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Fußball-Legende, Vorbild, Katholik: Pelé stirbt mit 82 Jahren

Er gilt als der größte seiner Zunft. Am Donnerstag ist der brasilianische Fußballer Pelé nach schwerer Krankheit gestorben. Er wurde 82 Jahre alt. Neben dem Sport spielte im Leben des Ausnahmesportlers auch der christliche Glaube eine wichtige Rolle.
Von PRO
Der Fußballer Pelé im Jahr 1960

Foto: AFP/SCANPIX

Der brasilianische Fußballer Pele lässt seinem Gegenspieler mit seiner unnachahmlichen Spielweise keine Chance

Edson Arantes do Nascimento oder kurz: Pelé. Ein Name, der generationsübergreifend Fußball-Fans auf der ganzen Welt Gänsehaut zaubert und dessen Klang für die großen Momente im Fußball steht. Am Ball war er einer der Besten und Erfolgreichsten aller Zeiten. Aber Pelé war auch ein Spieler mit Bodenhaftung, dem sein christlicher Glaube wichtig war. Am Donnerstag ist Pelé nach schwerer Krankheit im Alter von 82 Jahren gestorben.

Die Liste seiner sportlichen Erfolge und Auszeichnungen liest sich bombastisch. Dreimal wurde er Weltmeister mit seinem Heimatland Brasilien. Und auch mit seinem Verein – dem FC Santos – gewann er in seiner langen Karriere 26 nationale und internationale Titel. Bei vielen Meisterschaften war er Torschützenkönig für sein Land oder seinen Verein. Insgesamt erzielte er 1301 Tore in 1390 Spielen.

Daneben stehen zahlreiche persönliche Auszeichnungen für den Brasilianer. So wurde er etwa zum Weltfußballer des 20. Jahrhunderts gewählt. Das Internationale Olympische Komitee ernannte ihn 1999 zum „Sportler des Jahrhunderts“ in der Kategorie Fußball. Für sein Lebenswerk erhielt er den Ehrenpreis des FIFA Ballon d’Or.

Pelés Familie wuchs in ärmlichen Verhältnissen in der Kleinstadt Três Corações, im Süden des brasilianischen Bundesstaates Minas Gerais, auf. Als kleiner Junge trug er als Schuhputzer mit zum finanziellen Auskommen der Familie bei – wenn er nicht Fußball spielte.

Jüngster Weltmeister aller Zeiten

Seine erste Profistation absolvierte er beim FC Santos. Dafür verließ Pelé das Armenviertel seiner Heimatstadt. Mit 16 Jahren rückte er in den Profikader des Vereins und wurde schnell Stammspieler. Im Juli 1957 wurde er dann in die Nationalmannschaft berufen. Von der WM 1958 kehrte er als Nationalheld mit etlichen Rekorden zurück: Er war jüngster Spieler, jüngster Torschütze und jüngster Weltmeister.

Der legendäre Kombinationsfußball seiner Vereinsmannschaft brachte dem FC Santos den Namen „Weißes Ballett“ ein. 1974 verkündete er, ausgestattet mit etlichen Titeln, seinen Rücktritt vom aktiven Profisport. Er kehrte ein Jahr später noch einmal, wohl aufgrund finanzieller Probleme, in die finanziell lukrative nordamerikanische Profiliga NASL zurück und spielte dort noch einige Jahre.

Auch nach dem Ende der Karriere brachte sich der technisch so beschlagene und bewegliche Fußballer gesellschaftlich ein. Als UN-Sonderbotschafter war er weltweit für zahlreiche Entwicklungsprojekte tätig. Von 1995 bis 1998 war er Sportminister seines Landes. Für die Ausübung seines Postens wurde er auch kritisiert, dass er das Amt zu sehr zu seinem eigenen Vorteil nutze.

„Sehr gottesfürchtig“

Privat war der Fußballer zunächst mit Rosemeri dos Reis Cholby verheiratet, die zwei Töchter und einen Sohn zur Welt brachte. Die Ehe wurde 1982 geschieden. In den 1990er Jahren erkannte Pelé die Vaterschaft für zwei uneheliche Töchter an. Zwischen 1994 und 2008 war der Brasilianer mit der Gospel-Sängerin Christin Assíria Lemos Seixas verheiratet.

Sie bezeichnete ihren Mann in einem Interview als „sehr gottesfürchtig“. Das Paar ist Eltern von Zwillingen. Die Kinder hätten sie nach christlichen Werten erzogen, mit ihnen gebetet und in der Bibel gelesen. Sie und ihr Mann hätten den Wunsch, „dass unsere Kinder den Weg Gottes einschlagen“. Sie selbst sagte, dass ihr die Heirat mit Pelé viele Türen geöffnet habe. Dort hinein habe sie Jesus gebracht.

Der Fußball-Profi habe vor der gemeinsamen Hochzeit betont, dass er bei einer weiteren Ehe „nur eine gläubige Frau heiraten wolle“. Der Katholik macht kein Geheimnis aus seinem Glauben. Von ihm stammt auch das Zitat: „Arm, reich, hässlich oder schön, für Gott sind alle Menschen gleich. Warum er ausgerechnet mir diese Gabe geschenkt hat, weiß ich nicht.“

2005 war er zu Besuch beim Weltjugendtag in Köln, die er „als besondere Tage“ erlebte. Pelé spielte in einigen Filmen mit und war selbst Bestandteil von Dokumentationen oder Serien. Es gibt auch eine Sondermarke der brasilianischen Post mit seinem Konterfei. Seine 1301 Tore in 1390 Spielen dürften bis heute weltweit unerreicht sein.

Im September 2021 wurde ein Tumor in Pelés Dickdarm festgestellt. Anfang Dezember 2022 meldeten brasilieanische Medine, dass die Krebsbehandlung im Hospital Albert Einstein in São Paulo ausgesetzt worden sei, weil sie nicht mehr anschlage. Pelé erhalte nur noch palliative Pflege. Damals schrieb er auf Instagram: „Ich habe großes Vertrauen in Gott und jede Liebesbotschaft, die ich von Ihnen auf der ganzen Welt erhalte, hält mich voller Energie.“

Von: Dr. Johannes Blöcher-Weil und Martin Schlorke

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2 Antworten

  1. Pele erzielte in seiner Karriere 1.284 Tore in 1.366 Spielen und wurde mit seiner Trikotnummer 10 beispielgebend für alle Fußballer der Welt.

    “Auch im Alter blieb Pelé ein gläubiger Mensch und erklärte etwa nach einem Spitalsaufenthalt 2019, er empfinde seine gesundheitlichen Beschwerden so, “als ob Gott mich um eine Rechnung bittet”. Beim Tod von Diego Maradona im November 2020 erklärte er: “Eines Tages, im Himmel, werden wir zusammen in einer Mannschaft spielen. Und es wird das erste Mal sein, dass ich auf dem Spielfeld meine Faust in die Luft recke, ohne ein Tor zu feiern. Weil ich dich endlich wieder umarmen kann”. Und noch in seiner aktiven Zeit hatte er bekundet: “Ich hoffe, dass Gott mich im Himmel so empfangen wird, wie mich die ganze Welt heute dank unseres geliebten Fußballs empfängt.” Kathpress.at

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  2. “Eines Tages, im Himmel, werden wir zusammen in einer Mannschaft spielen.” Im Himmel wird kein Fußball gespielt. Eine Schau in den Himmel zeigt uns die Offenbarung des Johannes. Was hier wiedergegeben wird, ist doch alles blanker Unsinn, Wunschdenken, fernab jeglichen Bibelzeugnisses.

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