Ein Spielfilm über den Propheten Daniel befindet sich laut Medienberichten derzeit in der Postproduktion, er soll aber noch 2026 in die amerikanischen Kinos kommen. Ob eine deutsche Übersetzung geplant ist, ist noch unbekannt. Produziert wird der Film vom kanadischen Studio „Unveil Studios“, das von den drei christlichen Brüdern Daniel, Andrew und Matthew Kooman gegründet wurde. Sie treten beim Daniel-Film als Regisseure und Autoren auf. Es soll der erste von insgesamt zwei Teilen werden.
Auf einer Crowdfunding-Website sammeln die Produzenten derzeit Geld. Das Ziel: 5,2 Millionen Dollar. Bisher wurden rund 1,5 Millionen gesammelt.
In der Hauptrolle als Daniel tritt der ägyptisch-kanadische Schauspieler Mena Massoud auf, der für seine Hauptrolle in der Realverfilmung von Disneys „Aladdin“ bekannt ist. Den Propheten Habakuk spielt der indische Schauspieler Mahir Pandhi. Nebukadnezar wird verkörpert von Elijah Alexander, der in der Serie „The Chosen“ den römischen Spion Atticus spielte.
Löwengrube und Prophezeiungen über die Endzeit
Aus dem Buch Daniel ist die Geschichte von Daniel in der Löwengrube mit am bekanntesten. Der König stellt die Anbetung von Göttern außer ihm unter Strafe. Daniel, der weiter täglich zu Gott betet, wird in eine Löwengrube geworfen. Das Buch Daniel enthält außerdem Visionen, die den Beginn der Endzeit und die Auferstehung der Toten beschreiben. Zudem gibt es Verweise auf den „Menschensohn“, der im Neuen Testament mit Jesus identifiziert wird. In den apokryphen Zusätzen zum Buch Daniel (Daniel 14) ist zudem vom Propheten Habakuk die Rede, der für den bei den Löwen ausharrenden Daniel eine Mahlzeit zubereitet und von einem Engel wunderbarerweise nach Babylon und wieder zurück transportiert wird.
Wann Habakuk genau lebte, ist nicht bekannt, aber er scheint etwa zur gleichen Zeit wie Jeremia und Daniel gelebt zu haben, denn er spricht über den Aufstieg des babylonischen Reiches (Habakuk 1,6), der um 612 v. Chr. mit dem Fall Ninives in Assyrien voranschritt. Daniels erste Verschleppung wird meistens auf 605 v. Chr. datiert, der Film legt sie auf das Jahr 597 v. Chr. Es ist offenbar das erste Mal, dass der Prophet Habakuk überhaupt in einem Spielfilm thematisiert wird. In einem Interview mit der „Hindustan Times“ sagte der Habakuk-Darsteller Pandhi, dass erste Dreharbeiten bereits 2023 stattfanden, aber mit dem Regisseur Santosh Sivan. Der Film sei in Jaisalmer, Rajasthan, gedreht worden, wobei die Kulisse Israels nachgebaut wurde.
Trailer bereits verfügbar
Laut dem christlichen Blogger und Filmkritiker Peter Chattaway wird auch der Prophet Jeremia eine der Hauptfiguren des Films sein. „Es gibt in der Bibel keinen Hinweis darauf, dass Daniel und Jeremia sich jemals begegnet sind, aber es ist durchaus möglich“, so Chattaway. „Denn beide lebten in Jerusalem, als die Stadt von den Babyloniern erobert wurde, und sie verkehrten in ähnlichen Kreisen: Daniel gehörte dem jüdischen Adel an, vielleicht sogar der königlichen Familie (Daniel 1,3), während Jeremia – der Sohn eines Priesters (Jeremia 1,1) – immer wieder mit der königlichen Familie und ihren Beratern aneinandergeriet. Als Daniel nach Babylon verschleppt wurde, prophezeite Jeremia bereits seit mehr als 20 Jahren (Daniel 1,4 ff.).“
Erste Videos von den Dreharbeiten sowie ein erster Trailer legen nahe, dass die Qualität der Produktion eventuell nicht an die vergangenen neueren Bibelfilme heranreicht; dennoch schreitet das Vorhaben, nach und nach weitere Geschichten der Bibel neu und detailliert – etwa im Stil der erfolgreichen Serie „The Chosen“ – zu verfilmen, voran. Der Regisseur der Serie „Das Haus Davids“, die auf dem Streamingportal „Amazon Prime“ zu sehen ist, Jon Erwin, sagte Anfang 2025, er habe mit dem „The Chosen“-Produzenten Dallas Jenkins seit langem überlegt, die komplette Bibel in dieser Art zu verfilmen.