Nach Überzeugung der Regierung Sri Lankas haben radikale Islamisten (Symbolbild) die Selbstmordattentate begangen

Nach Überzeugung der Regierung Sri Lankas haben radikale Islamisten (Symbolbild) die Selbstmordattentate begangen

Regierung macht radikale Islamisten verantwortlich

Die Regierung Sri Lankas macht eine Gruppe radikaler Islamisten für die Anschläge vom Ostersonntag verantwortlich. Bislang hat sich jedoch niemand zu den Anschlägen bekannt.

Die Regierung Sri Lankas macht eine radikale Islamistengruppe des Landes für die Selbstmordattentate vom Ostersonntag mit rund 290 Toten und Hunderten Verletzten verantwortlich. Die Gruppe National Thowheeth Jama'ath (NTJ) soll nach Überzeugung der Regierung die Bombenanschläge mit der Unterstützung eines internationalen Netzwerkes ausgeführt haben. Das hat der Gesundheitsminister des Landes, Kabinettssprecher Rajitha Senaratne, am Montag auf einer Pressekonferenz erklärt. Bislang hat sich jedoch niemand zu den Anschlägen bekannt. Nach Angaben der Welt vom Sonntag hat der Präsident des Landes, Maithripala Sirisena, den Ausnahmezustand verhängt.

Hinweise wurden verschleppt

Die Süddeutsche Zeitung (SZ) berichtet am Sonntag, dass die islamistische Splittergruppe „bisher durch Vandalismus an buddhistischen Statuen“ aufgefallen sei. Mitglieder der Vereinigung seien deshalb im Januar 2019 festgenommen worden. Der Regierungssprecher kritisierte nach SZ-Angaben „das angespannte Verhältnis" zwischen Premierminister Ranil Wickremesinghe und den Sicherheitsdiensten, die unter der Leitung von Staatspräsident und Verteidigungsminister Maithripala Sirisena stehen. Demnach hat es mehr als eine Woche vor den Anschlägen Hinweise auf mögliche Angriffe einer radikal-islamischen Gruppe auf katholische Kirchen und die Botschaft Indiens in Sri Lanka gegeben. Der stellvertretende Polizeichef verfasste ein entsprechendes Schreiben am 11. April. Der Premierminister sei jedoch darüber nicht informiert worden.

Am Ostersonntag war es in Sri Lanka zu einer Reihe blutiger Bombenanschläge gekommen. Bei insgesamt acht Explosionen kamen mindestens 290 Menschen ums Leben, mindestens 450 wurden verletzt. Unter den Opfern befinden sich auch zahlreiche Ausländer. Ziel der Selbstmordattentäter waren Luxushotels und christliche Kirchen. Dort hatten sich Christen zu Ostergottesdiensten versammelt. Sie haben die meisten Opfer zu beklagen. Übergriffe gegen Christen hatten nach Angaben von Open Doors, einem Hilfswerk für verfolgte Christen, bereits 2018 zugenommen.

Muslime sind in dem Land eine Minderheit. Etwa zehn Prozent der rund 21 Millionen Einwohner des Landes sind Muslime, sieben Prozent Christen und rund 13 Prozent Hindus. Islamistischen Terror hatte es bislang in Sri Lanka nicht gegeben.

Von: Norbert Schäfer

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