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Geteilte Meinung über Gesetz zum Geschlechtswechsel

Der Geschlechtseintrag im Pass soll künftig durch eine Erklärung beim Standesamt geändert werden können. Das sieht die Ampel-Koalition vor. Die Meinung der Bürger zu dem Vorhaben ist geteilt.
Von Norbert Schäfer
Transgender
Zum geplanten Selbstbestimmungsrecht beim Geschlecht gehen in der Bevölkerung die Meinungen auseinander

Nach dem Willen der Koalitionsparteien von SPD, FDP und Grünen soll in Zukunft der Wechsel des Geschlechts mittels Selbstauskunft vor einem Standesbeamten möglich sein. Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne) und Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) hatten zum Monatsbeginn ein entsprechendes Eckpunktepapier der Öffentlichkeit vorgestellt. Über das geplante Gesetzesvorhaben der Ampel-Koalition gehen allerdings die Meinung in der Bevölkerung auseinander, wie eine Umfrage von YouGov im Auftrag der „Welt am Sonntag“ (WamS) nun zeigt.

Das Meinungsforschungsinstitut hat in einer repräsentativen Umfrage herausgefunden, dass 46 Prozent der Bürger das Vorhaben positiv bewerten. 41 Prozent der Befragten lehnen es ab. Dass auch Jugendliche mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten ihr Geschlecht selbst wählen können sollen, missbilligt die Mehrheit. 48 Prozent der Bürger lehnen das Ansinnen ab, 39 Prozent befürworten das.

Selbst unter der Wählerschaft von Grünen und Liberalen geht die Meinung bei dem Thema auseinander. 71 Prozent der Grünen-Wähler begrüßen demnach das Gesetzesvorhaben zum Geschlechtswechsel durch Selbstauskunft. Bei den FDP-Wählern ist jedoch laut der Umfrage jeder Zweite dagegen. Wie die SPD-Wähler zu dem Thema stehen, beantwortet der WamS-Artikel nicht.

Die Zeitung zitiert unter anderem Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki. Der FDP-Politiker erklärte gegenüber der WamS: „Die Fragen des bisherigen Transsexuellenrechts oder zukünftigen Selbstbestimmungsrechts tangieren die Lebenswirklichkeit der weit überwiegenden Mehrzahl an Menschen schlicht nicht“. Kubicki misst dem Vorhaben wenig Gewicht bei und bewertete es für nicht wahlentscheidend.

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15 Antworten

  1. Das Selbstbestimmungsgesetz wird nicht wahlentscheidend sein, aber es ist auf jeden Fall gottlos, ist nicht mit dem Gott der Bibel in Übereinstimmung zu bringen. So wählt die Ampel einmal mehr den Fluch anstatt den Segen. Dramatische Entwicklung – nur wenige wollen es wahrhaben.
    L.G. Martin Dobat

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  2. “Die Meinung der Bürger zu dem Vorhaben ist geteilt” ???

    Liegt wahrscheinlich an diesem Sachverhalt, den bereits Abraham Lincoln beschrieben hat:
    “Man kann alle Menschen für einige Zeit belügen.
    Einige Menschen kann man auch für alle Zeit belügen.
    Aber man kann nicht alle Menschen für alle Zeit belügen.”

    Aber für die Dekonstruktivisten des Menschsein besteht doch noch eine (kleine) “Hoffnung”:
    „ Es ist leichter, eine Lüge zu glauben, die man tausend mal hört,
    als die Wahrheit, die man nur einmal hört. “
    ― Abraham Lincoln

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  3. Welche Relevanz soll bitte die Bevölkerungsmeinung bei einer solchen Frage haben? Die einzigen, die dazu eine relevante Meinung haben, sind die Betroffenen. Punkt.
    Da wir hier – glücklicher Weise – keinen Gottesstaat haben, gibt es keine Möglichkeit und keinen sinnvollen Grund, Menschen ihr Selbstbestimmungsrecht zu verweigern.
    Die Selbstständigkeit, mit der hier in den Kommentaren von sogenannten Christenmenschen ganz selbstverständlich mit theokratischen Überzeugungen um sich geworfen wird, finde ich, gelinde gesagt, erschreckend.
    Ich möchte in diesem Land keine Scharia und genauso wenig möchte ich irgendwelche Christen, die anderen ihre Glaubensüberzeugungen aufoktroyieren.
    Vielleicht sollte der eine oder andere mal sein Demokratieverständnis hinterfragen…

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    1. Wenn Sie sich von Scharia und “Gottesstaat” verfolgt sehen, gar meinen Ihnen würde etwas “aufoktroyiert” (aufgezwungen, aufgenötigt), dann sollten sie an Ihrer Realitätswahrnehmung arbeiten …

      “Der Geschlechtseintrag im Pass soll künftig durch eine Erklärung beim Standesamt geändert werden können.” – das zeugt von einer Ideologie, entsprungen aus Narzissmus und Selbstüberschätzung, die meint (biologische) Fakten durch willkürliche “Selbsterklärung” außer Kraft setzen zu können, – und alle anderen zwingen zu müssen, das ebenso zu sehen.

      Die Ablehnung solch offensichtlich realitätsfremder Ideologie hat wenig mit “Gottesstaat” aber viel mit einem wissenschaftlich-faktenbasierten Menschenbild zu tun.

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      1. In der Tat hat das Thema mit einem wissenschaftlich-faltenbasierten Menschen- und Weltbild zu tun. Nur haben Sie die Wissenschaft nicht auf ihrer Seite. Da Sie das aber meinen, sollten Sie sich mal mit der wissenschaftlichen Datenlage befassen. Dann würden Sie feststellen, dass Ihre Sicht vielleicht vor fünfzig Jahren mal dem Stand des Wissens entsprochen hat. Wer heute in der Biologie von einem binären Geschlechtersystem redet, zeigt nur, dass er keine Ahnung hat (oder bewusst falsche Behauptungen tätigt)…

        Und wenn Sie die Selbstbestimmung von Menschen infrage stellen, ist das im besten Falle theokratisch, im Zweifel faschistischer Natur. Getroffene Hunde bellen…

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        1. Interessant, dass Selbstbestimmung nur bei systemkonformer Denkweise stattfinden soll. Meine Tochter im Pflegedienst kann sich nicht gegen Covid spritzen lassen und wird von staatlicher und vorgesetzter Seite diskriminiert und sollte nicht mehr arbeiten dürfen. Da gilt Selbstbestimmung nicht. Solange Politiker so heuchlerisch sind, sind sie für mich nicht glaubwürdig

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        2. In der Natur ist alles auf Fortpflanzung programmiert. Dafür braucht es bei Mensch und Tier, abgesehen von einigen wenigen Zwitterarten ein Ei und ein Spermium. Selbst bei vielen Pflanzenarten sind männliche und weibliche Arten vorhanden. Alle anderen X Geschlechter resultieren aus diesen beiden.

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          1. @M.Bohm
            Ihre Aussagen sind verkürzt hinstl der Thematik, um die es hier geht und treffen nicht den Kern des Problems.
            Die Aussage “auf Fortpflanzung programmiert” ist für die Spezies Mensch weder aus humanwissenschaftlicher Sicht noch aus spezifisch christlicher Sicht (insbesondere mit Blick auf Jesus und Paulus) korrekt.

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    2. “Die einzigen, die dazu eine relevante Meinung haben, sind die Betroffenen. Punkt.”
      Betroffen sind auch Kinder unter 14 Jahren, die keinerlei ausreichende Erfahrung haben, um die Folgen einer solchen Entscheidung für sich abzuschätzen. Sie wären irregeleiteten Eltern (dass es die gibt, ist in etlichen Reportagen dokumentiert) völlig ausgeliefert.
      Betroffen sind auch jugendliche Minderjährige in der kritischen Phase der Selbstfindung. Für sie gibt es fast keine Bremse mehr, die fatale Fehlentscheidungen durch Medikamente und selbstverstümmelnde Operationen verhindert oder hinauszögert.

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    1. @Gast
      Was für eine stumpfsinnige Denkweise. Stammtischparolen. Und natürlich einmal wieder ohne jegliche gründliche Bibelkenntnisse und Wissen über die hebräische Sprache…

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    2. Hebräischkenntnisse sind von Vorteil.Gott hat “ männlich und weiblich “geschaffen, das sind die beiden äußersten Komponenten.Dazwischen liegt auch anders-was die Medizin und Biologie lehrt.Gott hat auch Tag und Nacht geschaffen und dazwischen gibt es Morgengrauen und Abenddämmerung. Gott hat Wasser und Feste geschaffen und doch gibt es das Moor, das Watt, unterirdische Seen etc.

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  4. Ethische Urteilsfindung bedarf notwendig einer Vermittlung zwischen konkreten Situationen und ethischen Grundüberzeugungen. Werte und Wirklichkeit müssen in eine konstruktive Beziehung gebracht werden. Und zur Wirklichkeit gehören unbedingt die Stimmen der Betroffenen und die Einsichten der Humanwissenschaften.
    Einfach zu behaupten, etwas sei gottlos und unbiblisch, folge der Agenda böser “De-Konstruktivisten” oder widerspreche einem in Basta-Manier präsentierten Bibelspruch macht aus der ethischen Urteilsfindung auf religiöser Basis eine finstere ideologische Angelegenheit, weil sie die betroffenen Menschen nicht im Blick hat.
    @Derek Henrich: ja, die sich so fromm wähnende Blase hat ein toxisches Potential…

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  5. Ich bin evangelikal aufgewachsen und theologisch geprägt, war viele Jahre in einem evangelikalen Werk hauptamtlich tätig.Und für mich überraschend, hat sich eines meiner erwachsenen Kinder als transgend uns Eltern anvertraut.Das war für uns Eltern erstmal ein großer Schock. Mein Kind war schon immer sehr verschlossen und in sich gekehrt. Aber dass es unter extremen Depressionen bis hin zu Selbstmordgedanken litt, war mir nicht bewusst. Unser Kind litt so sehr darunter, im falschen Geschlecht geboren zu sein. Wir haben uns mit Kinderärzten, Psychologen und anderen Eltern ausgetauscht. Ja,es gibt transgender und es zu leugnen entspricht einfach nicht den neuen biologischen und wissenschaftlichen Erkenntnissen.TRANS zu sein ist keine Phase und schon gar nichts was man sich freiwillig aussucht. Die Psychologischen Gespräche bis hin zur Harmontheraphie, und Namensänderung sind finanziell und seelisch sehr kräftezehrend. Ich bin froh, dass unser Kind noch lebt. Unser Kind wurde uns von Gott geschenkt und anvertraut und es ist von Gott so gewollt und geliebt. Wer keine Ahnung von diesem Thema hat, sollte schweigen und sich erstmal ordentlich informieren.Als Einstieg empfehle ich das Büchlein Von Pfr.Lüdke “ Jesu liebt trans“
    Es wird höchste Zeit für eine Veränderung des transgender Gesetztes. Für Christen die dagegen habe ich kein Verständnis, denn sie zeigen damit, dass sie keine Ahnung von dem ganzen Thema haben. Wer sich neuen medizinischen Erkenntnissen verschließt sollte bei den nächsten gesundheitlichen Beschwerden es mit Aderlaß oder Blutegel probieren.

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