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Meinung

Fünf nach zwölf?

Krisen sind immer gut für apokalyptische Klischees. Aber dass auch die Pandemie-Experten sie bedienen, zeugt vor allem von Hilflosigkeit. Und auch sonst liegt in der Hinsicht einiges im Argen.
Von Jürgen Mette
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Jürgen Mette
Jürgen Mette findet apokalyptische Bilder in der Krise nicht passend

„Es ist möglich, dass sich die Lage noch verschlimmert!“, das sagte vor wenigen Tagen RKI-Chef Professor Lothar Wieler. Und der Chefarzt einer Kölner Klinik, in der alle Intensivbetten belegt sind: „Wir stehen nicht kurz vor 12, sondern kurz nach 12!“

Wer kennt nicht diese Fünf-vor-zwölf-Prediger, denen jede Krise recht ist, um ihre apokalyptischen Untergangsspekulationen zu verbreiten. Aber  jetzt bedienen führende Pandemie-Experten dieses Klischee!

Wer in dieser täglich zunehmenden Ratlosigkeit der Bundesregierung und der Experten jedoch demonstrativ auf Maske und Abstandsregel pfeift, den oder die würde ich auf der Stelle zum Hilfsdienst auf einer Covid-19-Intensivstation verpflichten. Ich fürchte aber, dass bei diesen notorischen Querdenkern, Pandemie-Leugnern, Verschwörungsphantasten und Verhöhnern der politischen Entscheider jedes Werben um Verständnis für die aktuelle Situation dem sinnlosen Versuch gleicht, die Zahnpasta wieder zurück im die Tube zu bringen.

Zu diesem Lager zähle ich nicht Menschen, die besonnen und völlig zu Recht auf die riskante Verkürzung der Testphasen der Impfstoffe und ein chaotisch wirkendes Krisenmanagement und der Impfstoff-Logistik hinweisen. Das „Wie“ der Bewältigung der Pandemie muss politisch verantwortet werden. Anlässlich der nächsten Bundestagswahl am 26. September, die uns auch einen neuen Kanzler oder Kanzlerin bescheren wird, haben wir Gelegenheit, unserer Bürgerpflicht nachzukommen.

Wo bleibt der Respekt?!

Neuerdings sieht man in den Demos Menschen mit gelbem Judenstern am Arm. Das ist sicher keine Charmeoffensive gegenüber dem alten und dem gegenwärtigen Israel. Es zeigt das geschichtsvergessene Wutbürgertum, das damit behauptet, so verfolgt zu sein wie damals die Juden im Holocaust, und die gleichzeitig im Bann diverser Verschwörungstheorien stecken, in denen Juden das Kapital der ganzen Welt an sich reißen wollen. Was für eine perfide Verhöhnung der letzten Holocaustüberlebenden!

Ich bekam vor ein paar Tagen ein Filmchen zugeschickt. Da wurde auf hässliche Weise die Kanzlerin als „Merkel-chen“ vorgeführt, die darüber nachdenkt, was sie uns noch alles Böses zufügen könnte. Urheber dieser verbalen Erniedrigung der Kanzlerin ist Bodo Ramelow, der thüringische Ministerpräsident (Die Linke). Er hat sich inzwischen für diese Respektlosigkeit entschuldigt, aber es fällt auf, wer sich nun dieser verbalen Verniedlichung bedient.

Und in ein paar Tagen erfahren wir, in welchem Geist die zwei Bewerberpaare mitten in einer Seuche und einer gigantischen Staatsverschuldung in das Finale der Bundestagswahl einziehen wollen. Söder redet locker von seiner Freundschaft mit „Armin“, der seinerseits kürzlich darauf hingewiesen hat, dass wir jetzt ganz andere Sorgen haben. Annalena Baerbock wird die Kanzlerfrage mit Robert Habeck entscheiden. Und es wird nicht ohne Verletzung gehen.

Bleiben Sie wachsam, denn das Böse, der Durcheinanderbringer, hat durchgehend geöffnet. Lasst uns gerade jetzt und trotz allem die Hoffnung leben, die wir von Jesus gelernt haben, ob es nun fünf vor zwölf oder fünf nach zwölf ist.

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17 Antworten

  1. Danke viel mals fuer diese Kolumne. Es ist Gut mal eine Vernuenftige Stimme zu Hoeren. Ich bin auch, um es auf englssh zu Sagen, disgusted, wie tief der respekt fuer unsere Politiker gefallen ist. Aber ich nehme an das viele in der politik das all Erloesende mittel sehen. Wie schwirieg entscheidungen sind, darán denkt Heute niemand mehr. Viele haben Vergessen das wir als christenmenschen in der Pflicht stehen fuer unsere obrigen zu Beten und unsere Hoffnung auf Jesus zu setzten und auf Weisheit von Ihm fuer unsere aktuellle situation! Gruss Salvatore

  2. Ich kann mich dem Lob des vorangehenden Kommentars nur anschließen.
    Ein wenig mehr Verständnis für Politik und vor allem Politikerinnen und Politiker täte gut!
    Wie sich auf die Pandemie reagieren lässt, zeigt Portugal. Nach katastrophalen Zahlen (Ende Januar eine Inzidenz von fast 900 und überbelegte Krankenhäuser) wurden vom Staat einschneidende Maßnahmen beschlossen und – und das ist das Entscheidende – die Bürger hielten sich daran. Weil sie die parkenden Krankenwagen mit Erkrankten an Bord vor den Krankenhäusern sahen, die warten mussten, bis wieder ein Platz frei wurde. Und weil die Todeszahlen der an bzw. mit Covid an einem Tag Verstorbenen in eine Höhe schossen, die der sonst normalen Todesrate an einem Tag entsprach.
    Die Wissenschaft und zumindest überwiegend auch die Politik haben immer gesagt, was Not tut. Aber es gab und gibt Rücksichtslose und Ignoranten und rücksichtslose Ignoranten!
    Ich habe mir am Ostersamstag den gesamten Live-Stream der Querdenken-Demonstration von Stuttgart zugemutet, und das war eine Zumutung: Was dort an idiotischem Blödsinn und Demokratiefeindlichkeit artikuliert wurde…. haarsträubend und beänstigend!
    Die Hoffnung in und auf Christus sollte besonnen machen und immun gegen Irratinalismus und Extremismus.
    Mit freundlichen Grüßen an Herrn Mette!

  3. Dieser sehr impulsiv verfasste Beitrag war sehr einseitig belegt. Nach einem Jahr Corona-Management unserer Regierung, kann ich nur die Zeugnisnote “Mangelhaft” verteilen.
    Wo sind in den öffentlich-rechtlichen Medien auch kritische Stimmen zu diversen Lockdowns, Maskenzwang oder zur Impf-Propaganda zu hören?
    Jede und jeder, der momentanen etwas aus der Reihe tanzt, wird als Verschwörungstheoretiker abgestempelt. In der aktuellen Diskussion ist wenig von der Freiheit eines Christen spürbar. Obwohl keine genauen Studien über das Tragen von Masken oder der Nebenwirkungen der Impfstoffe bekannt sind, werden die Maßnahmen als Allheilmittel dargestellt. Hauptsache durchimpfen um möglichst schnell scheinbare Ruhe zu versprechen.
    Wo sind die Gedanken bei überforderten Eltern, Schülerinnen und Schülern, ausgebrannten Lehrerinnen und Lehrer, den vielen Arbeitslosen?
    Wo sind die christlichen Prediger in der Wüste? Wo die Visionäre? What would Jesus do? Alles schön mitmachen?
    Es wäre sehr erfreulich, wenn “Pro*, auch ein Mal einen Beitrag abdrucken würde, der” all eingelassen Menschen ” wieder Perspektiven eröffnet, die Mut und Zuversicht wecken!

    1. Lieber Herr Will,
      ich habe mich sehr um Sachlichkeit gemüht. War ich impulsiv?
      Ich gebe Impulse weiter, insofern werde ich weiter impulsiv schreiben.
      Aber ich schreibe ohne Schaum vor dem Mund! Wer Schaum vor dem Mund hat, soll sich rasieren, aber keine Kolumne schreiben.
      Bleiben Sie wachsam!

      Jürgen Mette

  4. Dem Kommentar von Herrn Will kann ich nur zustimmen. Viele kapieren gar nicht, wie sie sich benutzen lassen um die Spaltung unserer Gesellschaft voranzutreiben. Es müssen Schuldige gesucht werden: Die bösen Querdenker und alle die sich nicht an die Regeln halten. Da ich selber schon auf diesen Demos war, kann ich beurteilen wie verlogen und einseitig die Berichterstattung darüber ist. Ein offener Diskurs über das ganze Thema ist leider nicht möglich bzw. wird von den Verantwortlichen mit aller Macht unterbunden. Wir alle werden dafür in nicht allzu ferner Zukunft die Rechnung bezahlen.

    1. Ich hätte auch mal auf andere Wissenschaftler wie Prof. Sucharit Bhakdi, John Ioannidis, Prof Hockertz, Dr. Wodarg und viele andere gehört, dazu mal auf Länder geschaut die ohne Lockdown ausgekommen sind.

  5. Diese gebetsmühlenhaft wiederholte Behauptung einer “verlogenen” Berichterstattung, lässt sich ohne weiteres als billige Propaganda entlarven, wenn man sich die Live-Streams der Demonstrationen, die von den Organisatoren selbst online gestellt werden, anschaut. Ich habe mir das zugemutet mit der letzten Quer-“denken”-Demonstartion in Stuttgart. Was da auf der Bühne veranstaltet wurde, spottet jeder Beschreibung:
    Ein Dr. Hanka – Vertreter der Neugermanischen [!] Medizin (geründet von dem rechtsextremen antisemitischen Esoteriker Dr. Hamer) – bestreitet die Existenz von Viren überhaupt, also von allen Viren – Anselm Lenz – ehemals TAZ-Jounrnalist, aber aus guten Gründen gefeuert – fordert eine verfassungsgebende Versammlung, die Grundfragen klärt, z.B. wie man mit einem dysfunktionalen Parlament umgeht und droht allen die mit dem “Coronaregime” kooperiert haben, dass sie bereits auf Listen stehen und zwar bis in mittlere Führungsebenen, ein ehemaliger Lehrer und Schulleiter fordert die Abschaffung der Schulpflicht, wenn die BRD endlich ein souveräner Staat ist, damit man Kinder in Bildungsinstitutionen geben kann, die nicht unser totalitärres Regime verherrlichen…. Moderatorin ist u.a. Britta Bertold, die Gattin von Thomas Bertold, die ständig von Liebe und Patrioten schwafelt – Liebe und Gott kommen übrigens sehr häufig vor-, und auch der Gatte, der ja nie im Verdacht stand, seinen Kopf für irgend etwas anderes benutzen zu können, als Bälle hinten raus zu köpfen, hat einen Verschwörungsvortrag zum besten gegeben…. Da braut sich inmitten eines entwurzelten Bürgertums eine widerliche braune Esoterik zusammen.

    1. Wenn sie meinen wir hätten noch eine neutrale, ausgewogene Berichterstattung, dann bleiben sie ruhig bei ihrer Meinung. Viele sehen das inzwischen anders. Wenn sie die Hunderttausende, die inzwischen an solchen Demos teilgenommen haben, als entwurzeltes Bürgertum und als widerliche braune Esoterik bezeichnen, dann zeigt das wie viel Empathie sie für Menschen haben die ihre Existenz, oder ihren Arbeitsplatz verloren haben, für Eltern die fast verzweifeln wegen eines nicht endenden Homeschooling, für Kinder und Erwachsene die immer mehr psychische Probleme bekommen. Dass es in dieser Bewegung am Rande auch solche Dinge gibt, die sie angesprochen haben mag sein. Meine Erfahrung ist, dass hier Menschen zum ganz grossen Teil aus der bürgerlichen Mitte unterwegs sind. Ich weiß wovon ich spreche. I

      1. Was ich beschrieben habe, war auf der Bühne, kam als aus dem Zentrum der “Bewegung”! Hören Sie also auf mit Ihren larmoyanten Ablenkungsmanövern!

        1. Ihrer Ausdrucksweise zufolge müssen sie wohl überaus gebildet sein !!! (larmoyant). Die Folgen der unverhältnismäßigen Massnahmen und ihrer Auswirkungen die ich angesprochen habe, siind für sie halt nur larmoyante Ablenkungsmanöver. Sie dürfen natürlich weiter in ihrer Erfahrungswelt leben. Aber ob sie es glauben oder nicht, es gibt Menschen, die müssen inzwischen zwangsweise mit anderen Erfahrungen leben. Als selbst Betroffener sieht die Welt manchmal komplett anders aus.

      2. Guten Tag HoZi,

        ich finde manches Verhalten von Querdenkern auch enorm kritisch besonders, wenn unter dem eigentlichen Anliegen etwas ganz anderes unterminiert wird.
        Leider wird zu oft unter dem Vorwand einer kritischen Haltung die wichtig ist und ein Korrektiv sein kann rechtes Gedankengut eingebracht.
        Auf der anderen Seite geben Menschen wie Carvalho mit geäußerter Verachtung gegen Querdenker absolut jeden Anlass die Situation eskalieren zu lassen.
        Leider gehen hier auf beiden Seiten so wichtige Argumente verloren. Auch bei Querdenkern muss man hinhören und da sind nicht alle rechts.
        Demokratiefreunde können auch extrem intolerant sein nämlich genau dann, wenn keine andere Meinung mehr gelten darf.

        1. Es ist ja sehr interessant, dass jetzt diejenigen, die Quer-“denkern” ihre Demokratiefeindlichkeit attestieren – die jeder auf offener Bühne sehen und hören kann – die Situation eskalieren lassen und nicht diejenigen, die auf Journalisten losgehen, der deutschen Regierung die Legitimität absprechen, von Listen schwadronieren, auf denen die verzeichnet sind, die das Corona-Regime unterstützen usw. usf. Geht`s noch? Und sehr richtig und wichtig: keine Toleranz gegenüber Feinden der Demokratie!

  6. In einer solch großen Krise und wird es Fehleinschätzungen und falsche Entscheidungen geben und diese Tatsache würdigt dieser Beitrag in der richtigen Weise. Auch wird es deshalb öfters ein auf Sicht fahren geben müssen. Dies kann man aber auch einer gebildeten Bevölkerung transparent sagen und braucht kein Nannyhaftes Verhalten der Regierenden wie es gerade zu oft geschieht
    Wie Jürgen Mette schreibt sind die Impfstoffe sehr schnell entwickelt worden. Dann liegt es in der Natur der Sache, dass es zu unerwünschten Nebenwirkungen und zu Aussetzungen vom Impfstoffen usw. kommt. Bei großen krisenhaften Siuationen ist es auch ganz normal, dass Verschwörungstheorien aufkommen und befürchtet wird, dass diese Umstände von politischen Kräften zum Nachteil der Bevölkerung ausgenutzt werden. Geschichtliche Beispiele aus Deutschland gibt es dazu genug.
    Deshalb ist es wichtig an die Eigenverantwortung jedes einzelnen zu appellieren, Aussagen kritisch zu prüfen und selbst verantwortungsvoll zu handeln
    Dankbar können wir über einen Staat sein, der die riesigen finanziellen Aufwände bewältigen kann und das meiste für den Bürger kostenlos ist. Dazu ein Gegenbeispiel: in Kenia kostet eine Impfung 60,- € und es muß vor des Belegens eines Intensivbettes schon mal gleich 4.500,- € bezahlt werden. Da wird dann manches deutsches Problem etwas kleiner….

  7. Ich stimme Matze hier zu. Niemand kann serös eine Einschätzung geben, da wir tatsächlich nur stückweise weit sehen können.
    Auch ich nehme die beiden extremen Pole sehr deutlich war. Was mir aufgefallen ist. Das ein Dialog schwer geworden ist.
    Ich denke unsere Politiker sind weder die großen Helden noch an allem Schuld. Genauso sehe ich das bei „Querdenkern“
    Ich habe mir gerade aus direkter Nähe berichten lassen wie es ist ein kleines Geschäft zu besitzen und ein Jahr weder ein noch aus zu wissen da die Miete weiter gezahlt werden muss.
    Die Not dieser Pandemie kommt durch direkte Betroffenheit zum einen durch das Virus und zum anderen durch verordnete Maßnahmen sehr unterschiedlich an.
    Wenn man keinen Einkommensabbruch hat lässt sich ganz locker über andere bestimmen. Andersherum wer direkt von Corona betroffen war oder ist hat auch seine Sicht auf die Dinge.
    Es bringt nichts dort die Guten und da die Bösen zu suchen. Wir müssen aufeinander zugehen und versuchen uns auch zuzuhören. Für mich als Christ wichtig ist die Einsicht das niemand frei von Schuld und Fehlern ist. Es scheint bisher auch so zu sein das es die Menschen in unseren Land deutlich besser haben als unsere Nachbarn in Bezug auf Krankenhausbetten / Kosten Impfen / Kurzarbeitergeld usw. Hier ist trotz Krise auch Dankbarkeit angebracht.

  8. Leider empfinde ich es auch so, dass in der Presse sehr viel Stimmung gegen regierungskritische Meinungen gemacht wird, ebenso auch Sie Herr Mette! Ich finde ihren Kommentar sehr einseitig und lieblos gegen alle die Menschen, die gerade existenziell zu kämpfen haben. Warum dazu keine Worte? Man macht den anderen mit Beschimpfungen, wie Nazi, Querdenker und Wutbürger, mundtot. Ist das redlich? Bitte denken Sie nochmal über Ihre Einseitigkeit nach!!!

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