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Gericht untersagt weiteren „Bild“-Bericht über Kardinal Woelki

Der Kölner Erzbischof Rainer Maria Woelki ist vor Gericht erneut erfolgreich gegen einen Artikel der „Bild“-Zeitung vorgegangen. Das Landgericht Köln untersagte der Boulevardzeitung in einem am Mittwoch verkündeten Urteil, über eine „Vertuschungsmafia“ an der Spitze des Erzbistums zu schreiben.
Von Johannes Blöcher-Weil
Der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki
Der Kölner Erzbischof Kardinal Rainer Maria Woelki hat einen weiteren Rechtsstreit gegen die „Bild“-Zeitung gewonnen

Der Erzbischof des Erzbistums Köln, Rainer Maria Woelki, hat vor Gericht einen Sieg gegen die „Bild“-Zeitung errungen. Das Blatt hatte am 22. Mai 2021 in einem sowohl in der Print- als auch in der Onlineausgabe erschienen Artikel berichtet, den Kardinal bringe „ein bislang geheim gehaltener Bericht aus dem Giftschrank des Erzbistums in Erklärungsnot“. Auch die Berichterstattung über einen „geheim gehaltenen Bericht“ wurde verboten.

Das Gericht urteilte am Mittwoch, dass der Artikel den Erzbischof in seinem allgemeinen Persönlichkeitsrecht verletze. Der Beitrag lege nahe, dass der Kardinal die Aufarbeitung der Missbrauchsfälle nicht ernsthaft betrieben habe, befanden die Richter. Dies setze dessen Ruf herab. Die Behauptung, dass ein anonymer Bericht, der 2012 an das Erzbistum gesendet worden ist, bis heute geheim gehalten wurde, sei falsch, heißt es in dem Urteil weiter.

Das anonyme Schreiben sei verschiedenen Rechtsanwälten zur Prüfung vorgelegt worden. Es sollte bei strafrechtlicher Relevanz an die Strafverfolgungsbehörden weitergeleitet werden. Der in dem Artikel verwendete Begriff einer „Vertuschungsmafia“ im Erzbistum Köln stellt nach Ansicht des Gerichts eine unzulässige Verdachtsberichterstattung dar.

Leserinnen und Leser verstünden darunter ein systematisches Zusammenwirken einer Clique an der Spitze des Kölner Erzbistums zur Vertuschung sexueller Gewalt von Priestern gegen Minderjährige, zu der auch der Erzbischof zu rechnen sei. Dieser Eindruck werde durch den Kontext und die konkrete Aufmachung des Artikels gefördert.

„Bild“-Zeitung hat Grundsätze nicht eingehalten

Die „Bild“-Zeitung habe dabei die Grundsätze, die die Rechtsprechung an eine sogenannte Verdachtsberichterstattung stellt, nicht eingehalten. Zwar bestehe ein hohes öffentliches Interesse am Ausmaß der Missbrauchsvorwürfe und darüber, inwieweit sich der Erzbischof an der ernsthaften Aufarbeitung dieser Fälle beteiligt habe, erklärte das Gericht.

Es sei jedoch nicht das erforderliche Mindestmaß an belastbaren Tatsachen ersichtlich. Zudem sei der Artikel nicht ausgewogen. Es würden wesentliche entlastende Umstände, die Woelki der Zeitung zuvor in einer Stellungnahme mitgeteilt hatte, nicht in dem notwendigen Maß genannt.

Der Kölner Erzbischof wehrt sich gegen die Berichterstattung der „Bild“ in insgesamt vier Verfahren. Zwei Urteile hatte das Landgericht Köln bereits am 18. Mai verkündet. In dem einen wurde die Berichterstattung in der Online-Ausgabe der Zeitung als unzulässig untersagt. Ein weiterer Artikel durfte so erscheinen. Eine weitere Entscheidung in dem noch anhängigen Verfahren wird nach Angaben des Gerichts voraussichtlich am 22. Juni verkündet.

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2 Antworten

  1. Eines hat das Gericht ganz deutlich gemacht:
    Teile der Presse arbeiten mit Unterstellungen und Verleumdungen.

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  2. Das Entscheidende, das nicht vergessen werden darf:

    Voraussetzungen für das Leitungsamt der Gemeinde:
    1 Es heißt – und das ist ein wahres Wort –: »Wenn sich jemand um ein leitendes Amt in der Gemeinde bemüht, strebt er nach einer großen und ehrenvollen Aufgabe.« 2 Darum kommt als Gemeindeleiter nur jemand in Frage, der ein untadeliges Leben führt. Er muss seiner Frau treu sein und sich durch Besonnenheit und Verantwortungsbewusstsein auszeichnen. Sein Verhalten darf keinen Anstoß erregen…
    1.Timotheus 3,1-5

     Paulus schreibt in 2.Korinther 6,3-7:
    “3 Weil mir diese Botschaft anvertraut ist, sehe ich darauf, dass mein Verhalten in jeder Hinsicht einwandfrei ist; denn ich möchte nicht, dass der Dienst, der mir aufgetragen ist, in Verruf kommt. 4 Meine »Empfehlung« ist es, dass ich mich in allem als Diener Gottes erweise: Mit großer Geduld ertrage ich Sorgen, Nöte und Schwierigkeiten. 5 Ich werde geschlagen, ich werde eingesperrt, sie hetzen das Volk gegen mich auf. Ich arbeite mich ab, ich verzichte auf Schlaf und Nahrung. 6 Ich empfehle mich weiter durch ein einwandfreies Leben, durch Erkenntnis, durch Geduld und durch Freundlichkeit, durch Wirkungen des Heiligen Geistes und durch aufrichtige Liebe, 7 durch das Verkünden der Wahrheit und durch die Kraft, die von Gott kommt. Meine Waffe für Angriff und Verteidigung ist, dass ich tue, was vor Gott und vor Menschen recht ist.”

     Da können auch die teuren Talare der Amtsträger nicht helfen, wenn der Charakter fehlt!!!

     “Wenn die Vertreter der Kirche Christen sind, dann bin ich kein Christ; und umgekehrt.”
    Leo Tolstoi

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