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Friedensnobelpreis, Muezzin-Ruf und Konstituierung des Bundestags: Das war der Oktober 2021

Thomas de Maizière wird neuer Präsident des Evangelischen Kirchentags. Ein Muezzin-Ruf sorgt für Diskussion und der Friedensnobelpreis geht an zwei Journalisten, die unter Druck stehen. Außerdem kommt der neue Bundestag zu seiner ersten Sitzung zusammen.
Von Johannes Schwarz
Jahresrückblick Oktober

Foto: The Climate Reality Project on Unsplash

Weil sie sich für Frieden und investigativen Journalismus einsetzten, bekamen zwei Medienschaffende den Friedensnobelpreis

Verteidigung der Meinungsfreiheit

Der Friedensnobelpreis ging in diesem Jahr an die philippinische Journalistin Maria Ressa und den russischen Journalisten Dmitri Muratow. Das teilte das norwegische Nobelkomitee am 8. Oktober in Oslo mit. Die beiden Journalisten wurden für ihren Einsatz für Meinungsfreiheit ausgezeichnet, die Voraussetzung ist für Demokratie und anhaltenden Frieden, wie die Vorsitzende des Nobelkomitees, Berit Reiss-Andersen, sagte. Der Friedensnobelpreis ist in diesem Jahr mit zehn Millionen Schwedischen Kronen (über 980.000 Euro) dotiert.

Dmitry Muratov Foto: Euku | CC BY-SA 3.0 Unported
An den Russen Dmitry Muratov wurde der Friedensnobelpreis verliehen

Köln in allen Schlagzeilen

Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos) hat im Oktober das Kölner Pilotprojekt verteidigt, den Gebetsruf Muezzin von Moscheen unter Auflagen zuzulassen. Sie reagierte damit auf die kontroverse Diskussion in den sozialen Netzwerken über die Entscheidung der Stadt. „Köln ist die Stadt der (religiösen) Freiheit & Vielfalt. Wer am Hbf ankommt, wird vom Dom begrüßt und von Kirchengeläut begleitet“, schrieb sie auf Twitter. Viele Kölnerinnen und Kölner seien Muslime, erklärte die Kommunalpolitikerin und sprach von einem „Zeichen des Respekts“. Weit über Köln hinaus entstanden Diskussionen über den islamischen Gebetsruf.

Oberbürgermeisterin Henriette Reker Foto: Elke Wetzig | CC BY-SA 4.0 International
Die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker meldete sich zu Wort, nachdem eine spannungsvolle Diskussion entstanden war

Evangelischer Kirchentag präsentiert Präsident und Losung für 2023

Am 18. Oktober hat der Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) das Motto sowie die Präsidentschaft des 38. Kirchentags in der fränkischen Metropole Nürnberg bekannt gegeben, der vom 7. bis 11. Juni 2023 stattfindet. Unter der Präsidentschaft von Thomas de Maizière soll die Losung „Jetzt ist die Zeit“ aus dem Markus-Evangelium 1,15 zum zentralen Ideengeber werden. Fünf Tage sollen Raum geben, über die drängendsten Fragen der Zeit zu diskutieren und Glauben praktisch gemeinsam zu leben.

Kirchentag - Losung und Präsident Foto: Evangelischer Kirchentag
Der Präsident des Kirchentags Thomas de Maizière möchte besonders die junge Generation ansprechen

Chaostage bei Bild

Der Verlag Axel Springer hat Bild-Chefredakteur Julian Reichelt am 18. Oktober mit sofortiger Wirkung von dessen Aufgaben entbunden. Nachdem Reichelt im Frühjahr bereits für einige Zeit freigestellt und nach einer Compliance-Untersuchung auf seinen Posten zurückkehrt war, teilte der Konzern mit, als Folge von Medienrecherchen im Oktober neue Erkenntnisse über das aktuelle Verhalten Reichelts gewonnen zu haben. Als der Vorstand dem nachgegangen sei, habe er erfahren, „dass Julian Reichelt auch nach Abschluss des Compliance-Verfahrens im Frühjahr 2021 Privates und Berufliches nicht klar getrennt und dem Vorstand darüber die Unwahrheit gesagt hat“. Der Vorwurf des Machtmissbrauchs soll weiter untersucht werden und Veränderungen auch innerhalb des Axel-Springer-Konzerns vorangetrieben werden.

Foto: Superbass/Wikimedia Commons | CC BY-SA 4.0 International
Nicht mehr Chef bei Bild ist Julian Reichelt seit Oktober, nachdem Reichelt seine Macht missbraucht haben soll

Der Bundestag trifft sich erstmals

Am 26. Oktober ist der 20. Deutsche Bundestag zu seiner konstituierenden Sitzung zusammengekommen. Die evangelische und katholische Kirche luden die Parlamentarier vor jeder Konstituierung zu einem ökumenischen Gottesdienst in Berlin ein. Prälat Martin Dutzmann ermutigte die Politiker während des Gottesdienstes dazu, sich bei ihrer Arbeit vom Vertrauen auf Jesus leiten zu lassen. „Ich kann Ihnen versichern: Es wird für Sie gebetet. Jeden Sonntag, wenn katholische, evangelische und orthodoxe Gemeinden sich zum Gottesdienst versammeln, wird für Sie gebetet“, sagte Dutzmann in seiner Predigt. Dabei gehe es vor allem darum, Gott um Schutz, Stärkung, Mut und Besonnenheit für alle Menschen in politischer Verantwortung zu bitten.

Martin Dutzmann Foto: PRO/Anna Lutz
Prälat Martin Dutzmann predigte zur Konstituierung des Bundestags
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