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FDP-Politikerin Teuteberg: „Kann nicht tiefer fallen als in Gottes Hand“

Die FDP-Politikerin Linda Teuteberg fühlt sich im christlichen Glauben geborgen. Kritisch sieht die EKD-Synodale das Engagement der Kirche bei der Seenotrettung.
Von Norbert Schäfer
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Linda Teuteberg
FDP-Politikerin Linda Teuteberg (Archivbild) ist im Bundestag Sprecherin für Migration ihrer Fraktion. 2019/2020 war sie Generalsekretärin ihrer Partei. Die Juristin ist Mitglied in der Synode der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD).

Die FDP-Bundestagsabgeordnete Linda Teuteberg hat in der Politik nach eigenem Bekunden etliche schwierige Situationen erlebt. „Da ist es gut zu wissen: Man kann gar nicht tiefer fallen als in Gottes Hand.“ Das mache unabhängig, erklärte die FDP-Politikerin in einem Interview mit der Zeit-Beilage Christ & Welt.

Die FDP-Politikerin sieht im christlichen Glauben keinen Widerspruch zum Liberalismus. Der Begriff der Menschenwürde und Rechte des Individuums folgten historisch gesehen aus der Gottesebenbildlichkeit des Menschen im Juden- und Christentum. „Liberale gehen davon aus, dass jeder Mensch eine unveräußerliche Würde und daraus folgende Rechte hat“, sagte die FDP-Politikerin in dem Interview.

Rettung aus Lebensgefahr kein Recht auf Einreise und Aufenthalt

Teuteberg kritisierte die Beteiligung der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) an der zivilen Seenotrettung in dem Bündnis „United4Rescue“. Die Rechtsanwältin sitzt für die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO) in der Synode der EKD. Im Deutschen Bundestag ist Teuteberg Sprecherin für Migration der FDP-Fraktion.

Prinzipiell befürwortete die FDP-Politikerin in dem Interview die Rettung von Menschen aus Lebensgefahr. „Doch aus der Pflicht zur Rettung aus Lebensgefahr leitet sich kein Recht auf Einreise und Aufenthalt in einem selbst gewählten Land ab“, sagte Teuteberg in dem Gespräch und warnte vor einer einseitig geführten Debatte. „Es gibt auch Synodale, die das nicht gut finden, es aber nicht offen ansprechen.“

Dass sich der EKD-Ratsvorsitzende Heinrich Bedford-Strohm unlängst in einem Gottesdienst bei den Seenotrettern bedankte und die zivile Seenotrettung mit den Worten von „Christ & Welt“ „als ein zentrales Projekt seiner Amtszeit“ betrachtet, sieht Teuteberg kritisch und als einseitiges politisches Statement der EKD.

Die Politikerin legte der Kirche nahe, „die politische Vielfalt abzubilden“ und ihren Mitgliedern zu vermitteln, dass jede Meinung in der Kirche gehört werde. Das würden einige vermissen, sagte sie.

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2 Antworten

  1. In jeder Partei gibt es Christen. Und leider gibt es in jeder Partei auch das Gegenteil und Programmpunkte, die aus christlicher Verantwortung verhindert werden müssen.
    (so will die FDP z.B. das kirchliche Arbeitsrecht abschaffen; christliche Institutionen verpflichten, auch Nichtchristen einzustellen und damit die christliche Prägung von Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen, Kindergärten, … aufzulösen)

    Bleibt bei den Wahlen nur die Chance, die direkte Stimme (Erststimme) einem Christen zu geben und mit der Zweitstimme das kleinste Übel zu wählen.
    siehe dazu: https://www.pro-medienmagazin.de/prophetomat/

  2. Zur Seenotrettung der EKD habe ich bisher eine Auseindersetzung mit der Aussage in Galater 6,10 vermißt:
    “Solange wir also noch Gelegenheit dazu haben, wollen wir allen Menschen Gutes tun, ganz besonders denen, die wie wir durch den Glauben zur Familie Gottes gehören”.
    Und Jesus Christus spricht in Matthäus 25,40 “Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr für mich getan”.
    Welche Überlegungen hat die EKD zu der hier genannten Priorität angestellt?

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