In Sri Lanka haben sich am Ostersonntag mehrere Explosionen in Kirchen (Symbolbild einer Kirche in Puttalam) ereignet

In Sri Lanka haben sich am Ostersonntag mehrere Explosionen in Kirchen (Symbolbild einer Kirche in Puttalam) ereignet

Anschläge auf Kirchen in Sri Lanka mit Toten und Verletzten

Am Ostersonntag haben sich in Sri Lanka mehrere Explosionen ereignet. Auch drei Kirchen waren betroffen. Dort hatten sich Christen zu Ostergottesdiensten versammelt. Der Staatspräsident des Landes sprach von „Angriffen“. Auch in Hotels ereigneten sich Explosionen. Unter den vielen Opfern sind auch Ausländer. (Stand: 22. April, 8:45 Uhr)

In Sri Lanka ist es am Ostersonntag zu einer Serie von Anschlägen auf christliche Kirchen und Hotels gekommen. In den Kirchen fanden zu dem Zeitpunkt Ostergottesdienste statt. Dort gab es die meisten Opfer.

Bei den Anschlägen auf zwei katholische und eine christliche Kirche sowie Luxushotels sind nach Angaben der Behörden mindestens 290 Menschen ums Leben gekommen, darunter auch mindestens 35 Ausländer. Zudem wurden nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) bei den Explosionen rund 450 Menschen verletzt.

Innerhalb einer halben Stunde ereigneten sich zunächst am Sonntagvormittag (Ortszeit) Explosionen in drei Kirchen in drei verschiedenen Städten sowie in drei Luxushotels in der Hauptstadt Colombo. Diese sechs Anschläge sind nach Angaben eines Forensikers des Verteidigungsministeriums Sri Lankas von Selbstmordattentätern ausgeführt worden, berichtet die dpa am Montag. Später am Sonntag wurde eine siebte Explosion in einem kleinen Hotel in einem Vorort der Hauptstadt Colombo gemeldet. Eine achte Explosion ereignete sich dann am Nachmittag in einer Wohngegend in Dematagoda, einem anderen Vorort der Hauptstadt. Die Behörden haben nach dpa-Angaben mehrere Verdächtige festgenommen. Es bekannte sich jedoch bislang niemand zu den Angriffen.

Der Vize-Verteidigungsminister des Landes, Ruwan Wijewarden, sprach am Sonntag auf einer Pressekonferenz von einem „terroristischen Vorfall“. Als Verantwortliche für die Anschlagsserie auf Kirchen und Hotels seien „extremistische Gruppen“ identifiziert worden. Die Behörden hatten eine landesweite Ausgangssperre verhängt, die bis zum frühen Montagmorgen galt. Die Regierung sperrte am Sonntag zudem vorübergehend den Zugang zu sozialen Medien. Die Schulen sollen die kommenden zwei Tage geschlossen bleiben, die Universitäten unbefristet.

„Schreckliche Szenen“

Der Staatspräsident des Landes, Maithripala Sirisena, sprach von „Angriffen“. Die Streitkräfte und die Polizei würden der „Verschwörung“ auf den Grund gehen.

Die Oberbefehlshaber der Streitkräfte hielten mit mehreren Ministern eine Krisensitzung ab, wie der Minister für Wirtschaftsreform, Harsha de Silva, auf Twitter schrieb. Er habe in einer Kirche in Colombo „schreckliche Szenen“ erlebt. Diese sei mit Körperteilen übersät gewesen. Er rief dazu auf, die Ruhe zu bewahren und zu Hause zu bleiben. Rettungsmaßnahmen liefen.

Weltweites Entsetzen

Papst Franziskus gedachte vor Zehntausenden Gläubigen auf dem Petersplatz in Rom der Opfer. „Ich möchte der christlichen Gemeinschaft, die getroffen wurde, als sie im Gebet versammelt war, und allen Opfern so grausamer Gewalt meine innige Nähe ausdrücken“, sagte Franziskus.

UN-Generalsekretär António Guterres war „schockiert über die terroristischen Attacken auf Kirchen und Hotels an Ostersonntag, einem heiligen Tag für Christen überall auf der Welt“. Zahlreiche Staats- und

Regierungschefs, darunter US-Präsident Donald Trump, Russlands Präsident Wladimir Putin, Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Bundeskanzlerin Angela Merkel verurteilten die Angriffe scharf.

Der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, setzte auf Facebook den Auswüchsen von Hass und Gewalt die Osterbotschaft entgegen.

Die deutsche Botschaft in Colombo riet dringend dazu, öffentliche Orte in Sri Lanka zu vermeiden. Die Bundesregierung reagierte tief betroffen.

Der südasiatische Inselstaat ist ein beliebtes Touristenziel, auch für Europäer. Sri Lanka mit seinen knapp 21 Millionen Einwohnern ist mehrheitlich buddhistisch. Rund 7,4 Prozent der Bevölkerung sind Christen. Zudem sind 12,6 Prozent der Einwohner Hindus, 9,7 Prozent Muslime.

Sri Lankas Bürgerkrieg war 2009 nach 26 Jahren zu Ende gegangen. Die Rebellengruppe Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE) hatte für einen unabhängigen tamilischen Staat im Norden des Landes gekämpft. Die Armee ging gegen die Aufständischen mit aller Härte vor und besiegte sie schließlich. Die UN wirft beiden Seiten Kriegsverbrechen vor.

Von: dpa

Sie können sich über Disqus, facebook, Twitter oder Google+ anmelden um zu kommentieren. Bitte geben Sie einen Namen, unter dem Ihr Kommentar veröffentlicht wird, und eine E-Mail-Adresse ein. Die E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Um Missbrauch zu vermeiden, werden wir Ihren Kommentar erst nach Prüfung auf unserer Seite freischalten. Wir behalten uns vor, nur sachliche und argumentativ wertvolle Kommentare online zu stellen. Bitte achten Sie auch darauf, dass wir Beiträge mit mehr als 1600 Zeichen nicht veröffentlichen. Mit Abgabe des Kommentars erkennen Sie die Nutzungsbedingungen an.

Datenschutz
Die Technik der Kommentarfunktion "DISQUS" wird von einem externen Unternehmen, der Big Head Labs, Inc., San Francisco/USA., zur Verfügung gestellt. Weitere Informationen, insbesondere darüber, ob und wie personenbezogene Daten erhoben und verarbeitet werden, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Moderation
Die Moderation der Kommentare liegt allein beim Christlichen Medienverbund KEP e.V. Allgemein gilt: Kritische Kommentare und Diskussionen sind willkommen, Beschimpfungen / Beleidigungen hingegen werden entfernt. Wie wir moderieren, erklären wir in den Nutzungsbedingungen.

comments powered by Disqus

Anzeige

Anzeige