort derzeit schon über 130.000 Kinder“, sagte Schürmann, „und wir möchten das Programm dort gerne erweitern, weil die Situation dort nach drei durch den Klimawandel bedingten Dürrejahren äußert bedrohlich ist.“

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